London erlebt derzeit politisches Kabarett auf höchstem Niveau – unfreiwillig, versteht sich. Ein frisch gefeuerter Spitzenbeamter packt aus, und plötzlich wirkt das britische Regierungsgeschäft wie eine Mischung aus Blind Date und Behördenlotterie.
Im Zentrum des Dramas: ein Botschafter, der offenbar so gründlich überprüft wurde wie ein Regenschirm im britischen Sommer – also gar nicht. Laut dem inzwischen geschassten Beamten habe man sich gedacht: „Ach, Sicherheitscheck? Wird schon passen.“ Spoiler: Hat es offenbar nicht.
Der Premier gibt sich derweil überrascht. Niemand habe ihm gesagt, dass es Bedenken gab. Übersetzt heißt das wohl: „Ich hätte es gern gewusst, aber bitte nur, wenn es mir politisch hilft.“ Seine Mitarbeiter wiederum schauen betreten auf ihre Schuhe und denken sich vermutlich: „Das war jetzt aber nicht Teil des Jobprofils.“
Besonders charmant: Der Kandidat galt intern als „Grenzfall“. In der Praxis heißt das offenbar: „Eigentlich nein – aber wir drücken mal beide Augen zu und hoffen, dass niemand fragt.“ Hat ja hervorragend funktioniert.
Der entlassene Beamte erzählt nun von „starkem Druck“ aus dem Umfeld des Premiers. Natürlich widerspricht Downing Street sofort: Das sei kein Druck gewesen, sondern lediglich… sagen wir… eine sehr motivierende Form der Nachfrage. Quasi politisches Yoga: maximaler Stretch bei minimaler Verantwortung.
Und dann ist da noch das Detail mit den fragwürdigen Bekanntschaften des Ex-Botschafters – ein Thema, das man offenbar lieber unter „wird schon keiner merken“ abgelegt hat. Dumm nur, dass es jetzt doch jemand gemerkt hat. Mehrere sogar.
Die Opposition reibt sich derweil die Hände und spricht von einem „verheerenden“ Vorgang. Übersetzt: politisches Weihnachten im Frühling.
Bleibt die Frage: Wie konnte das alles passieren? Die Antwort liefert die britische Regierung quasi selbst – mit einem System, in dem niemand verantwortlich ist, solange alles gut geht. Und wenn nicht, dann war es… nun ja… jemand anderes.
Man darf gespannt sein, wer als Nächstes „überraschend“ von nichts gewusst hat.
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