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TGI AG – Das Goldkaufprogramm

IdeaTivas-TLM (CC0), Pixabay
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Die TGI AG aus Liechtenstein bietet Verträge über den Kauf von physischem Gold an. Die Firma sagt, dass sie über Partner eine Goldmine in Guyana betreibt und das dort gewonnene Gold später in Feingold umwandelt.

Wie das Angebot funktioniert

Kundinnen und Kunden kaufen Gold, bekommen es aber erst nach bis zu 36 Monaten geliefert.
Während sie warten, zahlt die TGI AG jeden Monat einen sogenannten Rabatt auf den Kaufpreis – je nach Modell bis zu 4 % im Monat.
Das Unternehmen sagt, es nutze das eingezahlte Geld, um Gold abzubauen, zu veredeln und so Gewinne zu erzielen, aus denen die Rabatte bezahlt werden.

Was der Analyst herausgefunden hat

Der Finanzanalyst Philipp Nerb hat das Angebot untersucht. Seine wichtigsten Punkte:

  • Die Verbindungen zwischen den beteiligten Firmen (in Guyana, Ghana und Liechtenstein) sind nicht klar.
  • Es gibt keine unabhängigen Gutachten über die tatsächliche Goldmenge oder den wirtschaftlichen Wert der Mine.
  • Ein Wirtschaftsprüfungszeugnis, das TGI vorlegt, hat nur geringen Beweiswert, weil es die Partnerfirmen gar nicht überprüft.
  • In Videos spricht die TGI AG von riesigen Fördermengen und möglichen Milliardenwerten, aber dafür gibt es keine nachprüfbaren Belege.

Hintergrund und rechtliche Situation

Die Gründer der TGI AG, Helmut und Katarina Kaltenegger, waren früher für die Firma GGMT Revolution GmbH tätig.
2024 wurden sie in Wien vom Vorwurf des Wirtschaftsbetrugs freigesprochen. Das Gericht stellte fest, dass die Mine in Guyana existiert und gültige Lizenzen hat.
Aber: Es gibt keine klaren Nachweise, wie viel Gold dort wirklich gefördert werden kann.

Chancen und Risiken

Vorteile:

  • Gold gilt als sicherer Wertspeicher und schützt vor Inflation.
  • Der internationale Goldmarkt ist stabil, Gold ist weltweit handelbar.

Risiken:

  • Die wirtschaftliche Grundlage der TGI AG ist nicht ausreichend belegt.
  • Kundengold ist laut AGB zwar „identifizierbar“, aber nicht nachprüfbar.
  • Das Modell erinnert teils an Vertriebssysteme mit Empfehlungsprämien, was für vorsichtige Anleger ungewohnt sein kann.
  • Kunden vertrauen dem Unternehmen ohne ausreichende Beweise.

Fazit von Philipp Nerb

Der Analyst bewertet das Angebot als „bedingt empfehlenswert (Note 3-)“.
Er schreibt:

„Mir fehlen sämtliche Nachweise der vielbeworbenen Sicherheiten. Damit fehlt die Basis für Vertrauen.“

Wer also in Gold investieren möchte, sollte sich nicht nur auf Werbeaussagen verlassen, sondern unabhängige Nachweise und Gutachten einfordern – und sich des hohen Risikos bewusst sein, dass sein Geld lange gebunden ist.

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