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Saisonvorschau 2026/27: Kann sich Eintracht Braunschweig aus dem Abstiegskampf befreien?

jorono (CC0), Pixabay
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Eintracht Braunschweig geht erneut mit einem klaren Auftrag in die neue Zweitligasaison: Der BTSV möchte endlich einen Spielzeit erleben, in der der Klassenerhalt nicht erst in den letzten Wochen gesichert werden muss.

In der Saison 2025/26 belegte Braunschweig den 15. Tabellenplatz. Selbst nach der abschließenden 0:1-Niederlage beim FC Schalke 04 blieb die Mannschaft nur deshalb direkt in der Liga, weil auch die Konkurrenz entscheidende Punkte liegen ließ. Ein eigener erfolgreicher Schlussspurt sieht anders aus.

Trotzdem besitzt der Verein Gründe für vorsichtigen Optimismus. Trainer Lars Kornetka kann erstmals eine vollständige Vorbereitung gestalten, die Offensive wurde verstärkt und mit Frederik Jäkel bleibt ein grundsätzlich hochwertiger Innenverteidiger dauerhaft beim Verein.

Für mich ist Eintracht Braunschweig dennoch zunächst ein Kandidat für den unteren Tabellenbereich. Der Kader erscheint verbessert, aber noch nicht stark genug, um einen völlig sorgenfreien Saisonverlauf zu garantieren.

Das wichtigste Ziel: nicht wieder bis zum Schluss zittern

Eintracht Braunschweig hat sich in den vergangenen Jahren daran gewöhnt, den Klassenerhalt möglichst dramatisch zu gestalten.

In der Saison 2024/25 benötigte der BTSV noch die Relegation. Ein Jahr später reichte Platz 15 zum direkten Ligaverbleib. Die Mannschaft rettete sich damit erneut, ohne den Eindruck zu vermitteln, die Abstiegszone endgültig hinter sich gelassen zu haben.

Für die neue Saison kann das Ziel deshalb nicht einfach nur „irgendwie drinbleiben“ heißen.

Braunschweig muss versuchen, sich früher von den letzten drei Plätzen abzusetzen. Ein Vorsprung von mehreren Punkten im Frühjahr wäre für den Verein bereits ein erheblicher Fortschritt.

Von einem Angriff auf das obere Tabellendrittel zu sprechen, wäre dagegen verfrüht.

Lars Kornetka bekommt seine erste vollständige Saison

Lars Kornetka übernahm die Mannschaft im März 2026 und führte sie anschließend zum Klassenerhalt. Zuvor hatte Heiner Backhaus den BTSV bis zum 25. Spieltag trainiert. Kornetka war parallel noch als Assistent von Ralf Rangnick für die österreichische Nationalmannschaft tätig und kehrte nach der Weltmeisterschaft vollständig nach Braunschweig zurück.

Damit beginnt seine eigentliche Aufbauarbeit erst jetzt.

Kornetka gilt als detailorientierter Trainer, der intensiv gegen den Ball arbeiten und seine Mannschaft taktisch klar organisieren möchte. Seine Erfahrung als Assistent auf hohem Niveau ist interessant. Die langfristige Verantwortung als Cheftrainer eines Zweitligisten ist jedoch eine andere Aufgabe.

Er muss nicht nur Trainingsinhalte entwickeln, sondern auch mit Formkrisen, öffentlichem Druck, Transfers und einer langen Saison umgehen.

Das erklärte Ziel ist ein sichererer Tabellenplatz, damit sich die Erfahrungen der vergangenen Spielzeit nicht wiederholen.

Die vollständige Vorbereitung ist ein Vorteil

In der vergangenen Saison übernahm Kornetka eine Mannschaft mitten im Abstiegskampf. Große taktische Veränderungen waren kaum möglich. Zunächst ging es darum, Punkte zu sammeln und den Verein in der Liga zu halten.

Nun kann der Trainer die körperlichen und taktischen Grundlagen selbst erarbeiten.

Das sollte der Defensive helfen. Braunschweig muss kompakter stehen, die Abstände zwischen den Mannschaftsteilen verringern und Ballverluste besser absichern.

Gleichzeitig braucht der BTSV eine klarere Idee für das eigene Offensivspiel. Engagement und Zweikampfstärke allein reichen in der 2. Bundesliga nicht. Gegen tief verteidigende Gegner muss Braunschweig selbst Chancen herausspielen können.

Maximilian Entrup soll die Torjägerfrage beantworten

Mit Maximilian Entrup hat Braunschweig einen erfahrenen Mittelstürmer verpflichtet. Der 29-jährige Österreicher kommt vom Linzer ASK und unterschrieb einen Vertrag bis 2028.

