Die USA und Iran stehen nach Angaben aus Verhandlungskreisen offenbar kurz vor einer Vereinbarung zur Beendigung des Iran-Krieges. Wie CNN unter Berufung auf regionale Quellen berichtet, soll ein kurzes Memorandum vorbereitet werden, das zunächst das Ende der Kampfhandlungen festschreibt und anschließend eine neue Verhandlungsphase einleitet.
Im Weißen Haus wächst vorsichtiger Optimismus. Pakistanische Vermittler hätten Washington signalisiert, dass sich Teheran kompromissbereiter zeige. Gleichzeitig warnen US-Regierungsvertreter davor, die Lage zu früh als Durchbruch zu bewerten. Bereits mehrfach seien Gespräche in letzter Minute gescheitert.
US-Präsident Donald Trump setzt offenbar auf eine drastische Vereinfachung der Verhandlungen. Ziel sei es, moderatere Kräfte innerhalb der iranischen Führung wieder an den Tisch zu bringen. Schwierige Fragen sollen später geklärt werden.
Trump sprach am Mittwoch von „sehr guten Gesprächen“ mit Iran innerhalb der vergangenen 24 Stunden.
Einseitiges Papier statt großer Friedensvertrag
Im Zentrum der Gespräche steht laut CNN ein nur einseitiges Dokument. Dieses soll offiziell das Ende des Krieges erklären und gleichzeitig eine 30-tägige Verhandlungsfrist für offene Streitpunkte schaffen.
Dazu gehören:
- das iranische Atomprogramm,
- die Freigabe eingefrorener iranischer Vermögenswerte,
- die Zukunft der Straße von Hormus,
- sowie Sicherheitsgarantien für den internationalen Schiffsverkehr.
Iran will seine Antwort auf den Vorschlag laut Verhandlungskreisen am Donnerstag über pakistanische Vermittler übermitteln.
Uranprogramm bleibt zentraler Streitpunkt
Besonders heikel bleibt die Frage der Urananreicherung. Laut CNN soll Iran einer längeren Aussetzung der Urananreicherung zustimmen. Diskutiert werde ein Zeitraum von mehr als zehn Jahren. Frühere US-Forderungen hatten sogar eine Pause von 20 Jahren vorgesehen.
Außerdem verlangen die USA offenbar weiterhin, dass Iran seine Bestände hochangereicherten Urans außer Landes schafft.
Trump erklärte gegenüber PBS News, Teheran müsse das Material an die Vereinigten Staaten übergeben und zusichern, unterirdische Nuklearanlagen nicht weiter zu betreiben.
Genau dieser Punkt hatte allerdings bereits frühere Gespräche scheitern lassen. Vor allem die Forderung nach einer Übergabe des Urans an die USA gilt innerhalb der iranischen Führung als hochumstritten.
Pakistan als neuer Vermittler
Eine Schlüsselrolle übernimmt inzwischen Pakistan. Dort hatten zuletzt Gespräche zwischen US-Vizepräsident JD Vance, Sondergesandtem Steve Witkoff und iranischen Vertretern stattgefunden.
Nach Angaben amerikanischer Regierungsvertreter waren diese Gespräche zunächst an internen Machtkämpfen innerhalb der iranischen Führung gescheitert.
Nun scheint Islamabad erneut als Vermittler aktiv zu sein.
Trump stoppt „Project Freedom“
Die neuen diplomatischen Signale führten offenbar auch dazu, dass Trump die erst kurz zuvor gestartete Militärmission „Project Freedom“ überraschend aussetzte.
Das Projekt sollte blockierte Handelsschiffe durch die Straße von Hormus eskortieren. Außenminister Marco Rubio hatte zuvor erklärt, die frühere Militäraktion „Operation Epic Fury“ sei beendet und der Fokus liege nun vollständig auf der Sicherung der Schifffahrtsroute.
Hinter den Kulissen soll jedoch die Sorge gewachsen sein, dass die aggressive Militärstrategie vor allem die Hardliner in Teheran gestärkt habe.
Neue Drohungen aus Washington
Trotz der laufenden Gespräche verschärfte Trump erneut den Ton gegenüber Iran. Auf seiner Plattform Truth Social schrieb er, falls Teheran keiner Vereinbarung zustimme, würden die Bombardierungen „auf höherem Niveau und mit größerer Intensität“ wieder beginnen.
Gleichzeitig betonte der Präsident, sein wichtigstes Ziel sei weiterhin ein diplomatischer Ausweg aus dem Krieg sowie die schnelle Wiederöffnung der Straße von Hormus.
Ob daraus tatsächlich ein belastbarer Frieden entsteht, bleibt offen. Noch immer stehen zentrale Konflikte ungelöst im Raum – vom Atomprogramm bis zur geopolitischen Kontrolle über eine der wichtigsten Handelsrouten der Welt.
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