Im Tauchaer Rathaus scheint man momentan eine ganz eigene Vorstellung von Krisenmanagement zu haben: Erst sorgt der Bußgeld-Wirbel um einen Feuerwehrmann bundesweit für Schlagzeilen – und kaum ist der Rauch halbwegs verzogen, legt die Verwaltung direkt die nächste Posse nach. Man könnte fast meinen, im Rathaus läuft derzeit ein Wettbewerb: „Wie blamiere ich mich jede Woche aufs Neue?“
Diesmal geht es um ein Spiegel-TV-Team, das nachfragen wollte, warum ein Feuerwehrmann während eines Einsatzes geblitzt wurde und daraus plötzlich ein Staatsdrama gemacht wurde. Statt souverän zu reagieren, fühlte sich der Pressesprecher offenbar wie in einem schlechten Agentenfilm. Kamera? Mikrofon? Fragen? Alarmstufe Rot!
Im Beitrag sieht man laut Bericht einen sichtbar überforderten Rathaussprecher, der versucht, die Journalisten möglichst schnell wieder loszuwerden. Wenig später folgt dann offenbar der nächste Geniestreich: Ein Anruf bei der Produktionsfirma des Kamerateams – obwohl die laut Reporter vorher gar nicht erkennbar gewesen sein soll. Da stellt sich natürlich die Frage: Hat im Rathaus jemand heimlich „CSI Taucha“ gespielt und Kennzeichen abgefragt?
Die Erklärung wirkt dabei ungefähr so überzeugend wie ein Regenschirm aus Küchenpapier. Erst heißt es, Mitarbeiter hätten sich „bedroht“ gefühlt. Später wird daraus plötzlich ein „weiter Begriff“. Am Ende klingt alles eher nach: „Da standen Leute mit Kamera und das war irgendwie unangenehm.“ Willkommen im Berufsleben eines Pressesprechers.
Besonders kurios wird es, wenn man liest, dass angeblich ein Mitarbeiter beim Aufbau eines Blitzers gefilmt wurde und dadurch seine Persönlichkeitsrechte verletzt sah. Man fragt sich kurz: Arbeiten wir hier noch in einer Stadtverwaltung oder schon im Zeugenschutzprogramm?
Und natürlich gibt es am Ende – Überraschung! – keinerlei Konsequenzen. Stattdessen sollen jetzt Schulungen kommen. Vermutlich sowas wie: „Wie reagiere ich, wenn Journalisten Fragen stellen?“ oder „Panik vermeiden für Anfänger“.
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