Sport-Geschäftsführer Benjamin Kessel verbindet mit ihm Erfahrung, Abschlussstärke und Torgefahr. Entrup absolvierte zudem bereits drei Länderspiele für Österreich.

Diese Verpflichtung ist für den BTSV besonders wichtig.

In der vergangenen Saison fehlte ein Angreifer, der über einen längeren Zeitraum zuverlässig traf. Mehrere Stürmer wurden ausprobiert, doch keiner entwickelte sich dauerhaft zum eindeutigen Torjäger.

Entrup muss nicht zwangsläufig 20 Tore erzielen. Aber eine zweistellige Trefferzahl würde der Mannschaft enorm helfen.

Braunschweig hat in vielen engen Spielen keine Vielzahl an Chancen. Umso wichtiger ist ein Stürmer, der aus wenigen Möglichkeiten Tore macht.

Der neue Angreifer darf nicht allein gelassen werden

Entrup kann die Probleme der Offensive nicht allein lösen.

Ein Mittelstürmer ist darauf angewiesen, dass Flanken, Pässe und zweite Bälle tatsächlich bei ihm ankommen. Fehlt die Unterstützung, wird auch ein guter Abschlussstürmer irgendwann hauptsächlich mit Innenverteidigern ringen.

Der BTSV benötigt deshalb mehr Kreativität und Tempo auf den Außenbahnen. Auch aus dem zentralen Mittelfeld müssen mehr gefährliche Zuspiele und Abschlüsse kommen.

Spieler wie Aaron Opoku, Johan Gómez, Sidi Sané oder Jovan Mijatović können verschiedene Rollen in der Offensive übernehmen. Mijatović bleibt aufgrund einer automatischen Vertragsverlängerung zumindest bis Ende 2026 in Braunschweig.

Die entscheidende Frage lautet, ob aus diesen unterschiedlichen Profilen eine funktionierende Angriffsreihe entsteht.

Junior Zé bringt Geschwindigkeit und Mut

Mit Junior Zé wurde zusätzlich ein 20-jähriger Flügelspieler verpflichtet. Der Schweizer wurde beim FC Basel ausgebildet und war zuletzt an den dänischen Erstligisten FC Midtjylland ausgeliehen.

Braunschweig gab ihm einen Vertrag bis 2029. Kessel hob besonders seine Dynamik, Geschwindigkeit und Stärke im direkten Duell hervor.

Junior Zé passt damit grundsätzlich zu Kornetkas Spielidee.

Der BTSV benötigt Spieler, die nach Ballgewinnen schnell umschalten, Gegenspieler überwinden und Räume für Entrup schaffen können.

Allerdings darf von einem 20-Jährigen nicht sofort erwartet werden, dass er über 34 Spieltage konstant den Unterschied macht. Er wird vermutlich starke Phasen, aber auch schwächere Auftritte haben.

Der Verein muss ihm diese Schwankungen zugestehen.

Zahlreiche Leihspieler sind wieder weg

Nach dem Klassenerhalt verabschiedete Braunschweig mehrere Profis. Die Leihspieler Erencan Yardımcı, Faride Alidou, Ken Izekor und Grant-Leon Ranos kehrten zu ihren Stammvereinen zurück.

Außerdem wurden die Verträge von Leon Bell Bell, Patrick Nkoa und Anas Bakhat nicht verlängert.

Damit verliert der BTSV zwar nicht ausschließlich unumstrittene Stammspieler. Die Abgänge reduzieren aber die Breite des Kaders.

Gerade in einer Saison mit Verletzungen, Sperren und Formschwankungen ist die zweite Reihe wichtig. Braunschweig muss deshalb aufpassen, dass der Kader nicht nur in der vermeintlichen ersten Elf konkurrenzfähig ist.

Weitere Transfers könnten die Einschätzung noch verändern.

Fabio Kaufmann hinterlässt eine Lücke

Fabio Kaufmann verlässt Eintracht Braunschweig nach insgesamt fünf Jahren und 153 Pflichtspielen. Der 33-Jährige entschied sich gegen eine Vertragsverlängerung und für eine neue Herausforderung im Ausland.

Sein sportlicher Einfluss war zuletzt nicht mehr in jeder Partie gleich groß. Trotzdem verliert der BTSV einen erfahrenen Spieler, der den Verein, die Liga und den Abstiegskampf genau kannte.

Kaufmann stand außerdem für Einsatzbereitschaft und Identifikation.

Solche Spieler sind besonders dann wichtig, wenn eine Mannschaft unter Druck gerät. Seine Rolle muss künftig auf mehrere Schultern verteilt werden.

