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UNESCO adelt Ludwigs Märchenschlösser – und nur, weil Markus Söder endlich locker ließ

jplenio (CC0), Pixabay
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Es ist vollbracht: Die UNESCO hat die prunkvollen Schlösser von Bayerns Märchenkönig Ludwig II. offiziell zum Weltkulturerbe erklärt. Neuschwanstein, Herrenchiemsee, Linderhof und sogar das charmant-verrückte Königshaus am Schachen dürfen sich nun mit dem ganz großen Etikett schmücken – und das, obwohl sie weder im alten Rom stehen noch von Aliens gebaut wurden.

Doch hinter den Kulissen wurde mit härteren Bandagen gekämpft als beim Watzmannlauf in Tracht. Über 25 Jahre lang wurde der Antrag vorbereitet, gestoppt, überarbeitet – und immer wieder von einem Mann in die Länge gezogen: Markus Söder, der bayerische Ministerpräsident, der schlicht nicht akzeptieren wollte, dass es für Weltkulturerbe mehr braucht als rhetorisches Pathos, Eichenholzverkleidung und einen Stuhlkreis im Maximilianeum.

Söder hatte bis zuletzt darauf bestanden, sämtliche Regierungserklärungen bayerischer Ministerpräsidenten ebenfalls als Weltkulturerbe anzuerkennen. „Wenn das Schloss Neuschwanstein ein Meisterwerk der Baukunst ist, dann ist meine Regierungserklärung von 2022 ein Meisterwerk der politischen Lyrik“, soll er in vertraulicher Runde geäußert haben. Der Titel: „Bayern zuerst, dann der Rest – ein Heimatmanifest in vier Akten“.

UNESCO-Delegierte sprachen intern von „kulturellem Hochdruck“, „Verwirrung über Genregrenzen“ und einem Söder, der wiederholt PowerPoint-Präsentationen mit Slides wie „Neuschwanstein vs. Neusprech“ einforderte.

Doch nun ist der Knoten geplatzt. Söder verzichtete – „aus staatsmännischer Größe“, wie er selbst sagte – auf die Anerkennung seiner Reden als Weltwunder, wodurch der Weg endlich frei wurde für die Königsschlösser.

UNESCO-Kommissionsmitglied Jean-Luc Lefevre fasste es auf der Sitzung in Paris trocken zusammen:
„Wir sind froh, dass wir nun Ludwigs Fantasien ehren können – und nicht Söders.“

Maria Böhmer von der Deutschen UNESCO-Kommission lobte die Schlösser als „architektonische Meisterwerke voller Exzentrik“. Wobei einige Besucher nun rätseln, ob sie damit nicht doch versehentlich Söders Auftritte im Dirndl gemeint haben.

Tourismusverbände in Bayern jubeln. Über 1,7 Millionen Menschen haben die Schlösser letztes Jahr besucht – nun rechnet man mit noch mehr Andrang. Einziger Wermutstropfen: Söder plant angeblich bereits eine „Schlossführung mit politischen Einwürfen“, bei der er in historischer Rüstung durch Neuschwanstein reitet und über die CSU-Verdienste für die Kultur philosophiert.

Aber immerhin: Die Schlösser sind Weltkulturerbe. Und Söders Reden bleiben, wo sie hingehören – im bayerischen Landtagsarchiv.

Bis auf Weiteres.


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