Startseite Allgemeines Ukraine: Binnenvertriebene zwischen Hoffnung und Ungewissheit
Allgemeines

Ukraine: Binnenvertriebene zwischen Hoffnung und Ungewissheit

jorono (CC0), Pixabay
Teilen

Der Krieg in der Ukraine dauert inzwischen fünf Jahre – und mit ihm die humanitäre Krise. Rund 3,7 Millionen Menschen sind im eigenen Land auf der Flucht. Besonders betroffen: Alleinerziehende, ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen. Für viele bleibt die Zukunft ungewiss.

Flucht, Verlust, Neubeginn

In Wojnyliw, Westukraine, lebt die 88-jährige Valentina nach ihrer Flucht aus Cherson. Eine Granate traf ihre Küche – sie überlebte, zog später freiwillig ins Landesinnere. „Ich vermisse Cherson, möchte zurück – aber vielleicht wird das nie passieren“, sagt sie. Ähnlich ergeht es Hunderttausenden.

In Einrichtungen wie denen der Caritas Spes in Winnyzja finden viele Schutz. Mütter mit Kindern, Senioren, Verwundete. Doch ihre Geschichten eint die Zerrissenheit zwischen Vergangenheit und Überleben im Jetzt.

Rückkehr ungewiss, Integration schwierig

Laut einer Umfrage der Internationalen Organisation für Migration wissen 25 % der Vertriebenen nicht, wie es für sie weitergeht. Nur ein Drittel plant Integration am neuen Ort. Hoffnung auf Rückkehr haben vor allem Ältere – viele allerdings kaum Perspektiven.

Wohnen, Arbeiten, Überleben

Die Wohnungssuche bleibt schwierig: Laut UNHCR wurden 13 % aller Gebäude im Land beschädigt oder zerstört. Hilfsprogramme decken nur einen Bruchteil des Bedarfs. In Kiew kamen auf über 2.800 Anträge für temporären Wohnraum nur 115 Zusagen.

Auch finanziell ist die Lage prekär. Besonders Frauen verfügen laut Umfragen oft nur über Mittel für das Nötigste. Größere Ausgaben sind für viele unmöglich.

Humanitäre Hilfe unter Druck

Die Caritas Spes in Winnyzja unterstützt aktuell 75 Bedürftige – doch die Finanzierung ist unsicher. Direktor Jewhen Markewytsch warnt: „Unsere Aufgaben wachsen, aber die Mittel reichen nicht.“

Ein Ende der Flucht ist nicht absehbar: Allein im November 2025 mussten 48.000 Menschen ihre Heimatorte verlassen – vor allem im Donbas, wo die Kämpfe anhalte

 

Kommentar hinterlassen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Kategorien

Ähnliche Beiträge
Allgemeines

Hunderte Unternehmen in Minnesota schließen aus Protest gegen ICE-Präsenz

Hunderte Geschäfte in Minnesota blieben am Freitag geschlossen, während tausende Menschen trotz...

Allgemeines

Frauen heimlich für TikTok gefilmt – und anschließend online belästigt

Als Dilara, 21, in ihrer Mittagspause in einem Londoner Geschäft stand, kam...

Allgemeines

FBI-Agentin tritt nach umstrittener ICE-Schießerei in Minneapolis zurück

Die FBI-Agentin, die ursprünglich mit der Untersuchung der tödlichen Schüsse eines ICE-Beamten...

Allgemeines

Ehemaliger Olympia-Snowboarder und FBI-Top-Fahndungsziel Ryan Wedding festgenommen

Ein ehemaliger kanadischer Olympia-Snowboarder, der laut Ermittlern zu den größten Kokainhändlern Nordamerikas...