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Die russische Armee versucht nach ukrainischen Angaben um jeden Preis, die strategisch wichtige Stadt Sjewjerodonezk in der Ostukraine einzunehmen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj räumte in seiner Ansprache in der Nacht zum Donnerstag ein, dass in dem Frontabschnitt „der Feind in Bezug auf die Ausrüstung und die Anzahl der Soldaten deutlich überlegen“ sei. Die eigenen Streitkräfte hielten der „äußerst gewalttätigen Offensive“ jedoch noch stand.

Scholz: Putin hat alle strategischen Ziele verfehlt

Russlands Präsident Wladimir Putin ist nach Ansicht des deutschen Kanzlers Olaf Scholz beim Angriff auf die Ukraine bereits gescheitert. „Schon jetzt hat er all seine strategischen Ziele verfehlt“, sagt Scholz auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos. „Eine Einnahme der gesamten Ukraine durch Russland scheint heute weiter entfernt als noch zu Beginn des Krieges.“

Zudem werde die NATO um Schweden und Finnland erweitert. Putin habe die Geschlossenheit der EU, der G-7 und der NATO unterschätzt. Die Brutalität des russischen Kriegs habe zudem die Ukrainerinnen und Ukrainer als Nation enger zusammengeschweißt als je zuvor. „Putin darf seinen Krieg nicht gewinnen. Und ich bin überzeugt: Er wird ihn nicht gewinnen“, so der deutsche Kanzler.

Türkei: Verhandeln über Korridor für ukrainische Getreideexporte

Die Türkei berät nach eigenen Angaben über einen möglichen Korridor für eine Ausfuhr ukrainischen Getreides über ihr eigenes Territorium. „Die Türkei verhandelt sowohl mit Russland als auch mit der Ukraine über den Export von Getreide aus der Ukraine“, sagt ein hochrangiger türkischer Beamter. Die Schwarzmeerhäfen der Ukraine sind seit dem Einmarsch Russlands im Februar blockiert, und mehr als 20 Millionen Tonnen Getreide stecken in ukrainischen Lagern fest.

Angriff auf Lyssytschansk in Region Luhansk

In der ostukrainischen Stadt Lyssytschansk hat russischer Artilleriebeschuss mehrere Häuser, Hotelanlagen, Fahrzeuge und ein humanitäres Hilfszentrum beschädigt. Nach Angaben des ukrainischen Militärs treiben die russischen Streitkräfte ihre Großoffensive im Donbas voran.

IWF: Lebensmittelpreise stürzen Länder in Krise

Durch die als Folge des Ukraine-Krieges gestiegenen Nahrungsmittelpreise auf den Weltmärkten geraten immer mehr Länder nach Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Schwierigkeiten. „Inzwischen haben fast 30 Länder wegen der Nahrungsmittelpreise Probleme mit ihrer Zahlungsbilanz bekommen“, sagt IWF-Chefin Kristalina Georgiewa dem „Spiegel“.

„Einige von ihnen haben uns um Unterstützung gebeten. Ihnen helfen wir mit einem speziellen Fonds für arme Länder zu null Prozent Zinsen.“ Zudem werde geprüft, was internationale Institutionen tun könnten, um die Nahrungsmittelproduktion effizienter zu machen: „Wir müssen das Angebot ausweiten.“

OSZE klagt erneut über Haft von Mitarbeitern

Einen Monat nach Bekanntgabe der endgültigen Schließung der OSZE-Sonderbeobachtermission (SMM) in der Ukraine beklagen der polnische Außenminister und der amtierende OSZE-Vorsitzende Zbigniew Rau sowie OSZE-Generalsekretärin Helga Maria Schmid in einer Aussendung, dass vier lokale SMM-Mitarbeiter in Donezk und Luhansk weiter in Haft sind. Wochenlange Bemühungen der Organisation, die Freilassung der Festgenommenen zu erwirken, sind somit bisher gescheitert.

„Unsere verhafteten Kollegen werden ungerechtfertigt festgehalten und müssen sofort freigelassen werden“, erklärt OSZE-Generalsekretärin Schmid. Sie klagt zudem über „zunehmend empörende Vorwürfe“ gegen Mitarbeiter der nun eingestellten Mission, ließ gleichzeitig aber die Rolle von Russland unerwähnt. Bereits im April hatte der russische Vertreter bei der OSZE in Wien, Aleksandr Lukaschewitsch, von einer „möglichen Beteiligung einer Reihe von SMM-Mitarbeitern in Spionage für die Ukraine“ gesprochen.

