Der erste Spieltag der Gruppe I hat geliefert, was sich Fußballfans von einer Weltmeisterschaft wünschen: Tore, Tempo, Spannung und die Erkenntnis, dass Favoriten zwar manchmal wackeln, am Ende aber meistens doch wissen, warum sie zu den Favoriten gehören.
Frankreich: Erst gemütlich, dann Weltmeister-Modus
Frankreich gewann gegen Senegal am Ende verdient mit 3:1. Wer allerdings nur das Ergebnis sieht, könnte meinen, Les Bleus hätten einen entspannten Abend verbracht. Das Gegenteil war der Fall.
Die Senegalesen machten den Franzosen lange das Leben schwer. Teilweise wirkten die Afrikaner sogar frischer, mutiger und gefährlicher. Frankreich spielte phasenweise so, als hätte man vergessen, dass eine Weltmeisterschaft bereits begonnen hat.
Doch dann passierte das, was große Mannschaften eben tun.
Sie schalten einen Gang höher.
Oder in Frankreichs Fall gleich drei.
Plötzlich tauchte Mbappé überall auf, Olise verteilte Zuckerpässe und die französische Offensive entwickelte die Dynamik eines Hochgeschwindigkeitszuges auf freier Strecke.
Mbappé bekam zunächst keinen Elfmeter, antwortete darauf aber wie ein echter Superstar: mit Toren statt Diskussionen. Besonders sein Treffer zum 3:1 war die perfekte Antwort auf die kurze Hoffnung der Senegalesen nach dem Anschlusstreffer.
Die Botschaft an die Konkurrenz lautet:
Frankreich ist noch nicht bei 100 Prozent – gewinnt aber trotzdem mit zwei Toren Unterschied.
Das dürfte einigen Titelkandidaten nicht gefallen.
Norwegen: Erst mühsam, dann Wikinger-Party
Auch Norwegen startet erfolgreich ins Turnier und schlägt den Irak mit 4:1.
Wer jedoch dachte, Erling Haaland marschiert einfach aufs Feld, schießt vier Tore und fährt wieder ins Hotel, wurde zunächst enttäuscht.
Der Irak spielte mutig, aggressiv und setzte Norwegen mit hohem Pressing immer wieder unter Druck. Die Skandinavier wirkten anfangs ungefähr so komfortabel wie ein Wikinger auf einem Surfbrett.
Haaland brachte Norwegen zwar in Führung, doch Hussein glich verdient aus.
Dann kam der Moment, der Spiele verändert.
Ein Torwartfehler.
Haaland roch die Gelegenheit schneller als ein Polarfuchs ein Fischbuffet und stellte noch vor der Pause auf 2:1.
Danach wurde das Spiel zunehmend zu einer Geduldsprobe für den Irak. Die Norweger überließen dem Gegner den Ball, verteidigten clever und warteten auf ihre Chancen.
Am Ende sorgten Østigård und ein irakisches Eigentor dafür, dass aus einem engen Spiel ein deutliches Ergebnis wurde.
Zwischenfazit der Gruppe I
Frankreich und Norwegen gewinnen ihre Auftaktspiele und setzen sich direkt an die Spitze der Gruppe.
Frankreich wirkt wie ein Titelkandidat, der noch Luft nach oben hat.
Norwegen wirkt wie ein Team, das vor allem einen Mann besitzt, der jede Nachlässigkeit bestraft: Erling Haaland.
Für Senegal und den Irak bleibt die Erkenntnis:
Beide Mannschaften haben gezeigt, dass sie mithalten können.
Nur leider zählt bei einer WM nicht, wie lange man mithält.
Sondern wie oft der Ball im Netz liegt
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