Donald Trump hat mal wieder den Hulk in sich entdeckt. Diesmal trifft sein Wutausbruch ausgerechnet die eigene Fanbase – also die, die ihn noch nicht wegen UFOs, Impfstoffen oder goldenem Bitcoin-Papiergeld verlassen haben. Grund: Epstein. Ja, der Epstein.
Denn während halb Amerika „Wo ist die Client List?“ skandiert, ruft Trump lautstark: „Hoax! Blödsinn! Bullshit!“ – und zwar in Richtung der eigenen Anhänger. Die hätten sich von den „Lunatic Lefties“ ins Bällebad der Verwirrung ziehen lassen, so der Präsident. Seine Botschaft: Wer noch an eine Epstein-Verschwörung glaubt, ist „ein Schwächling“ – und darf sich künftig bitte einen anderen Populisten suchen.
MAGA gegen MAGA – das große Beben
Was als Verschwörungs-Content für Telegram begann, droht nun Trumps heilige MAGA-Koalition zu zerbröseln. Denn nicht nur Demokraten, sondern auch Republikaner wie Marjorie Taylor Greene, Mike Pence und Mike Johnson fordern mehr Transparenz zur Epstein-Akte. (Wobei der Begriff „Transparenz“ bei Trump eher als Schimpfwort gilt.)
Und während Trump noch auf Truth Social „Schwächling!“ brüllt, marschieren rechte Influencer mit großen DOJ-Ordnern durchs Weiße Haus, als hätten sie das Bundesarchiv geplündert. Darin: angeblich „Epstein Files – Phase 1“. Ob Phase 2 das Trump-Tagebuch in rosafarbenem Einhornleder enthält, ist bislang unklar.
Die „Client List“, die nicht da ist
Besonders pikant: Trumps Justizministerin Pam Bondi hatte einst angekündigt, dass eine Liste mit Epsteins „Kunden“ auf ihrem Schreibtisch liegt. Blöd nur, dass das Ministerium wenig später erklärte: Liste? Welche Liste? Bondi meinte „andere Dokumente“. Vielleicht eine Einkaufsliste?
Trump jedenfalls fühlt sich betrogen – aber nicht von Epstein, sondern von seinen Ex-Fans. Die wagten es, nachzufragen. Ein Unding. Schließlich sei seine Präsidentschaft laut eigener Aussage die „erfolgreichste in der Geschichte des Universums“ – und wer jetzt mit Epstein kommt, arbeite „für die Demokraten“. Also praktisch für den Teufel.
Kapitel „Special Counsel Maxwell“? Lieber nicht.
Ghislaine Maxwell, derzeit Epstein-Kumpanin und Vollzeit-Gefängnisinsassin, soll nach Wunsch von Boebert & Co. vor den Kongress gezerrt werden. Trump will davon aber nichts wissen: „Ich hab damit nichts zu tun.“ Das scheint sein neuer Lieblingssatz zu sein – gleich neben „Fake News“ und „Sieht aus wie ein loser“.
Fazit: Die Epstein-Akte spaltet das MAGA-Lager
Was bleibt: ein Präsident, der lieber beleidigt, als zu erklären. Eine Regierung, die eine Liste besitzt – oder auch nicht. Und eine Wählerschaft, die sich fragt: „Gehören wir dem Staat, oder gehört der Staat jetzt Donald Trump, Pam Bondi und einem Stapel verschlossener Aktenschränke?“
Oder, um es in Trumps Worten zu sagen:
„Ich will eure Unterstützung nicht mehr. Geht doch zu Sleepy Joe!“
Kommentar hinterlassen