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Trump droht Kanada mit Flugzeug-Zertifizierungsstopp und 50-Prozent-Strafzöllen

jorono (CC0), Pixabay
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In einer neuen Eskalation des Handelsstreits mit Kanada hat US-Präsident Donald Trump angekündigt, sämtliche in Kanada hergestellten Flugzeuge zu „de-zertifizieren“ und mit Strafzöllen in Höhe von 50 Prozent zu belegen. In einem Posting auf seiner Plattform Truth Social begründete Trump den Schritt mit angeblich unfairen kanadischen Zulassungspraktiken gegenüber US-Herstellern wie Gulfstream.

„Kanada verhindert faktisch den Verkauf von Gulfstream-Produkten durch einen bürokratischen Zertifizierungsprozess. Wenn das nicht sofort korrigiert wird, belege ich alle kanadischen Flugzeuge mit 50 Prozent Einfuhrzoll“, schrieb Trump.

Konkret betroffen sei laut Trump das Business-Jet-Modell Global Express des kanadischen Herstellers Bombardier, aber auch „alle anderen in Kanada hergestellten Flugzeuge“.

Fachleute schlagen Alarm: „Ein Desaster für den Luftverkehr“

Branchenexperten zeigten sich fassungslos. Richard Aboulafia, Luftfahrtexperte beim Analyseunternehmen AeroDynamic Advisory, bezeichnete Trumps Drohung als „verantwortungslos“:

„Die Sicherheit von Flugzeugen als Druckmittel in einem Handelskonflikt zu benutzen, ist eine extrem schlechte Idee“, sagte Aboulafia.

Zudem sei völlig unklar, ob Trump überhaupt über die gesetzliche Befugnis verfügt, Flugzeuge eigenmächtig zu „de-zertifizieren“. Zuständig für die Zulassung von Flugzeugen in den USA ist die Federal Aviation Administration (FAA) – nicht das Weiße Haus.

Eine tatsächliche Stilllegung kanadischer Maschinen hätte massive Folgen für den US-Flugverkehr: Bombardier stellt neben Geschäftsflugzeugen auch zahlreiche Regionaljets her, die US-Airlines auf Zubringerflügen zwischen kleineren und großen Flughäfen einsetzen.

„Wenn es wirklich alle kanadischen Jets betrifft, würde das den US-Flugverkehr empfindlich treffen. Besonders ländliche Regionen wären betroffen“, so Aboulafia. „Das wäre ein Transportsystem-Desaster.“

Politischer Hintergrund: Handelsstreit und Separatismus

Trumps Äußerungen erfolgten nur Stunden nachdem Kanadas Premierminister Mark Carney die USA zur Achtung der „kanadischen Souveränität“ aufgerufen hatte. Anlass war ein Treffen zwischen US-Beamten und Separatisten aus der Provinz Alberta. Zudem hatte Trump kürzlich Kanada mit einem 100-Prozent-Zoll gedroht, sollte das Land ein Handelsabkommen mit China abschließen.

Ob und wann eine offizielle Verordnung zur Flugzeug-Zertifizierung folgen wird, ist derzeit offen. Das Weiße Haus hat bislang keine Executive Order veröffentlicht. Die FAA äußerte sich auf Anfrage von US-Medien bisher nicht.

Fazit: Trumps jüngste Drohung gegen Kanada verschärft den Ton im transatlantischen Handel erheblich – und riskiert neben diplomatischen Schäden vor allem gravierende Folgen für die US-Luftfahrtinfrastruktur. Noch bleibt unklar, ob seinen Worten auch rechtlich haltbare Taten folgen.

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