Ein schweres Erdbeben der Stärke 7,4 hat Indonesien erschüttert und in mehreren Regionen Panik ausgelöst. Das Beben traf am frühen Donnerstagmorgen die Molukkensee nahe dem Zentrum des Archipels, wie die US-Erdbebenwarte USGS mitteilte. Zunächst war sogar eine Stärke von 7,8 gemessen worden. Das Epizentrum lag rund 120 Kilometer von der Stadt Ternate entfernt.
Zeitweise herrschte Tsunami-Alarm für Teile Indonesiens, der Philippinen und Malaysias. Die Warnungen wurden jedoch wenige Stunden später wieder aufgehoben. Eine größere Flutwelle blieb nach bisherigen Erkenntnissen aus.
In den betroffenen Regionen berichten Augenzeugen von chaotischen Szenen. In der Stadt Manado wurde ein Krankenhaus nach dem Beben hastig evakuiert, Patienten und Personal suchten im Freien Schutz. Teile des Gebäudes wurden beschädigt, Notbehandlungen fanden teils auf Parkplätzen statt. „Alle standen draußen zusammen, einige im Rollstuhl, andere halfen sich gegenseitig“, schilderte eine Betroffene.
Auch aus anderen Städten wie Ternate und Bitung werden starke Erschütterungen gemeldet. Bewohner berichten, Wände hätten „heftig gewackelt“, Möbel seien verrückt worden, vielerorts seien Menschen in Panik auf die Straßen gelaufen. Einige verließen ihre Häuser überstürzt, teils sogar mitten im Alltag.
Die Schäden scheinen bislang begrenzt, doch die Lage bleibt unübersichtlich. Nach offiziellen Angaben kam mindestens eine 70-jährige Frau ums Leben, als Trümmer auf sie stürzten. Zudem wurden Verletzte gemeldet, unter anderem nach Sprüngen aus Gebäuden. Bilder zeigen beschädigte Sportanlagen, gesplitterte Fensterscheiben und Risse in Gebäuden.
Nach dem Hauptbeben registrierten die Behörden mehrere Nachbeben, weitere könnten folgen. Die Bevölkerung wurde aufgefordert, Küstenregionen und gefährdete Gebiete vorerst zu meiden.
Die Molukkensee gilt als seismisch hochaktive Zone. Dass es immer wieder zu starken Erdbeben kommt, ist bekannt – doch viele Bewohner berichten, die Intensität dieses Bebens habe selbst erfahrene Anwohner überrascht.
Trotz der zunächst dramatischen Lage scheint ein noch größeres Unglück vorerst ausgeblieben zu sein. Die Behörden beobachten die Situation weiter genau.
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