Na, das war ja mal ein Tag für die Geschichtsbücher! Wer dachte, die transatlantischen Beziehungen seien unerschütterlich, musste am Mittwoch feststellen: Falsch gedacht!
Trump ruft Putin an – und Europa kann einpacken
Donald Trump, unser allseits bescheidener und strategisch hochbegabte Präsident, hatte mal wieder eine bahnbrechende Idee: Er ruft einfach mal seinen Kumpel Wladimir Putin an. Ergebnis? Putin darf wieder mitspielen, der Ukraine-Krieg soll „sofort“ beendet werden, und als Krönung gibt’s bald einen Trump-Putin-Gipfel mit Händeschütteln und Smiley-Selfies. Präsident Selenskyj? Ach, den hat man beim ersten Gespräch einfach vergessen – ist ja auch nur sein Land, das da gerade auseinandergerissen wird.
Währenddessen hielt Verteidigungsminister Pete Hegseth in Brüssel eine flammende Rede an die europäischen Verbündeten: „Ihr macht das jetzt mal bitte selbst mit der Sicherheit.“ NATO bleibt zwar bestehen, aber Trump hat offenbar entschieden, dass die USA keine Lust mehr auf die Rolle des Beschützers haben. Schließlich gibt es Wichtigeres: China, die mexikanische Grenze und natürlich Trumps Golfplatz in Mar-a-Lago.
„America First“ – und Europa? Na, viel Glück!
Natürlich war es nur eine Frage der Zeit, bis Trump das tut, was er am besten kann: Allianzen in Frage stellen und Deals wie ein Marktschreier anpreisen. Sein „America First“-Ansatz ist ja nicht neu – aber jetzt nimmt er Fahrt auf. Schließlich, so Trump, gibt es ja „eine kleine Sache namens Ozean“ zwischen den USA und Europa. Dasselbe Ozean-Argument hätte man übrigens auch 1914 und 1939 bringen können. Blöd nur, dass die USA dann doch irgendwie involviert wurden.
Trump sieht das anders. Er fragt sich: Warum soll Amerika für Europas Verteidigung zahlen, wenn die Europäer ihr Geld lieber in Sozialprogramme stecken? Hegseth hat das in Brüssel gleich mal klargestellt: 5% des BIP für Verteidigung oder „viel Spaß mit eurem Russischkurs“. So hat es zumindest NATO-Generalsekretär Mark Rutte ausgedrückt – und der Mann wird’s ja wissen.
Putin, der heimliche Sieger des Tages
Und wer ist der große Gewinner dieses historischen Tages? Natürlich Wladimir Putin.
Drei Jahre nach seinem Einmarsch in die Ukraine und unzähligen Sanktionen später bekommt er endlich, was er wollte: Ein direktes Gespräch mit Trump – ganz ohne störende EU oder NATO.
Noch besser: Trump hat schon mal vorsorglich die Forderungen für die Ukraine-Verhandlungen klargestellt:
- Krim bleibt russisch – sorry, Ukraine!
- Ukraine darf nicht in die NATO – bloß keine Provokationen!
- US-Truppen? Fehlanzeige! – Das dürfen jetzt die Europäer allein regeln.
Selenskyj? Durfte nachträglich auch mal mit Trump telefonieren. Aber während Biden ihn noch als wichtigsten Partner behandelt hat, durfte er diesmal auf Trump warten wie ein Praktikant in der Warteschleife.
Historischer Vergleich? Klar, warum nicht!
Und weil es so schön ist, vergleichen europäische Politiker Trumps Vorgehen gleich mal mit dem Münchner Abkommen von 1938, als Großbritannien und Frankreich Hitler die Tschechoslowakei quasi schenkten. „Peace in our time“ – nur diesmal in der Ukraine.
Der frühere schwedische Premier Carl Bildt warnte eindringlich, dass Trump und Putin hier eine Neuauflage von „zwei große Männer entscheiden über ein kleines Land“ inszenieren. Und wer sich erinnert, weiß, wie gut das 1938 für Europa lief…
Fazit: Europa, du bist auf dich allein gestellt!
Ob Trump nun bewusst eine neue Ost-West-Teilung Europas herbeiführt oder ob ihm das alles einfach nur egal ist – das Ergebnis bleibt dasselbe: Europa ist ab jetzt auf sich allein gestellt.
Die Zeiten, in denen man sich sicher sein konnte, dass Amerika im Notfall zur Hilfe eilt? Vorbei!
Die Ukraine darf sich auf eine Zwangsaufteilung einstellen.
Und Russland? Hat mit Trumps Segen wohl gerade ein neues Einflussgebiet gewonnen.
Und während Trump vielleicht schon über seine Friedensnobelpreis-Rede nachdenkt, stellt sich für Europa eine unangenehme Frage: „Was, wenn wir die Nächsten sind?“
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