SUVs sind weltweit auf dem Vormarsch – und das, obwohl Experten und internationale Organisationen eigentlich einen Trend zu kleineren, energieeffizienten Elektroautos prognostiziert hatten. Laut aktuellen Daten machten SUVs im Jahr 2024 ganze 54 % aller verkauften Fahrzeuge aus, ein Anstieg um drei Prozentpunkte gegenüber 2023.
Autokäufer schätzen SUVs vor allem wegen ihres geräumigen Innenraums, der erhöhten Sitzposition und der besseren Straßenübersicht. Zudem bevorzugen viele Konsumenten größere Fahrzeuge aufgrund ihrer Vielseitigkeit und des höheren Komforts.
Experten sehen aber auch wirtschaftliche Gründe für den SUV-Boom: Hersteller erzielen mit SUVs höhere Gewinnmargen als mit kleineren Autos und haben daher verstärkt in Marketing und Werbung für diese Fahrzeugklasse investiert.
SUVs haben jedoch erhebliche Auswirkungen auf den Klimaschutz. Laut der Internationalen Energieagentur (IEA) verbrauchen sie im Durchschnitt 20 % mehr Kraftstoff als mittelgroße Autos, da sie bis zu 300 kg schwerer sind. Die steigende Zahl an SUVs führte zwischen 2022 und 2023 zu einem Anstieg des weltweiten Ölverbrauchs um 600.000 Barrel pro Tag. Wären SUVs ein eigenes Land, lägen ihre CO₂-Emissionen weltweit auf Platz fünf – noch vor großen Volkswirtschaften wie Japan.
Auch Elektro-SUVs sind nicht uneingeschränkt klimafreundlich: Ihre größeren Batterien erfordern mehr Rohstoffe, was zusätzliche Umweltbelastungen verursacht.
Die Automobilindustrie argumentiert, dass immer mehr SUV-Modelle vollelektrisch oder hybridbetrieben seien. Tatsächlich lag der Anteil vollelektrischer SUVs an den SUV-Verkäufen 2023 bereits bei über 20 %, während es 2018 nur 2 % waren.
Allerdings zeigt eine Studie des International Council on Clean Transportation, dass Plug-in-Hybride – die sowohl mit Strom als auch mit Benzin fahren – im Schnitt nur 30 % ihrer Fahrzeit im Elektromodus betrieben werden.
Trotz Fortschritten bei Elektroantrieben sehen Umweltorganisationen den SUV-Boom als Rückschlag für die Dekarbonisierung des Verkehrssektors. Laut der IEA haben größere und schwerere Fahrzeuge die Einsparungen an Emissionen, die durch kleinere, effizientere Autos erreicht wurden, weitgehend ausgeglichen.
Während einige Länder Maßnahmen ergreifen, um SUVs weniger attraktiv zu machen – etwa durch höhere Parkgebühren in Paris –, bleibt die Nachfrage nach diesen Fahrzeugen weltweit ungebrochen. