Wir hatten vor Investitionen in das Unternehmen Agrofinanz GmbH gewarnt

Leider haben wir auch hier richtig gelegen, und das freut uns nicht sondern ärgert uns eigentlich. Auch hier wird es sicherlich für das Unternehmen schwer sein der Aufforderung der BaFin dann auch vollumfänglich nachzukommen, denn oft sind die Gelder solcher Unternehmen langfristig gebunden und kurzfristig nicht „flüssig zu machen“. Solche Situationen führen dann immer letztlich zu wirtschaftlichen Problemen bei den Unternehmen und oftmals in der Konsequenz dann zu Verlusten der eingezahlten Gelder bei den Anlegern. Ob das auch hier so sein wird ist zu diesem Zeitpunkt nicht mehr als eine Spekulation aber eben ein denkbares Szenario.  Auch vor diesem Unternehmen gewarnt hatte Rechtsanwalt Jochen Resch aus Berlin. Auf seiner Seite kann man nachlesen:

Anleger werden von der Agrofinanz mit hohen Zinsen gelockt. Ist das Angebot der Agrofinanz seriös? Dem Anleger wird laut Website der Agrofinanz ein Direktinvestment angeboten. Eine garantierte Auszahlung von 9 Prozent wird durch die Agrofinanz angeboten und ein fest vereinbarter Rückkauf durch die Agrofinanz  zu 100 % des Kaufpreises. Wie das alles von der Agrofinanz garantiert werden soll, bleibt rätselhaft.


Ist die Garantie der Agrofinanz seriös?

Es ist eine Beteiligung in ein Unternehmen, das mit Nachhaltigkeit wirbt, für sich selber aber keine Nachhaltigkeit garantieren kann. Es droht also das Risiko des Totalverlustes. All die im Prospekt genannten Angaben lassen sich letztlich nur sehr bedingt verifizieren. Man ist auf den guten Glauben angewiesen.

Guter Glauben oder gesunder Menschenverstand?
Aber nicht Glaubensstärke ist gefragt. Der Anleger sollte lieber den gesunden Menschenverstand gebrauchen. Wenn ein Unternehmen eine Verzinsung auf das Investment von 9 Prozent garantieren könnte, würden ihm bei den derzeitigen Zinssätzen der wichtigen Zentralbanken weltweit die Milliarden nur so zufließen. Wenn man bei Banken zu deutlich niedrigeren Zinssätzen Geld bekommen kann, warum zahlt die Agrofinanz dann dem Anleger 9 Prozent?

Kauf. Vermietung. Rückkauf.
Rechtlich bietet Agrofinanz ein Direktinvestment an. Es soll ein sogenannter Rückmietverkauf sein. Der Investor kauft einen Bestand an Ölpalmen und wird, so sagt es Agrofinanz, rechtlicher Eigentümer dieser individualisierten Ölpalmen.
Der Investor vermietet diese Palmen an die Agrofinanz mit einer festgelegten Mietzahlung und einer Mietlaufzeit. Nach Ablauf der Mietlaufzeit nimmt Agrofinanz die Palmen zum festgelegten Kaufpreis wieder zurück. All das setzt voraus, dass Agrofinanz die Miete auch tatsächlich zahlt und dass Agrofinanz nach 10 Jahren noch existiert – kann sein, kann nicht sein. Eine Garantie ist es gewiss nicht.

„Auszahlung“ ist kein „Gewinn“!
Wohlweislich ist auch nicht von Zinsen, sondern von „Auszahlungen“ und „Mieten“ ist die Rede. Im Branchenjargon ist damit oft gemeint, dass man zwar Geld bekommt, es ist aber meist nur die Rückzahlung des eigenen eingezahlten Kapitals. Dessen Rückzahlung nach Ende der Laufzeit ist höchst unsicher. Die Laufzeit übersteigt auch regelmäßig die Haltwertzeit derartiger Unternehmungen. Freilich gibt es keine Hellseher.

Zitat Ende

Resultierend aus diesen Zeilen könnte dann irgendwann die Gesellschaft einmal die Ausschüttungen von den Anlegern zurückfordern. Nun schauen wir mal, wie man so schön sagt.

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