Nach dem tödlichen Angriff auf das Islamic Center of San Diego trauert die muslimische Gemeinde um drei Männer, die bei dem Anschlag ihr Leben verloren haben. Die Tat wird von den Ermittlern als mögliches Hassverbrechen untersucht.
Die beiden Täter hatten am 18. Mai kurz vor Mittag das Feuer eröffnet. Drei Menschen starben, zahlreiche weitere Besucher der Moschee entgingen offenbar nur knapp einer noch größeren Katastrophe.
Sicherheitsmann stellte sich den Angreifern entgegen
Besonders bewegt zeigt sich die Gemeinde vom Tod des Sicherheitsmitarbeiters Amin Abdullah.
Der Familienvater mit acht Kindern arbeitete seit vielen Jahren für die Moschee und galt als äußerst wachsam und beliebt.
Nach Angaben der Polizei stellte sich Abdullah den bewaffneten Angreifern entgegen und eröffnete selbst das Feuer, um die Täter aufzuhalten.
Der Polizeichef von San Diego sprach von „heroischen“ Handlungen. Durch das Eingreifen des Sicherheitsmannes seien die Täter offenbar daran gehindert worden, tiefer in das Gebäude vorzudringen, wo sich zahlreiche Kinder aufgehalten hätten.
Freunde und Weggefährten beschreiben Abdullah als freundlichen und warmherzigen Menschen, der jeden Besucher der Moschee begrüßt habe. In seiner Freizeit habe er sich besonders für Bogenschießen interessiert.
Gemeinde verliert langjährigen Helfer
Auch Mansour Kazlha gehörte über Jahrzehnte zum festen Bestandteil der Gemeinde.
Nach Angaben von Freunden und Verantwortlichen unterstützte er die Moschee seit ihrer Gründung und half bei zahlreichen alltäglichen Aufgaben.
Der Imam des Islamic Center erklärte, Kazlha sei für ihn einer der wichtigsten Ansprechpartner gewesen:
„Ich habe in den vergangenen 22 Jahren kaum etwas ohne ihn gemacht.“
Kazlha hinterlässt eine Ehefrau, Kinder und Enkelkinder.
Er hörte die Schüsse und lief zur Moschee
Das dritte Opfer, Nadir Awad, lebte in unmittelbarer Nähe der Moschee. Seine Ehefrau arbeitet dort als Lehrerin.
Als die Schüsse fielen, soll Awad sofort zur Moschee gelaufen sein, offenbar um zu helfen.
Auch er wurde auf dem Parkplatz tödlich getroffen.
Der Imam erklärte später, die Männer hätten ihr Leben geopfert, um die Menschen im Gebäude zu schützen.
Große Solidarität mit den Familien
Nach dem Anschlag setzte eine Welle der Anteilnahme ein.
Allein für die Familie von Amin Abdullah wurden innerhalb kurzer Zeit mehr als 1,8 Millionen Dollar an Spenden gesammelt.
Die Gemeinde bezeichnete die drei Männer als „Säulen der Gemeinschaft“.
In einer Erklärung hieß es:
„Ihr Verlust hinterlässt eine Lücke, die niemals vollständig geschlossen werden kann.“
Ermittlungen zu möglichem Hassverbrechen
Die Behörden untersuchen den Angriff weiterhin als mögliches Hassverbrechen gegen Muslime.
Der Anschlag hat in den USA erneut eine Debatte über:
- religiösen Hass,
- Gewalt gegen Minderheiten
- und die Sicherheit religiöser Einrichtungen ausgelöst.
Besonders erschütternd wirkt dabei die Tatsache, dass offenbar Menschen starben, die versuchten, andere zu schützen.
Eine Gemeinde unter Schock
Für die muslimische Gemeinschaft in San Diego bleibt die Tat ein tiefer Einschnitt.
Aus einem Ort des Gebets und der Gemeinschaft wurde innerhalb weniger Minuten ein Tatort.
Zurück bleiben Trauer, Fassungslosigkeit — und die Erinnerung an drei Männer, die nach Darstellung der Gemeinde bis zuletzt versuchten, andere Menschen zu retten.
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