US-Präsident Donald Trump hat offenbar beschlossen, dass die Straße von Hormus künftig nicht nur eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt, sondern auch eine Art maritime Autobahnmautstelle werden soll.
Nach seiner Ankündigung sollen die Vereinigten Staaten 20 Prozent auf sämtliche Frachten erhalten, die durch die Meerenge transportiert werden.
Warum genau 20 Prozent? Vermutlich, weil zehn Prozent zu bescheiden und 30 Prozent selbst für Trump etwas unhöflich geklungen hätten.
Die Weltmeere bekommen ein Bezahlsystem
Hintergrund ist die Erklärung Teherans, die strategisch wichtige Meerenge gesperrt zu haben. Trump kündigte daraufhin die Wiedereinführung einer Seeblockade gegen den Iran an.
Zusätzlich fordert er eine Entschädigung für jede Fracht, die durch die Straße von Hormus gelangt.
Damit entwickelt sich die internationale Sicherheitspolitik zunehmend zu einem Geschäftsmodell:
Die USA sichern die Route.
Die Schiffe fahren hindurch.
Und am Ausgang wartet offenbar jemand mit einem Kartenlesegerät.
„Einmal Containertransport, bitte. Möchten Sie eine Quittung?“
20 Prozent auf alles – außer vielleicht Tiernahrung
Die Forderung erinnert ein wenig an einen weltpolitischen Sonderverkauf, nur in umgekehrter Richtung.
Statt 20 Prozent Rabatt gibt es 20 Prozent Aufschlag.
Betroffen wären theoretisch Öl, Gas, Container, Rohstoffe und alles andere, was durch die Meerenge transportiert wird.
Ob die Abgabe nach Gewicht, Warenwert oder persönlicher Sympathie des Präsidenten berechnet werden soll, blieb offen.
Auch unklar ist, ob es Bonuspunkte für Vielfahrer gibt.
Seeblockade mit Premiumtarif
Trump erklärte, der Prozess werde unverzüglich beginnen.
Details nannte er nicht.
Das ist bei großen geopolitischen Entscheidungen inzwischen offenbar kein Hindernis mehr. Zuerst wird die Maßnahme angekündigt, anschließend wird geprüft, was sie bedeutet, wer sie umsetzt und ob sie überhaupt möglich ist.
Möglicherweise entsteht vor der Straße von Hormus bald eine neue Beschilderung:
Durchfahrt frei – nach Zahlung von 20 Prozent.
Militärschiffe bitte rechts einordnen.
Öltanker halten Kleingeld bereit.
Wer nicht zahlt, bleibt draußen
Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Routen für den weltweiten Energiehandel. Eine Blockade oder zusätzliche Kosten könnten deshalb erhebliche Auswirkungen auf Ölpreise, Transportkosten und Lieferketten haben.
Das würde am Ende vermutlich nicht nur Reedereien und Staaten treffen, sondern auch Verbraucher an Tankstellen und in Geschäften.
Trump könnte dann erklären, die Abgabe werde selbstverständlich von anderen bezahlt.
Genau wie Zölle bekanntlich immer nur ausländische Regierungen treffen und niemals die Menschen, die am Ende die teureren Produkte kaufen.
Die internationale Mautstation
Sollte sich das Modell bewähren, könnten weitere Einnahmequellen folgen.
Zehn Prozent für die Durchfahrt durch den Suezkanal.
Eine Sicherheitsgebühr am Panamakanal.
Ein Aufpreis für Schiffe, die besonders verdächtig langsam fahren.
Und vielleicht eine jährliche Mitgliedschaft für Staaten, die regelmäßig internationale Handelswege benutzen möchten.
Das Premium-Paket könnte freie Durchfahrt, bevorzugte Eskorte und einen persönlichen Beitrag auf Trumps sozialem Netzwerk enthalten.
Noch viele offene Fragen
Wie die USA eine solche Abgabe rechtlich durchsetzen wollen, ist bislang unklar.
Ebenso offen ist, wer die Höhe der transportierten Fracht kontrolliert, wie die Zahlung erfolgen soll und was passiert, wenn ein Schiff die Rechnung reklamiert.
Ein Inkassobüro mit Flugzeugträgern wäre jedenfalls neu.
Bis weitere Einzelheiten vorliegen, bleibt festzuhalten:
Die Straße von Hormus ist möglicherweise bald nicht mehr nur ein geopolitischer Krisenherd, sondern auch das teuerste Mautprojekt der Welt.
Und Donald Trump hat wieder einmal bewiesen, dass er selbst in einer internationalen Eskalation vor allem eines erkennt:
eine noch nicht ausreichend monetarisierte Gelegenheit.
Kommentar hinterlassen