Wer hätte das gedacht? Kaum zurück im Oval Office, und schon zeigt Donald Trump, dass er wirklich keine Zeit verlieren will – oder vielleicht auch einfach nur eine sehr gut vorbereitete Checkliste abarbeitet. „Project 2025“ klingt nach einem dystopischen Sci-Fi-Blockbuster, ist aber in Wahrheit ein handfestes Drehbuch für eine Exekutive, in der demokratische Spielregeln eher optional sind. Und obwohl Trump natürlich beteuert, „nichts damit zu tun“ zu haben, scheint seine Unterschrift unter den jüngsten Dekreten verdächtig genau diesem Masterplan zu folgen.
Wenn Trump „nichts damit zu tun“ hat…
Hinter „Project 2025 – Presidential Transition Project“ steckt die Heritage Foundation, eine stramm konservative Denkfabrik, deren Mitglieder größtenteils aus NGOs, Lobbyisten und Trump-Veteranen bestehen. Ihr Ziel: Die Macht des Präsidenten so weit auszubauen, dass er das Land per Dekret regieren kann – ganz ohne störenden Kongress oder unabhängige Institutionen. Eine kleine, aber feine Sammlung autoritärer Wunschträume also.
Und siehe da: Schon in den ersten Tagen nach seinem Amtsantritt unterschrieb Trump rund 53 Dekrete, von denen mindestens zwei Dutzend laut US-Medien erschreckende Ähnlichkeiten mit den „Empfehlungen“ des Thinktanks aufweisen. Aber natürlich nur Zufall!
Sicherheitsfreigaben? Nur für echte Trump-Fans!
Trumps erstes Meisterstück? Ein Dekret, das unter anderem John Bolton, seinen früheren Sicherheitsberater, aus dem Kreis der Geheimnisträger entfernt. Begründung? „Missbrauch des öffentlichen Vertrauens“ – eine elegante Umschreibung für „hat Trump widersprochen“. Bolton, der 2018 noch als Falke des Weißen Hauses galt, fiel in Ungnade, als er es wagte, öffentlich über Trumps Russland-Verbindungen zu spekulieren.
Spannend daran: Genau dieser Plan stand bereits in „Project 2025“. Der ehemalige Trump-Stabschef für Nachrichtendienste, Dustin J. Carmack, hatte bereits 2022 empfohlen, „Sicherheitsmitarbeiter zu entlassen, die ihre Vertrauensstellung missbraucht haben“. Ein Schelm, wer dabei an politisch motivierte Säuberungen denkt.
Diskriminierungsschutz? Überbewertet!
Auch der Schutz vor Diskriminierung am Arbeitsplatz fiel Trumps Feder zum Opfer. Lyndon B. Johnson hatte 1965 eine Anordnung zur Gleichbehandlung am Arbeitsplatz unterzeichnet – Trump fand, das sei nicht mehr zeitgemäß. Jonathan Berry, ein weiterer „Project 2025“-Stratege, hatte bereits empfohlen, diese „überflüssigen Schutzmaßnahmen“ zu streichen. Warum auch? Schließlich haben Unternehmen ja immer schon von selbst für Gleichberechtigung gesorgt… oder?
Gender? Nicht unter Donald!
Joe Biden hatte einen Rat für Geschlechterpolitik ins Leben gerufen, um die Rechte von Frauen und LGBTQ-Personen zu stärken. Trump ließ ihn – wenig überraschend – sofort auflösen. Begründung? Geschlecht gibt es nur in zwei Varianten: männlich und weiblich. Diskussion beendet.
Und ja, auch diese Maßnahme findet sich fast wortgleich in „Project 2025“. Russell Vought, ehemals Trumps Budgetdirektor, empfahl genau das: Den Gender-Rat verbieten, die Definition von Geschlecht auf „biologische Merkmale“ beschränken und alle Debatten zu diesem Thema schlicht abschaffen. Denn wer braucht schon moderne Wissenschaft oder Menschenrechte, wenn man Dekrete hat?
