Es begann harmlos: Drei Wochen ohne Smartphone an einer Schule in Gänserndorf. Damals glaubte man noch an ein pädagogisches Projekt. Heute wissen wir: Es war ein Blick in eine längst vergessene Parallelwelt – eine Welt, in der Jugendliche schlafen, miteinander reden und freiwillig Gemüsebeete anlegen.
Mehr als 72.000 Schülerinnen und Schüler machten beim großen „Dok1“-Handyexperiment mit und schalteten am 4. März kollektiv ihre Smartphones aus. Für manche war es der erste direkte Blickkontakt seit der Volksschule.
Schon die Abgabe der Geräte wirkte dramatisch: Jugendliche standen zitternd vor einem Haufen iPhones, als würden sie ihre Organe zur Transplantation freigeben. Ein Bub murmelte tapfer: „Probieren wir’s einmal.“ Experten sprechen inzwischen vom österreichischen Neil-Armstrong-Moment der Generation TikTok.
Die wissenschaftliche Auswertung brachte schockierende Ergebnisse:
Jugendliche schliefen plötzlich besser. Sie wachten morgens auf, ohne zuerst 43 Snaps und sieben Krisen auf Instagram zu analysieren. Schlafstörungen gingen deutlich zurück. Offenbar hilft es dem Gehirn, wenn es nachts nicht mehr von Videos beschallt wird, in denen jemand gleichzeitig Schminktipps gibt, Minecraft spielt und Verschwörungstheorien erklärt.
Auch depressive Symptome nahmen ab. Psychologen vermuten einen Zusammenhang damit, dass Jugendliche drei Wochen lang keine perfekt gefilterten Influencer sahen, die mit 17 bereits Unternehmer, Fitnesscoaches und spirituelle Gurus sind.
Besonders irritierend für viele Teilnehmer: die plötzlich auftretende „Freizeit“. Ohne Handy mussten Jugendliche improvisieren. Manche gingen hinaus. Andere lasen Bücher. In Salzburg bauten Schüler sogar eine Holzhütte – vermutlich, weil niemand mehr wusste, wie man passiv auf einen Bildschirm starrt.
Im Burgenland kam es zu besonders dramatischen Szenen: Jugendliche spielten freiwillig „Stadt-Land-Fluss“ mit Senioren in einem Pflegeheim. Zeitzeugen berichten von tatsächlichen Unterhaltungen mit vollständigen Sätzen.
Psychologen zeigten sich erstaunt darüber, dass sich die Jugendlichen ohne Smartphone nicht einsamer fühlten. „Offenbar kann man soziale Kontakte auch ohne WLAN führen“, erklärte ein Forscher vorsichtig, um die Bevölkerung nicht zu überfordern.
Zwei Drittel hielten die vollen 21 Tage durch – eine höhere Erfolgsquote als bei vielen Entzugstherapien. Die meisten Rückfälle passierten am ersten Tag, vermutlich beim reflexartigen Griff in die leere Hosentasche alle sieben Sekunden.
Am Ende forderten sogar viele Jugendliche selbst Einschränkungen für Social Media. Ein historischer Moment. Vergleichbar mit Truthähnen, die freiwillig Weihnachten abschaffen wollen.
Österreich prüft nun weitere Experimente. Insider berichten von einem möglichen Folgeprojekt:
„Drei Tage ohne WhatsApp-Gruppen der Elternvertreter.“
Forscher warnen allerdings vor unkalkulierbaren gesellschaftlichen Folgen.
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