Eine Werbung für eine KI-basierte Bild- und Videobearbeitungs-App ist in Großbritannien verboten worden. Die Anzeige erweckte den Eindruck, man könne damit Kleidung digital von Personen entfernen.
Die betroffene Werbung für die App „PixVideo – AI Video Maker“ war im Januar auf YouTube zu sehen. Sie zeigte ein „Vorher-Nachher“-Bild einer jungen Frau. Während im ersten Bild ein Bereich des Körpers verdeckt war, schien im zweiten Bild mehr Haut sichtbar. Dazu stand der Slogan: „Erase anything“ („Lösche alles“).
Mehrere Personen beschwerten sich bei der britischen Werbeaufsicht (ASA). Sie kritisierten, die Anzeige sexualisiere Frauen, sei respektlos und potenziell schädlich.
Die Behörde entschied, dass die Werbung gegen Regeln verstößt. Auch wenn die App laut Anbieter solche Funktionen nicht tatsächlich unterstützt, könne der Eindruck entstehen, dass Nutzer Kleidung entfernen und Körper ohne Zustimmung sichtbar machen können.
Die ASA bewertete die Anzeige als „unverantwortlich“ und „beleidigend“ sowie als Beispiel für schädliche Geschlechterstereotype.
Das Unternehmen hinter der App, Saeta Tech, räumte ein, dass die Darstellung problematisch gewesen sei. Man betonte jedoch, dass die Software keine Erstellung von Nacktbildern oder expliziten Inhalten erlaube und entsprechende Schutzmechanismen eingebaut seien.
Die Firma hat zugesagt, die Werbung nicht mehr zu zeigen und ihre Kampagnen vorerst auszusetzen.
Der Fall reiht sich in eine wachsende Debatte über sogenannte „Deepfake“-Technologien ein. Diese ermöglichen es, Bilder oder Videos realistisch zu manipulieren – oft ohne Zustimmung der betroffenen Personen.
Die britische Regierung hatte bereits angekündigt, strengere Gesetze einzuführen. Künftig soll es strafbar sein, KI-Tools anzubieten oder zu verbreiten, mit denen Kleidung digital entfernt werden kann.
Der Vorfall zeigt, wie sensibel der Umgang mit KI-Technologie geworden ist – und wie wichtig klare Grenzen beim Einsatz solcher Anwendungen sind.
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