Die ukrainische Hauptstadt Kiew ist in der Nacht erneut Ziel eines massiven russischen Drohnenangriffs geworden. Nach Angaben der Behörden wurden mindestens zwei Menschen getötet und 13 weitere verletzt, mehrere Brände lodern in verschiedenen Stadtteilen.
Trümmer abgeschossener Drohnen schlugen unter anderem auf das Dach eines Wohnhauses im zentral gelegenen Stadtbezirk Schewtschenkiwskyj ein. Aufnahmen in sozialen Medien, die bislang nicht unabhängig überprüft wurden, zeigen Explosionen am Himmel und intensive Aktivitäten der ukrainischen Luftabwehr. Die Armee warnte zudem vor der Möglichkeit eines ballistischen Raketenangriffs.
Insgesamt wurden in der Nacht Drohnenangriffe auf sechs Stadtbezirke Kiews gemeldet. „Wohnhäuser, Fahrzeuge, Lagerhäuser sowie Büro- und Nichtwohngebäude stehen in Flammen“, erklärte der Leiter der städtischen Militärverwaltung, Tymur Tkatschenko, via Telegram.
„Leider haben wir zwei Tote zu beklagen“, sagte Tkatschenko weiter. „Diese Menschen wurden durch die Russen getötet. Es ist ein furchtbarer Verlust.“
Die Einwohner Kiews wurden aufgerufen, weiterhin Schutzräume aufzusuchen und nach der Entwarnung Fenster geschlossen zu halten, da die Stadt unter starker Rauchentwicklung leidet.
Schwerster russischer Luftangriff seit Kriegsbeginn
Erst am Dienstag hatte die Ukraine den größten russischen Luftangriff seit Beginn der Invasion gemeldet: 728 Drohnen und 13 Raketen schlugen in mehreren Wellen in Städten im ganzen Land ein.
In anderen Regionen meldete das ukrainische Militär ebenfalls Angriffe, allerdings lagen zunächst keine Informationen über weitere Opfer außerhalb Kiews vor.
Weitere Entwicklungen:
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In der Stadt Kostjantyniwka nahe der Frontlinie im Osten wurden am Mittwochabend laut ukrainischem Katastrophenschutz drei Menschen bei einem russischen Luftangriff getötet.
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Die USA haben laut Reuters die Waffenlieferungen an die Ukraine teilweise wieder aufgenommen, nachdem sie zuletzt kritische Luftabwehrsysteme vorübergehend zurückgehalten hatten.
Trump kritisiert Putin – aber keine Sanktionen
US-Präsident Donald Trump zeigte sich zuletzt zunehmend frustriert über den russischen Präsidenten Wladimir Putin. „Wir bekommen eine Menge Bullshit von Putin ab, wenn Sie die Wahrheit wissen wollen“, sagte Trump am Dienstag vor Reportern. „Er ist immer sehr nett zu uns, aber es ist am Ende bedeutungslos.“
Der Kreml reagierte gelassen. Putins Sprecher Dmitri Peskow kommentierte: „Wir sind ziemlich ruhig. Trump benutzt generell eine recht harte Sprache.“
Trotz wiederholter Kommunikation zwischen Trump und Putin gibt es bisher keine konkreten Schritte in Richtung Waffenstillstand – obwohl Trump einst versprach, den Krieg „innerhalb eines Tages“ beenden zu können. Seit seinem Amtsantritt im Januar hat Trump mehrfach Sanktionen gegen Russland angedroht, diese bislang jedoch nicht umgesetzt.
Russland führt seit dem vollumfänglichen Einmarsch in die Ukraine im Februar 2022 einen großflächigen Krieg gegen das Nachbarland.
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