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Streit um KI: Anthropic will Pentagon verklagen

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Das US-KI-Unternehmen Anthropic kündigt rechtliche Schritte gegen das US-Verteidigungsministerium an, nachdem das Pentagon die Firma offiziell als „Risiko für die Lieferkette“ eingestuft hat. Eine solche Einstufung bedeutet, dass die US-Regierung das Unternehmen als nicht ausreichend sicher für den Einsatz in staatlichen Systemen betrachtet.

Es ist das erste Mal, dass eine US-Technologiefirma von der Regierung mit dieser Bezeichnung versehen wird – ein Schritt, der nun einen ungewöhnlichen Rechtsstreit zwischen einem KI-Unternehmen und dem Militär auslösen könnte.

Konflikt über militärische Nutzung von KI

Der Hintergrund des Streits liegt in einem grundlegenden Konflikt: Anthropic hatte sich geweigert, dem Verteidigungsministerium uneingeschränkten Zugang zu seinen KI-Systemen zu gewähren. Das Unternehmen äußerte Bedenken hinsichtlich möglicher Anwendungen wie Massenüberwachung oder autonome Waffensysteme.

Firmenchef Dario Amodei erklärte, die Entscheidung des Pentagons sei rechtlich fragwürdig. Man sehe sich deshalb gezwungen, die Maßnahme vor Gericht anzufechten.

Nach Angaben des Unternehmens erhielt Anthropic erst einen Tag zuvor ein offizielles Schreiben des Verteidigungsministeriums, das die Einstufung als Risiko bestätigte. Laut Amodei sei der Umfang der Maßnahme jedoch begrenzt und betreffe nur bestimmte Vertragsbeziehungen mit dem Verteidigungsministerium.

Spannungen mit der Trump-Regierung

Die Gespräche zwischen Anthropic und dem US-Verteidigungsministerium hatten zuvor mehrere Wochen angedauert, führten jedoch zu keiner Einigung. Insider berichten, dass das Verhältnis zusätzlich belastet wurde, nachdem US-Präsident Donald Trump öffentlich Kritik an dem Unternehmen geübt hatte.

Auf seiner Plattform Truth Social erklärte Trump zuletzt, er habe Bundesbehörden angewiesen, nicht mehr mit Anthropic zusammenzuarbeiten.

Kurz darauf bestätigte Verteidigungsminister Pete Hegseth, dass Anthropic als Lieferkettenrisiko eingestuft werde. Unternehmen, die mit dem US-Militär zusammenarbeiten, sollen dadurch keine kommerziellen Geschäfte mit Anthropic im Zusammenhang mit Verteidigungsprojekten tätigen.

Tech-Branche reagiert

Der Softwarekonzern Microsoft erklärte unterdessen, weiterhin mit Anthropic zusammenarbeiten zu wollen – allerdings nicht bei Projekten mit dem US-Verteidigungsministerium. Die KI-Technologie des Unternehmens könne für andere Kunden weiterhin genutzt werden.

Pentagon verteidigt Entscheidung

Das Verteidigungsministerium begründet die Maßnahme mit der Notwendigkeit, dass das Militär Technologie ohne Einschränkungen für alle rechtlich zulässigen Zwecke einsetzen kann.

Ein Pentagon-Vertreter erklärte, das Militär könne es nicht zulassen, dass ein Anbieter durch Nutzungsbeschränkungen in sicherheitskritischen Bereichen die Handlungsfähigkeit der Streitkräfte einschränke.

Der Konflikt zeigt, wie stark die Spannungen zwischen KI-Unternehmen und Regierungen zunehmen, wenn es um die militärische Nutzung künstlicher Intelligenz geht.

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