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Ticket-Riese Live Nation einigt sich im US-Monopolverfahren

OpenClipart-Vectors (CC0), Pixabay
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Der US-Konzertveranstalter Live Nation, zu dem auch der Ticketverkaufsdienst Ticketmaster gehört, hat sich im Kartellverfahren mit dem US-Justizministerium auf einen Vergleich geeinigt. Das Verfahren richtet sich gegen die marktbeherrschende Stellung des Unternehmens im Geschäft mit Live-Events.

Auslöser für die Klage war der chaotische Vorverkauf der Tickets für Taylor Swifts „Eras Tour“ im Jahr 2022. Damals brachen die Ticketplattformen unter dem enormen Andrang zusammen, Fans warteten stundenlang in Online-Warteschlangen. In der Folge warfen Behörden und Politiker Live Nation vor, eine praktische Monopolstellung im US-Live-Entertainment-Markt aufgebaut zu haben.

Im Rahmen des nun ausgehandelten Vergleichs – der noch von einem Gericht bestätigt werden muss – verpflichtet sich Live Nation zu mehreren Änderungen. Künftig sollen Veranstaltungsorte mehrere Ticketanbieter parallel nutzen dürfen, statt ausschließlich Ticketmaster einzusetzen. Außerdem sollen Tournee-Künstler künftig auch andere Veranstalter engagieren können, selbst wenn sie in Hallen auftreten, die Live Nation gehören.

Darüber hinaus will das Unternehmen bis zu 13 Konzerthallen verkaufen und rund 280 Millionen Dollar Schadenersatz an fast 40 US-Bundesstaaten zahlen, die sich an der Kartellklage beteiligt hatten.

Der Vergleich fällt deutlich milder aus als die ursprünglich diskutierte Lösung. Die US-Regierung hatte zunächst erwogen, Live Nation und Ticketmaster vollständig zu trennen.

Der zuständige Richter Arun Subramanian reagierte jedoch verärgert auf den Ablauf der Einigung. Er kritisierte, dass das Gericht erst nachträglich von der Vereinbarung erfahren habe. Dies zeige „absoluten Respektlosigkeit gegenüber dem Gericht und dem Verfahren“, erklärte er.

Zudem lehnen einige Bundesstaaten den Vergleich ab. Die New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James erklärte, der Deal löse das eigentliche Problem – das mutmaßliche Monopol – nicht und begünstige weiterhin das Unternehmen auf Kosten der Verbraucher. Mehrere Staaten wollen deshalb ihre Klage fortsetzen.

Live Nation zählt zu den größten Unternehmen der Branche. 2025 organisierte der Konzern über 55.000 Konzerte weltweit mit rund 159 Millionen Besuchern. Der Umsatz lag bei 25,2 Milliarden Dollar, der operative Gewinn bei 1,3 Milliarden Dollar.

Kritiker werfen dem Unternehmen seit Jahren vor, durch Gebühren und Serviceaufschläge Ticketpreise künstlich in die Höhe zu treiben.

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