US-Präsident Donald Trump hat seine umstrittene Heimatschutzministerin Kristi Noem entlassen. In der Logik der amerikanischen Politik bedeutet das natürlich nicht, dass sie wirklich gehen muss: Stattdessen wird sie nun Sondergesandte für den neuen „Schild Amerikas“. Wer gefeuert wird, steigt schließlich oft einfach eine Etage höher.
Ab 31. März soll nun Senator Markwayne Mullin aus Oklahoma das Ministerium übernehmen. Trump erklärte auf seiner Plattform Truth Social, Mullin werde ein „hervorragender Heimatschutzminister“ sein – vermutlich auch, weil er früher Mixed-Martial-Arts-Kämpfer war. Und wenn man jemanden für Grenzpolitik braucht, ist ein Profi im Käfigkampf natürlich eine naheliegende Wahl.
Noem war eines der bekanntesten Gesichter von Trumps harter Abschiebepolitik. Besonders viel Aufmerksamkeit bekam sie, als sie in einem Hochsicherheitsgefängnis in El Salvador vor einer Zelle voller tätowierter Insassen posierte und erklärte: Wer illegal in die USA komme, könne genau hier landen. Manche Politiker geben Pressekonferenzen – andere machen gleich Gefängnis-Selfies.
Bekannt wurde Noem auch durch ihre Memoiren. Darin erzählte sie, wie sie ihren Hund erschoss, weil er sich nicht als Jagdhund eignete. Kritiker waren irritiert, sie selbst sah darin vor allem den Beweis, dass sie schwierige Entscheidungen treffen kann.
In letzter Zeit geriet die Ministerin jedoch zunehmend unter Druck. Bei Einsätzen der Einwanderungsbehörde ICE kam es zu mehreren Todesfällen, darunter auch zwei US-Bürger. Kritiker warfen ihrem Ministerium übermäßige Gewalt und mangelnde Ausbildung der Beamten vor. Noem blieb dennoch bei ihrer Linie und erklärte, die Maßnahmen dienten der nationalen Sicherheit.
Selbst eine millionenschwere Werbekampagne gegen illegale Migration sorgte für Streit – nicht zuletzt, weil einige Senatoren den Verdacht äußerten, sie habe mehr zur Selbstvermarktung als zur Abschreckung beigetragen.
Noch im Januar hatte Trump ihr demonstrativ den Rücken gestärkt und ihre Arbeit gelobt. Jetzt ist sie trotzdem ihren Posten los – allerdings nur, um eine neue Sicherheitsinitiative zu übernehmen.
In Washington nennt man so etwas Konsequenzen. Manche nennen es auch Karriereplanung.
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