Ron-Thorben Hoffmann ist ein wichtiger Rückhalt

Im Tor verfügt Braunschweig mit Ron-Thorben Hoffmann über einen erfahrenen und grundsätzlich verlässlichen Rückhalt.

Hoffmann war bereits zwischen 2022 und 2024 für die Eintracht aktiv, wechselte anschließend zum FC Schalke 04 und kehrte 2025 zunächst auf Leihbasis zurück. Danach wurde er dauerhaft verpflichtet.

In der vergangenen Saison blieb er sechsmal ohne Gegentor. Damit gehörte er zwar nicht zur absoluten Ligaspitze, war aber ein wichtiger Faktor im Kampf um den Klassenerhalt.

Gerade bei einer Mannschaft aus dem unteren Tabellenbereich wird der Torhüter regelmäßig gefordert. Hoffmann muss nicht jedes Spiel allein retten, kann dem Team aber mit Ruhe, Kommunikation und starken Paraden wichtige Punkte sichern.

Frederik Jäkel ist sportlich eine große Chance

Frederik Jäkel bleibt dauerhaft in Braunschweig. Der Innenverteidiger löste seinen Vertrag bei RB Leipzig auf und unterschrieb beim BTSV bis 2028.

In der vergangenen Saison kam er wegen einer schweren Knieverletzung lediglich zu einem Kurzeinsatz. Der Verein möchte seinen Weg zurück deshalb vorsichtig und verantwortungsvoll gestalten.

Ein fitter Jäkel könnte die Qualität der Abwehr erheblich erhöhen.

Er bringt Zweitligaerfahrung, körperliche Präsenz und Fähigkeiten im Spielaufbau mit. Gleichzeitig wäre es riskant, die gesamte defensive Planung auf seine schnelle Rückkehr zu stützen.

Nach einer schweren Knieverletzung benötigt ein Spieler möglicherweise Monate, um wieder sein früheres Niveau zu erreichen.

Jäkel ist daher zunächst eher ein wertvoller zusätzlicher Baustein als eine sofortige Garantie für Stabilität.

Die Defensive besitzt mehrere Optionen

Neben Jäkel stehen mit Andi Hoti, Louis Breunig, Kevin Ehlers, Lukas Frenkert und Fabio Di Michele Sánchez mehrere Verteidiger zur Verfügung.

Di Michele Sánchez verlängerte seinen Vertrag per Option bis 2027. Hoti war erst im Februar 2026 vom 1. FC Magdeburg gekommen und unterschrieb bis 2028.

Die personelle Auswahl ist damit grundsätzlich vorhanden.

Nun muss Kornetka eine Formation finden, die über mehrere Wochen eingespielt bleibt. Häufige Wechsel zwischen Dreier- und Viererkette können taktische Flexibilität bringen, aber auch Unsicherheit erzeugen.

Für einen Abstiegskandidaten ist eine verlässliche Grundordnung meistens wichtiger als ständige Überraschungen.

Das Mittelfeld muss mehr Kontrolle entwickeln

Im zentralen Mittelfeld stehen unter anderem Florian Flick, Lino Tempelmann, Robin Heußer, Mehmet Can Aydin, Sidney Raebiger und Max Marie zur Verfügung.

Diese Gruppe bietet unterschiedliche Fähigkeiten.

Flick kann defensiv absichern, Tempelmann bringt Erfahrung und Bewegung mit, Heußer kann das Spiel strukturieren und Raebiger besitzt Entwicklungspotenzial.

Entscheidend wird sein, ob Braunschweig den Ball länger in den eigenen Reihen halten kann. In der vergangenen Saison musste die Mannschaft häufig verteidigen und kam offensiv nur selten in kontrollierte Situationen.

Ein besseres Mittelfeld würde gleichzeitig die Abwehr entlasten und den Angriff häufiger in aussichtsreiche Positionen bringen.

Der BTSV braucht mehr als Kampf und Stimmung

Das Eintracht-Stadion kann für Braunschweig ein großer Vorteil sein.

Die Fans unterstützen die Mannschaft auch in schwierigen Situationen und können besonders in engen Heimspielen zusätzliche Energie freisetzen.

Doch Atmosphäre allein verhindert keinen Abstieg.

Der BTSV muss zu Hause insbesondere gegen direkte Konkurrenten häufiger gewinnen. Punktverluste gegen Mannschaften aus dem unteren Drittel lassen sich nicht dauerhaft mit überraschenden Erfolgen gegen Aufstiegsfavoriten ausgleichen.

Eine stabile Heimbilanz wäre der wichtigste Schritt zu einem ruhigeren Saisonverlauf.

