Amy Coney Barrett, einst von Donald Trump selbst als Supreme-Court-Richterin auf den Thron gehoben, ist nun das neueste Feindbild seiner lautesten Anhänger. Ihr Verbrechen? Sie hat sich erdreistet, in einem einzigen Fall nicht genau das zu tun, was Trump wollte.
Von Trump nominiert – jetzt von MAGA verraten
Der Aufschrei begann, als Barrett gemeinsam mit Oberster-Richter John Roberts und den liberalen Richtern entschied, dass die Trump-Regierung Zahlungen an ausländische Hilfsorganisationen nicht einfach einbehalten darf.
Für Trump-Fans ein glasklarer Verrat.
Jack Posobiec, ein konservativer Kommentator, stempelte Barrett sofort als Produkt einer „republikanischen DEI-Quote“ ab. Schließlich sei sie nur gewählt worden, weil Trump nach dem Tod von Ruth Bader Ginsburg eine Frau nominieren wollte.
Mike Davis, ein konservativer Aktivist, setzte noch einen drauf und erklärte, Barrett sei einfach „eine verwirrte Jura-Professorin mit dem Kopf in ihrem eigenen Hintern“. Feinsinnige juristische Analyse at its best.
„Als Frau schäme ich mich, sie unterstützt zu haben“
Auch Trump-Anhängerin Amy Kremer, die 2021 das berüchtigte Pro-Trump-Rallye vor dem Kapitol mitorganisierte, fühlt sich betrogen:
„Sie ist die größte Enttäuschung im Supreme Court.“
„Als Frau schäme ich mich, sie je unterstützt zu haben.“
Lange Zeit war Barrett für konservative Kreise ein Aushängeschild für Trumps Erfolg bei der Umgestaltung des Obersten Gerichts. Doch nun wird sie von Trump-Loyalisten behandelt, als hätte sie in einer Werbekampagne für E-Autos mitgewirkt.
MAGA-Wut: Jeder „Fehltritt“ wird sofort bestraft
Während Barrett von der MAGA-Fraktion als Verräterin abgestempelt wird, weisen andere Konservative darauf hin, dass sie in einigen der wichtigsten rechten Entscheidungen überhaupt auf Linie war:
- Abschaffung des verfassungsmäßigen Rechts auf Abtreibung
- Ende der positiven Diskriminierung bei College-Bewerbungen
- Schwächung der Umweltschutzbehörden
Aber anscheinend reicht das nicht.
Alyssa Farah Griffin, Trumps ehemalige Kommunikationsdirektorin, sieht das als klares Zeichen für den Zustand der Trump-Bewegung:
„Ich hätte nie gedacht, dass ich den Tag erlebe, an dem Amy Coney Barrett als RINO (Republikanerin nur dem Namen nach) bezeichnet wird.“
Fazit: In Trumps Welt gibt es nur 100 % Loyalität – oder gar keine
Barrett ist das jüngste Beispiel dafür, dass Trump-Anhänger keinen Widerspruch dulden – egal, wie oft jemand zuvor auf ihrer Seite stand.
Sie wurde von Trump nominiert, sie hat für seine Anliegen gestimmt, aber sobald sie einmal nicht das tut, was er will, wird sie eiskalt fallen gelassen.
Willkommen in der Welt von MAGA: Loyalität ist keine Einbahnstraße – sie ist eine Sackgasse.
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