Vorsicht vor Kreditangeboten aus dem Ausland-auch Scheichs verschenken keine Kohle

Seit Monaten widmen wir uns ja einem Thema etwas intensiver: Kreditvermittlung aus dem Ausland. Es gibt dutzende solcher Finanzierungs- und Kreditangebote aus Asien, den USA, den Vereinigten Arabischen Emiraten usw… Nahezu immer handelt es sich jedoch darum, Vorkosten abzukassieren oder aber um die Gründung zweifelhafter Gesellschaften. Gerade im arabischen Bereich ist das eine gern genutzte Masche. Auch die Begründung leuchtet dann den meisten Kreditinteressenten ein. Arabern ist es verboten, Zinsen zu nehmen, nach ihrem Glauben. Was liegt dann aber näher als eine gemeinsame Gesellschaft zu gründen? Denn wenn ein Investor sein Geld zur Verfügung stellt, um ein Projekt zu finanzieren, dann will er natürlich auch etwas verdienen an seinem „Geldverleih“. Völlig in Ordnung und legitim. Natürlich prüfen die sogenannten Investoren- und Kreditvermittler genauso wie eine Bank die von Ihnen zur Verfügung gestellten Unterlagen, nehmen sich Zeit und haben auch diverse qualifizierte Nachfragen. Es ist eine überzeugende Abzocke, die Ihnen erst bewusst wird, wenn Sie einen hohen fünf- oder sechsstelligen Betrag verloren haben. In vielen uns bekannten Fällen passierte dann folgendes: Entweder macht man Ihnen Vorwürfe, dass Sie in Ihren dem Investor zur Verfügung gestellten Unterlagen diverse wichtige Angaben vergessen hätten, so das man nun kein Interesse mehr hätte mit Ihnen eine Gesellschaft zu gründen. Ihr Geld nehme man „quasi als Entschädigung“ für den großen Aufwand, den man mit ihnen gehabt habe.

Nun bleibt Ihnen nur übrig eine Strafanzeige zu erstatten und zu versuchen, das Geld zurück zu holen. Auf dem Rechtsweg nahezu unmöglich, und wenn nur mit hohen Kosten. Der Erfolg wird gleich Null sein. Auch die Strafanzeige wird ins Leere laufen, denn da die von Ihnen angezeigten Personen nicht in Deutschland wohnen, wird die Staatsanwaltschaft das Verfahren einstellen. Was bleibt Ihnen dann noch? Nur noch Jammern darüber, wie blöd Sie waren.

Findet man solch einen „schwarzen Fleck“ nicht in Ihren Unterlagen, dann kommt Masche Nummer 2: Der Investor, der sich für Sie entschieden hat, ist im Moment nicht flüssig, aber in ein paar Wochen dann auf jeden Fall. Sie sind der Nächste auf seiner Investitionsliste. Nach einigen Wochen, in denen Sie nur vertröstet werden, merken sie so langsam, dass Sie verarscht wurden und ihre Kohle weg ist. Unsere Erfahrung ist leider, dass es solche Investoren, die über Anzeigen oder über’s Internet Kunden suchen, letztlich in maximal 1% der Fälle gibt. In 99% der Fälle ist das leider eben reine Abzocke, clever und erfolgreich gemacht. Nur nicht für Sie.

Aus Asien werden dann des Öfteren „Übersetzungsgebühren“, Gebühren für Vertragserstellung usw. gefordert… Und da man ja schon den Vertrag erstellt, bezahlen dann auch hier viele Kreditsuchende. Wie das dann im Endeffekt ausgeht, muss ich Ihnen hier nicht mehr sagen. Geld kommt natürlich nicht.

Einen ganz besonderen Fall haben wir dann aber auch noch gehört. Hier ging es um einen Kredit in Höhe von 20 Millionen Euro, wobei man zunächst einmal keine Vorkosten verlangte. Im Gegenteil, man teilte dem Kunden mit, dass das Geld angewiesen sei und fügte natürlich auch einen Kontoauszug bei. Nun wartete der Kunde ein paar Tage, aber Geld kam nicht. Die Kreditgeber konnten das nicht verstehen und  sagten zu, nachzuforschen. Schnell stellte sich dann heraus, dass das Geld in einer Compliance-Prüfung einer Bank hängen würde und man nun einen Rechtsanwalt einschalten wolle, um die Freigabe zu beschleunigen. Die Kosten dafür wolle man sich aber mit dem Kreditkunden teilen. Dass da ein hoher fünfstelliger Betrag fällig wird, muss ich Ihnen nicht erzählen, auch nicht wie das ausgegangen ist für den Kreditkunden.

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