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Trump trifft Xi: Zwischen Händedruck, Handelskrieg und Hormus-Krise

TheDigitalArtist (CC0), Pixabay
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Donald Trump erwartet offenbar diplomatische Wärme in Peking. „Vielleicht sogar eine große, dicke Umarmung“, raunen Beobachter in Washington halb ironisch über die bevorstehende Begegnung mit Chinas Staatschef Xi Jinping. Realistischer dürfte allerdings ein perfekt einstudierter Händedruck vor roten Fahnen werden – gefolgt von mehreren Stunden geopolitischem Kräftemessen.

Denn über dem Treffen schwebt vor allem ein Thema: der Krieg mit Iran und die blockierte Straße von Hormus.

Trump sucht Stabilität – und Geschäfte

Für Trump ist das Verhältnis zu Xi seit Jahren eine Mischung aus Rivalität, Bewunderung und Reality-Show-Diplomatie. Noch im Frühjahr nannte er Xi einen „großartigen Gentleman“ und „erstaunlichen Mann“. Gleichzeitig führt Washington einen wirtschaftlichen und strategischen Machtkampf gegen China, der längst sämtliche Ebenen erreicht hat – von Halbleitern bis Militärstützpunkten.

Im Weißen Haus hofft man nun auf eine kontrollierte Annäherung. Trump will Stabilität, zumindest solange sie amerikanischen Interessen nützt. Begleitet wird er dabei von einer ganzen Delegation prominenter Konzernchefs, darunter Elon Musk, Apple-Chef Tim Cook und Boeing-Manager Kelly Ortberg. Geplant sind neue Handels- und Kaufabkommen – also genau jene Art von „Deals“, die Trump außenpolitisch am liebsten präsentiert.

Iran wird zum Belastungstest

Das eigentliche Problem sitzt allerdings nicht in Peking, sondern in Teheran. China ist Irans wichtigster Handelspartner und profitiert trotz der Krise weiterhin vom Ölfluss aus der Region. Während die USA den Druck auf Iran erhöhen, versucht Peking offiziell Neutralität zu demonstrieren – und vermittelt gleichzeitig hinter den Kulissen.

Trump erklärte vor seiner Abreise, Xi sei in der Hormus-Krise „relativ gut“ gewesen. Eine Formulierung, die in Washington bereits als überraschend freundlich gilt.

Dennoch dürfte Trump versuchen, China stärker von Iran und Russland wegzuziehen – oder zumindest den Eindruck zu erzeugen, er könne das. Amerikanische Regierungsvertreter bestätigen, dass die Unterstützung Pekings für Moskau und Teheran ein zentrales Gesprächsthema sein wird.

Taiwan bleibt die rote Linie

Xi Jinping wiederum dürfte vor allem ein anderes Thema auf den Tisch legen: Taiwan.

Die USA haben milliardenschwere Waffenlieferungen an die Insel genehmigt. China betrachtet Taiwan jedoch als eigenes Territorium und reagiert zunehmend aggressiv auf amerikanische Unterstützung.

Trump deutete zuletzt an, über künftige Waffenlieferungen „reden“ zu wollen – ein Satz, der in Taipeh und Washington gleichermaßen Nervosität auslöste. Ehemalige Sicherheitsberater halten es allerdings für unwahrscheinlich, dass Trump die amerikanische Taiwan-Politik tatsächlich grundlegend verändert. Wahrscheinlicher sei, dass er bewusst Unsicherheit erzeugt, um Xi unter Druck zu setzen.

Freundschaft mit Sicherheitsabstand

Das Treffen zeigt einmal mehr Trumps besondere Außenpolitik: persönliche Chemie als strategisches Werkzeug. Er spricht über Xi oft fast freundschaftlich – während beide Staaten gleichzeitig immer tiefer in geopolitische Konkurrenz geraten.

Denn hinter den höflichen Bildern wächst die Sorge vor einer direkten Konfrontation. Im Pentagon wird inzwischen offen diskutiert, ob die militärischen Ressourcen der USA durch den Iran-Krieg bereits so stark gebunden sind, dass Amerika im Ernstfall gegenüber China geschwächt wäre.

Trump formulierte seine Logik vor der Reise ungewöhnlich offen: Er wolle ein gutes Verhältnis zu Xi – „weil ich nicht will, dass so etwas passiert“.

Mit anderen Worten: Die Männer lächeln für die Kameras. Aber beide wissen, wie viel auf dem Spiel steht.

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