Kämpfe um letzte freie Straße nach Sjewjerodonezk

Der Gouverneur von Luhansk, Serhij Gajdaj, dementiert Meldungen, wonach eine wichtige Verbindungsstraße zwischen den ukrainisch kontrollierten Gebieten im Osten des Landes von den russischen Streitkräften blockiert worden sei. „Luhansk ist nicht abgeschnitten worden“, sagt er.

Die Straße von Bachmut nach Sjewjerodonezk sei zwar unter Beschuss geraten, humanitäre Hilfe komme aber immer noch durch. Die Stadt Sjewjerodonezk stehe rund um die Uhr unter Beschuss, so Gajdaj. Nehmen die russischen Truppen die Straße ein, wäre Sjewjerodonezk eingekesselt. Beobachter erwarten dann ein ähnliches Schicksal der Stadt wie in Mariupol.

Russland erwartet starken Rückgang der Ölförderung

Russlands Ölproduktion wird nach Einschätzung von Vizeministerpräsident Alexander Nowak in diesem Jahr um bis zu 8,4 Prozent schrumpfen. Nach 524 Millionen Tonnen im vergangenen Jahr dürften es 2022 noch 480 bis 500 Millionen Tonnen werden, sagt Nowak laut der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Ria.

Die Prognose könne sich je nach Situation noch ändern. Das Wirtschaftsministerium erwartet in seinem Basisszenario einen Rückgang um 9,3 Prozent auf rund 475 Millionen Tonnen. „Ich denke, der Rückgang wird viel geringer sein“, sagt Nowak. „Es gab nur einen Monat mit einem Rückgang von mehr als einer Million Barrel pro Tag, was jetzt nicht so tief ist. Ich denke also, dass es in Zukunft eine Erholung geben wird.“

GB: Große Verluste bei russischen Luftlandetruppen

Das britische Verteidigungsministerium widmet sich in seinem täglichen Bericht heute den russischen Luftlandetruppen (VDV). Seit Beginn der Invasion seien diese „an mehreren bemerkenswerten taktischen Fehlschlägen beteiligt“ gewesen, schreibt das Ministerium. Dazu gehöre gleich zu Kriegsbeginn der versuchte Vorstoß auf Kiew über den Flugplatz Hostomel.

Die Truppen seien bei Operationen eingesetzt worden, für die schwerere gepanzerte Infanterie geeignet gewesen wäre. Daher hätten die Einheiten schwere Verluste erlitten. Und weiter: „Ihre gemischte Leistung spiegelt wahrscheinlich ein strategisches Missmanagement dieser Fähigkeit und Russlands Unvermögen wider, die Luftüberlegenheit zu sichern.“
8.38 Uhr
Anführer in Donezk fordert rascheren russischen Militäreinsatz

Der Anführer der prorussischen Separatistenregion Donezk, Denis Puschilin, fordert eine Beschleunigung des russischen Militäreinsatzes im Donbas. Die ukrainische Regierung habe die Wasserversorgung wichtiger Städte im Norden der Region blockiert, sagt er der russischen Nachrichtenagentur RIA Nowosti zufolge. Daher müsse der Einsatz der russischen Truppen vorangetrieben werden.

8.000 ukrainische Kriegsgefangene in Luhansk und Donezk

In den von Russland unterstützten Separatistengebieten Luhansk und Donezk im Osten der Ukraine werden einem Bericht der russischen Nachrichtenagentur TASS zufolge rund 8.000 ukrainische Kriegsgefangene festgehalten. „Es gibt viele Gefangene“, zitiert TASS den Vertreter der selbst ernannten und international nicht anerkannten Volksrepublik Luhansk, Rodion Miroschnik. „Natürlich gibt es mehr von ihnen auf dem Territorium der Volksrepublik Donezk, aber wir haben auch genug, und jetzt liegt die Gesamtzahl irgendwo in der Größenordnung von 8.000. Das ist viel, und buchstäblich Hunderte kommen jeden Tag hinzu.“

Ukraine: Russische Angriffe auf 40 Städte im Donbas

Nach Angaben des ukrainischen Militärs treiben die russischen Streitkräfte ihre Großoffensive im Donbas voran. „Die Besatzer beschossen mehr als 40 Städte in den Regionen Donezk und Luhansk und zerstörten oder beschädigten 47 zivile Einrichtungen, darunter 38 Häuser und eine Schule. Infolge dieses Beschusses starben fünf Zivilisten und zwölf wurden verwundet“, teilen die ukrainischen Streitkräfte auf Facebook mit.
DSurch Beschuss zerstörtes Gebäude in Kramatorsk.

Die ukrainische Armee habe zehn feindliche Angriffe abgewehrt, vier Panzer und vier Drohnen zerstört und 62 „feindliche Soldaten“ getötet. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagt, die russischen Truppen seien in einigen Teilen des Ostens „zahlenmäßig weit überlegen“.

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