Fake News? Nein, nur alternative Wahrheiten!
Ein weiteres Highlight: Trump hat per Dekret beschlossen, dass die Regierung nicht länger gegen Fake News vorgeht. Das Argument? „Redefreiheit“. Kritiker sagen: Ein Freifahrtschein für Desinformation. Befürworter sagen: Endlich können Verschwörungstheorien wieder ungefiltert gedeihen.
Fun Fact: Auch dieses Dekret liest sich, als wäre es direkt aus „Project 2025“ kopiert worden. Dort forderte Gene Hamilton, ein ehemaliger Trump-Justizbeamter, dass die Regierung ihre Bemühungen gegen „Fehlinformationen“ und „Desinformation“ sofort einstellen müsse – schließlich könnte das ja die „freie Meinungsäußerung“ gefährden.
Internationale Organisationen? Ach, wer braucht die schon!
Trump hat offenbar genug von globaler Zusammenarbeit und zog sich ruckzuck aus der WHO, dem Pariser Klimaabkommen und der OECD-Mindestbesteuerung zurück. In „Project 2025“ wird die OECD übrigens als „linksgerichteter Thinktank“ bezeichnet – was für eine Überraschung, dass Trump hier aktiv wird!
Und wer noch nicht genug hat: Auch die WHO wird im Dokument als „Gefahr für Amerika“ beschrieben. Trump wiederum hält es für eine gute Idee, mit diesen „Gefahren“ aufzuräumen – nicht, dass die USA noch versehentlich in ein funktionierendes Gesundheitssystem investieren.
Und dann wäre da noch die Abschiebepolitik…
Man könnte meinen, Trump hätte sich einen besonderen Spaß daraus gemacht, möglichst viele Dekrete innerhalb kürzester Zeit durchzudrücken. Eine weitere Maßnahme: Die rigorose Abschiebepolitik. Und weil er dabei keine Kompromisse eingeht, bestrafte er vergangene Woche direkt Kolumbien mit Strafzöllen, weil das Land sich weigerte, abgeschobene Migranten zurückzunehmen.
„Project 2025“ hatte übrigens schon vorgeschlagen, Länder wirtschaftlich zu sanktionieren, die sich gegen Abschiebungen sträuben. Und Trump? Setzt es einfach in die Tat um.
Heritage Foundation: „Mission erfüllt“
Und was sagt die Heritage Foundation dazu? Nun ja, ihr ehemaliger Chef Paul Dans hat sich vor laufender Kamera kaum noch eingekriegt: „Das ist genau die Arbeit, die wir leisten wollten!“, sagte er am Mittwoch zu CNN.
Die Schnelligkeit und Tiefe der Dekrete sei ein klares Zeichen dafür, dass „Project 2025“ erfolgreich war. Dass Trump behauptet, nichts damit zu tun zu haben? Geschenkt. Der ehemalige Heritage-Foundation-Chef ist sich sicher: Das Drehbuch wurde perfekt umgesetzt.
Fazit: Die perfekte Tarnung für ein „Nicht-Projekt“
Also fassen wir zusammen:
✅ Trump unterschreibt ein Dekret nach dem anderen.
✅ Die Inhalte decken sich verblüffend mit „Project 2025“.
✅ Trump sagt, er habe damit „nichts zu tun“.
Klingt logisch, oder? Vielleicht glaubt er ja wirklich, dass all diese Ideen einfach von selbst in seinen Kopf geflattert sind. Oder – und das wäre die größere Überraschung – vielleicht hält er uns einfach alle für dumm genug, um den Zusammenhang nicht zu erkennen.
Aber hey – wenn Trump nichts mit „Project 2025“ zu tun hat, dann war die Mondlandung sicher auch nur ein Hollywood-Dreh. 🚀
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