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Trump behauptet geheime Gespräche – Iran dementiert, die Bomben fallen weiter

ralfskysegel (CC0), Pixabay
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Donald Trump behauptet, Teheran verhandle längst mit Washington. Teheran bestreitet genau das. Und während beide Seiten über angebliche Gespräche, Bedingungen und geheime Botschaften sprechen, zeigt sich vor allem eines: Der Krieg läuft weiter – und zwar mit tödlicher Konsequenz.

US-Präsident Donald Trump erklärte am Mittwochabend, die iranische Führung wolle „unbedingt einen Deal“, traue sich aber nicht, dies öffentlich zuzugeben. Der Grund, so Trump in gewohnt rustikaler Selbstgewissheit: Die Mullahs hätten Angst, „von ihrem eigenen Volk getötet zu werden“. Und, fügte er hinzu, offenbar auch Angst vor den USA.

Es ist die Art von Aussage, die in Washington als Härte verkauft wird und in Teheran als Propaganda gelesen werden dürfte.

Teheran dementiert – aber indirekte Kontakte bleiben im Raum

Irans Außenminister Abbas Araghtschi wies Berichte über direkte Verhandlungen mit den USA zurück. Es gebe derzeit „keine Absicht zu verhandeln“. Kontakte, so ließ Teheran verlauten, seien allenfalls über „befreundete Staaten“ übermittelt worden – ein klassischer diplomatischer Zwischenraum zwischen Dementi und Hinterkanal.

Gleichzeitig kursiert ein angeblicher 15-Punkte-Plan aus Washington, während iranische Staatsmedien bereits fünf Bedingungen für ein Kriegsende verbreiten. Darunter: ein vollständiger Stopp der Angriffe, Sicherheitsgarantien, Reparationen und internationale Anerkennung iranischer Hoheitsrechte über die Straße von Hormus.

Mit anderen Worten: Die Fronten sind öffentlich maximal verhärtet – und hinter den Kulissen wird womöglich doch sondiert.

Weißes Haus: Frieden bevorzugt, aber bereit, „die Hölle loszulassen“

Das Weiße Haus versucht derweil, den gewohnten Spagat zwischen Deeskalationsrhetorik und Drohkulisse hinzubekommen. Sprecherin Karoline Leavitt erklärte, Trumps Präferenz sei „immer Frieden“ gewesen. Zugleich sei der Präsident bereit, „die Hölle loszulassen“, falls nötig.

Eine bemerkenswerte Definition von Friedenspolitik.

Leavitt räumte ein, dass der in sozialen Medien kursierende 15-Punkte-Plan „spekulative“ Elemente enthalte, aber auch „einen wahren Kern“. Näher wollte sie sich dazu nicht äußern. Auf die Frage nach möglichen US-Bodentruppen wich sie aus – mit dem Zusatz, eine ausdrückliche Zustimmung des Kongresses sei dafür nicht zwingend erforderlich.

Auch das ist in Washington inzwischen fast schon eine Standardformel: Krieg als Exekutivkompetenz, Parlament als Zuschauertribüne.

Währenddessen: Tote in Abu Dhabi, Angriffe in Iran, Israel und Libanon

Während über Gespräche spekuliert wird, geht der Krieg in der Realität ungebremst weiter.

In Abu Dhabi wurden laut Behörden zwei Menschen durch herabfallende Trümmerteile einer abgefangenen Rakete getötet, drei weitere verletzt. Die Vereinigten Arabischen Emirate meldeten zudem weitere abgefangene Raketen- und Drohnenangriffe, die sie Iran zurechnen.

Auch Saudi-Arabien, Kuwait und Bahrain meldeten nächtliche Alarmierungen, abgefangene Flugkörper oder Sicherheitsmaßnahmen. In Bahrain mussten Einwohner zeitweise Schutz suchen, nachdem die Regierung von „iranischer Aggression“ sprach.

In Israel wurden nach einem Raketenangriff auf Kafr Qasim mindestens sechs Menschen verletzt.
Im Libanon meldeten staatliche Medien erneut Tote und Verletzte nach israelischen Luftangriffen im Süden des Landes.
In Iran wiederum flog Israel nach eigenen Angaben eine neue großangelegte Angriffswelle gegen Isfahan und weitere Ziele. Parallel setzt die US-Marine ihre Angriffe von der USS Abraham Lincoln aus fort.

Die offizielle Sprache bleibt auf beiden Seiten steril.
Die Wirklichkeit ist es nicht.

London warnt vor Moskaus „verborgener Hand“

Zusätzliche Brisanz bekommt der Konflikt durch Aussagen aus London. Der britische Verteidigungsminister John Healey erklärte, Russland habe Iran bereits vor Kriegsbeginn mit Geheimdienstinformationen, Drohnentraining und elektronischer Kriegsführung unterstützt. Er sprach von einer „Achse der Aggression“ und der „verborgenen Hand Putins“.

Sollte sich das in dieser Form erhärten, wäre der Nahostkrieg endgültig mehr als ein regionaler Konflikt: Dann wäre er Teil einer größeren geopolitischen Frontstellung, in der Russland, Iran, die USA und Israel längst nicht mehr nur indirekt miteinander ringen.

Ölpreis steigt – selbst die Hoffnung auf Frieden treibt den Markt nur kurz

An den Märkten bleibt die Lage entsprechend nervös.
Öl notierte in Asien erneut fester. Brent kletterte zeitweise über 104 Dollar, WTI lag über 92 Dollar. Selbst zarte Hoffnungen auf Gespräche reichten bislang nicht, um die Risikoprämie aus dem Markt zu nehmen.

Denn der entscheidende Punkt bleibt:
Solange die Straße von Hormus faktisch bedroht oder blockiert ist, bleibt jeder diplomatische Hoffnungsschimmer ein spekulativer Aufschlag – keine Entwarnung.

Trumps Erzählung: Kein Krieg, nur eine „militärische Operation“

Trump selbst versucht derweil, den Konflikt rhetorisch kleinzureden. Er spreche lieber von einer „militärischen Operation“ als von einem Krieg, sagte er bei einem republikanischen Fundraising-Dinner. Das Wort „Krieg“ sei problematisch, weil man dafür eigentlich eine Zustimmung des Kongresses brauche.

Das ist juristisch fragwürdig, politisch bequem und kommunikativ bezeichnend.

Zugleich erklärte Trump, Iran sei „ein Krebs“, den man „herausschneiden“ müsse. Die kurzfristig steigenden Ölpreise seien ein notwendiger Preis. Der Rest der Welt möge sich nicht so anstellen.

Fazit

Offiziell gibt es keine Gespräche.
Inoffiziell gibt es angeblich Gesprächskanäle.
Washington droht, Teheran fordert, London warnt, die Märkte zittern – und über der Region kreisen weiter Raketen, Drohnen und Kampfjets.

Der eigentliche Befund dieses Tages ist deshalb ernüchternd einfach:

Wenn in einem Krieg beide Seiten von möglichen Verhandlungen reden, aber gleichzeitig immer neue Ziele bombardieren, dann ist der Frieden meist noch sehr weit weg.

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