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San Marino holt sich Boy George – vielleicht

RyanMcGuire (CC0), Pixabay
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Wenn ein Zwergstaat beim Eurovision Song Contest mitmacht, braucht er offenbar große Namen. San Marino hat sich deshalb für seinen Beitrag 2026 Verstärkung aus den 80ern geholt: Sängerin Senhit tritt mit dem Song „Superstar“ an – unterstützt von Pop-Ikone Boy George. Ob der Culture-Club-Frontmann im Mai tatsächlich in Wien auf der Bühne stehen wird, ist allerdings noch ein kleines Rätsel.

Boy George war in den 1980ern einer der auffälligsten Popstars der Welt: schrille Outfits, große Hits und gelegentliche Eskapaden inklusive. Beim Finale des San Marino Song Contest zeigte er sich allerdings eher zurückhaltend – er blieb der Bühne fern und war nur per Stimme und in Videoprojektionen dabei. Ganz im Sinne des Songtitels also: Superstar, aber mit etwas Abstand.

Der Song selbst ist klassischer ESC-Dance-Pop – viel Glanz, viel Glamour und jede Menge Selbstbewusstsein. Senhit erklärte dazu, es gehe um das Gefühl, sich selbst wie ein strahlender Superstar zu fühlen. Ob das auch für den Auftritt gilt, hängt vielleicht noch davon ab, ob Boy George Lust auf einen Ausflug nach Wien hat.

Hinter dem Song steckt zudem ein kleines Song-Contest-Profi-Team. Mitgeschrieben hat unter anderem Thomas Stengaard, der im ESC-Geschäft bestens bekannt ist. Er war etwa am dänischen Siegersong „Only Teardrops“ (2013) beteiligt und arbeitete auch an Österreichs Beitrag „We Will Rave“ von Kaleen (2024) mit. Dieses Jahr hat er gleich drei Eisen im Feuer – neben San Marino auch Songs für Großbritannien und Luxemburg.

Ob Boy George tatsächlich live auftaucht, bleibt trotzdem offen. Auf der offiziellen ESC-Website wird Senhit bisher ohne „feat.“ angekündigt. Allerdings hat San Marino mit solchen Überraschungen Erfahrung: 2021 trat Senhit mit „Adrenalina“ und US-Rapper Flo Rida an. Auch damals wusste bis kurz vor Schluss niemand, ob der Star wirklich erscheinen würde – er tat es schließlich doch.

Der große Erfolg blieb trotzdem aus: San Marino schaffte zwar den Einzug ins Finale, landete dort aber nur auf Platz 22 von 25.

Dass es für das kleine Land beim Song Contest traditionell schwierig ist, hat dort inzwischen fast schon System. Seit Beginn der Teilnahme gelingt es San Marino ziemlich zuverlässig, mit maximalem Aufwand minimalen Erfolg zu erzielen.

Im Land selbst sieht man das allerdings nicht nur als Pech, sondern auch als strukturelles Problem. Tourismusstaatssekretär Federico Pedini Amati beklagte zuletzt, dass Kleinstaaten beim Wettbewerb benachteiligt würden. „Das aktuelle Regelwerk benachteiligt Kleinstaaten massiv. Wir haben unsere Würde, die wir verteidigen wollen“, erklärte er der italienischen Zeitung Corriere Romagna.

Aufgegeben hat San Marino trotzdem nicht. Für die ESC-Auswahl 2026 organisierte der Mini-Staat kurzerhand eine gigantische Vorentscheidung. Rund 800 Acts aus 40 Ländern – von Afghanistan bis Mexiko – bewarben sich. Nach mehreren Auditions durften 240 vor der Jury auftreten, 40 schafften es in die Halbfinalshows im Fernsehen, und am Ende blieb ein Finale mit 20 Acts übrig.

Darunter auch Senhit – diesmal eben mit einem potenziellen Superstar im Gepäck. Ob Boy George tatsächlich nach Wien reist oder wieder nur virtuell vorbeischaut, bleibt eine der kleinen ESC-Spannungsfragen des Jahres.

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