Der Krieg in der Ukraine dauert inzwischen fünf Jahre – und mit ihm die humanitäre Krise. Rund 3,7 Millionen Menschen sind im eigenen Land auf der Flucht. Besonders betroffen: Alleinerziehende, ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen. Für viele bleibt die Zukunft ungewiss.
Flucht, Verlust, Neubeginn
In Wojnyliw, Westukraine, lebt die 88-jährige Valentina nach ihrer Flucht aus Cherson. Eine Granate traf ihre Küche – sie überlebte, zog später freiwillig ins Landesinnere. „Ich vermisse Cherson, möchte zurück – aber vielleicht wird das nie passieren“, sagt sie. Ähnlich ergeht es Hunderttausenden.
In Einrichtungen wie denen der Caritas Spes in Winnyzja finden viele Schutz. Mütter mit Kindern, Senioren, Verwundete. Doch ihre Geschichten eint die Zerrissenheit zwischen Vergangenheit und Überleben im Jetzt.
Rückkehr ungewiss, Integration schwierig
Laut einer Umfrage der Internationalen Organisation für Migration wissen 25 % der Vertriebenen nicht, wie es für sie weitergeht. Nur ein Drittel plant Integration am neuen Ort. Hoffnung auf Rückkehr haben vor allem Ältere – viele allerdings kaum Perspektiven.
Wohnen, Arbeiten, Überleben
Die Wohnungssuche bleibt schwierig: Laut UNHCR wurden 13 % aller Gebäude im Land beschädigt oder zerstört. Hilfsprogramme decken nur einen Bruchteil des Bedarfs. In Kiew kamen auf über 2.800 Anträge für temporären Wohnraum nur 115 Zusagen.
Auch finanziell ist die Lage prekär. Besonders Frauen verfügen laut Umfragen oft nur über Mittel für das Nötigste. Größere Ausgaben sind für viele unmöglich.
Humanitäre Hilfe unter Druck
Die Caritas Spes in Winnyzja unterstützt aktuell 75 Bedürftige – doch die Finanzierung ist unsicher. Direktor Jewhen Markewytsch warnt: „Unsere Aufgaben wachsen, aber die Mittel reichen nicht.“
Ein Ende der Flucht ist nicht absehbar: Allein im November 2025 mussten 48.000 Menschen ihre Heimatorte verlassen – vor allem im Donbas, wo die Kämpfe anhalte
Kommentar hinterlassen