Der Auftakt führt nach Magdeburg

Eintracht Braunschweig beginnt die Saison am 8. August 2026 auswärts beim 1. FC Magdeburg.

Die Begegnung wird am Samstag um 13 Uhr ausgetragen.

Das ist sofort eine anspruchsvolle Aufgabe. Magdeburg spielt gewöhnlich mutig, möchte viel Ballbesitz und kann seine Gegner früh unter Druck setzen.

Für Kornetkas Mannschaft wird sich deshalb schnell zeigen, ob die neue defensive Organisation funktioniert und ob Braunschweig nach Ballgewinnen gefährlicher kontern kann.

Unabhängig vom Ergebnis sollte der Verein den Saisonstart nicht überbewerten. Der BTSV wird seine entscheidenden Punkte vor allem gegen die direkten Konkurrenten sammeln müssen.

Warum Braunschweig besser werden kann

Für eine Verbesserung sprechen mehrere Faktoren.

Kornetka kann erstmals eine vollständige Vorbereitung leiten.

Mit Entrup wurde ein erfahrener Mittelstürmer verpflichtet.

Junior Zé bringt Tempo und Eins-gegen-eins-Qualität.

Jäkel könnte nach seiner Rückkehr die Defensive verstärken.

Hoffmann ist im Tor eine verlässliche Größe.

Außerdem kennt ein großer Teil des Kaders die Belastung eines Zweitliga-Abstiegskampfes.

Diese Erfahrung kann wertvoll sein. Die Mannschaft weiß, dass auch schwache Phasen überstanden werden können.

Warum der Abstiegskampf trotzdem droht

Gegen eine deutlich bessere Platzierung sprechen ebenfalls mehrere Punkte.

Die vergangene Saison endete nur auf Platz 15.

Mehrere Leihspieler und erfahrene Profis haben den Verein verlassen.

Jäkel kommt aus einer schweren Verletzung.

Junior Zé muss sich erst an die Liga gewöhnen.

Entrup trägt sofort einen erheblichen Teil der offensiven Erwartungen.

Und Kornetka absolviert seine erste vollständige Saison als Cheftrainer im deutschen Profifußball.

Der Kader besitzt Potenzial, aber nur wenige Spieler, die über Jahre hinweg auf hohem Zweitliganiveau konstant Leistungen gezeigt haben.

Welche Rolle kann der BTSV übernehmen?

Ich sehe Eintracht Braunschweig erneut in der Gruppe der Mannschaften, die zunächst nach unten schauen müssen.

Der BTSV dürfte besser organisiert und offensiv etwas gefährlicher sein als in der vergangenen Saison. Für eine Platzierung im gesicherten Mittelfeld müsste allerdings nahezu alles funktionieren.

Entrup müsste regelmäßig treffen.

Junior Zé müsste schnell einschlagen.

Jäkel müsste gesund zurückkehren.

Das zentrale Mittelfeld müsste mehr Kontrolle entwickeln.

Und Hoffmann müsste seine Form über die gesamte Saison halten.

Treten mehrere dieser Entwicklungen ein, kann Braunschweig den Klassenerhalt bereits einige Spieltage vor dem Ende sichern.

Scheitern sie, droht erneut ein Kampf bis zum 34. Spieltag.

Meine Prognose: Platz 14

Ich sehe Eintracht Braunschweig am Ende der Saison 2026/27 auf Tabellenplatz 14.

Das wäre eine leichte Verbesserung gegenüber dem 15. Rang der Vorsaison. Der BTSV würde den direkten Abstieg vermeiden und auch nicht in die Relegation müssen, den Klassenerhalt aber vermutlich erst im letzten Saisondrittel sichern.

Die realistische Spannweite liegt für mich zwischen Platz zwölf und Platz 17.

Im besten Fall funktioniert Kornetkas System, Entrup erzielt eine zweistellige Zahl an Toren und die Defensive stabilisiert sich. Dann könnte Braunschweig sogar Platz zwölf oder 13 erreichen.

Im schlechtesten Fall bleibt die Offensive erneut harmlos, wichtige Verteidiger fallen aus und die Mannschaft verliert früh den Anschluss. Dann wäre auch der direkte Abstieg möglich.

Meine konkrete Prognose lautet: Platz 14 – ein erneut schwieriges Jahr, aber mit einem etwas stabileren BTSV und dem Klassenerhalt ohne Relegation.

Für Eintracht Braunschweig wäre das noch kein sportlicher Durchbruch. Es könnte aber der erste Schritt sein, um sich von einem jährlichen Abstiegskandidaten wieder zu einem dauerhaft konkurrenzfähigen Zweitligisten zu entwickeln.

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