Ein 25-jähriger Bauarbeiter aus Alabama verklagt die Trump-Regierung, nachdem er von Einwanderungsbehörden gleich zweimal innerhalb von drei Wochen festgenommen wurde – obwohl er einen gültigen REAL ID-Ausweis und die US-Staatsbürgerschaft besitzt.
Die Klage wirft den Behörden vor, Menschen aufgrund von Hautfarbe, Herkunft oder Beruf zu verdächtigen und damit selbst US-Bürger zu terrorisieren.
Festnahme auf der Baustelle
Am 21. Mai arbeitete Leonardo Garcia Venegas auf einer Baustelle in Foley, als fünf maskierte ICE-Agenten in Tarnkleidung das Gelände stürmten. Laut Klageschrift liefen sie an weißen und schwarzen Arbeitern vorbei und griffen gezielt die fünf Latino-Bauarbeiter heraus.
Garcia Venegas filmte den Einsatz mit seinem Handy. Ein Agent stieß ihn zu Boden, durchsuchte ihn und fand seinen REAL ID – einen Ausweis, der nur US-Bürgern oder legalen Einwohnern ausgestellt wird. Die Beamten behaupteten, das Dokument sei gefälscht, und hielten ihn über eine Stunde fest. Erst danach gaben sie zu, dass sein Ausweis echt war, und ließen ihn gehen.
Zweite Festnahme im Haus
Kaum zwei Wochen später wiederholte sich das Szenario: Am 12. Juni arbeiteten ICE-Agenten ohne Haftbefehl in einem Rohbau, in dem Garcia Venegas gerade tätig war. Sie führten ihn ab, obwohl er erneut seinen gültigen Ausweis vorlegte. Diesmal dauerte die Festnahme rund 30 Minuten.
Regierung weist Vorwurf zurück
Das Heimatschutzministerium (DHS) wies die Vorwürfe entschieden zurück. Tricia McLaughlin, stellvertretende Ministerin, erklärte: „DHS vollzieht das Einwanderungsrecht ohne Angst, Gunst oder Vorurteil. Entscheidend ist allein, ob jemand illegal im Land ist – nicht Hautfarbe oder Herkunft.“
Für Garcia Venegas ist die Sache klar: „Es ist Rassismus. Wir Latinos mit dunkler Haut müssen immer wieder beweisen, dass wir Amerikaner sind – und selbst ein REAL ID reicht nicht.“
Folgen für die Wirtschaft
Die anhaltenden Razzien verunsichern inzwischen auch die lokale Wirtschaft. Grace Resendez McCaffery, Herausgeberin einer spanischsprachigen Zeitung in Alabama, berichtet: „Selbst US-Bürger mit hispanischem Hintergrund fürchten, zur Arbeit zu gehen. Sie riskieren, wie Verdächtige behandelt und festgenommen zu werden.“
Garcia Venegas fordert nun nicht nur Schadenersatz, sondern auch ein richterliches Verbot jener ICE-Methoden, die nach seiner Auffassung auf rassistischer Profilerstellung beruhen. „Ich klage, weil es nicht richtig ist, was sie mir angetan haben – und weil es niemand anderem passieren soll“, sagte er.
Kommentar hinterlassen