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Tiger Woods

bedrck (CC0), Pixabay
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Im neuen Ermittlungsverfahren gegen Tiger Woods gehen die Ermittler jetzt einen erwartbaren, aber für den Golfstar heiklen Schritt: Die Staatsanwaltschaft will umfassenden Zugriff auf seine Verschreibungsunterlagen. Laut Gerichtsunterlagen sollen nicht nur die Medikamente selbst, sondern auch Dosierungen, ärztliche Hinweise und sogar Warnhinweise auf den Tablettenbehältern ausgewertet werden – insbesondere die Frage, ob Woods ausdrücklich vor dem Fahren unter Einfluss der Mittel gewarnt wurde.

Woods war vergangenen Monat in Florida nach einem Verkehrsunfall festgenommen und wegen Fahrens unter Einfluss angeklagt worden. Er plädierte auf nicht schuldig. Laut den nun bekannt gewordenen Unterlagen soll die entsprechende rechtliche Anordnung am 22. April ergehen – es sei denn, seine Anwälte legen innerhalb von zehn Tagen Widerspruch ein.

Der Fall ist für die Anklage zentral, weil Woods zwar einen Atemalkoholtest bestand, aber eine Urinkontrolle auf andere Substanzen verweigerte. Genau deshalb dürfte die Staatsanwaltschaft nun versuchen, den möglichen Einfluss von verschreibungspflichtigen Medikamenten auf anderem Weg nachzuweisen.

Das bereits veröffentlichte Bodycam-Material zeigt Woods nach dem Unfall erstaunlich ruhig. Sein Fahrzeug hatte einen Lkw touchiert und sich überschlagen. Woods erklärte den Beamten, er habe auf sein Handy geschaut und dann sei plötzlich alles passiert. Verletzt wurde niemand, doch er musste sich laut Polizei durch die Beifahrertür aus dem Wagen befreien.

Besonders unerquicklich für den Golfstar: Die Beamten hielten in ihren Unterlagen fest, dass sie den Eindruck hatten, seine „normalen Fähigkeiten“ seien durch eine unbekannte Substanz beeinträchtigt gewesen. Woods selbst sagte, er habe an diesem Tag keinen Alkohol getrunken, aber auf Nachfrage eingeräumt, mehrere verschreibungspflichtige Medikamente eingenommen zu haben. Welche genau, ist in der Videoveröffentlichung geschwärzt. Später hieß es jedoch, in seiner Tasche seien zwei weiße Tabletten gefunden worden – identifiziert als Hydrocodon, ein starkes opioidbasiertes Schmerzmittel.

Woods erklärte inzwischen öffentlich, er wolle sich aus der Öffentlichkeit zurückziehen, Behandlung suchen und sich auf seine Gesundheit konzentrieren. Das klingt einsichtig – ändert aber nichts daran, dass er in diesem Bereich kein unbeschriebenes Blatt ist. Bereits 2017 war er in Florida in einem ähnlich unerquicklich peinlichen Zustand in einem Auto aufgefunden worden; damals wurden mehrere Medikamente in seinem System festgestellt. Auch nach einem Unfall 2009 wurden Schlafmittel in seinem Körper nachgewiesen.

Für die Anklage dürfte nun alles an einer simplen, aber juristisch brisanten Frage hängen:
Wusste Tiger Woods aufgrund seiner Rezepte und Warnhinweise, dass er unter diesen Medikamenten nicht fahren sollte – und tat er es trotzdem?

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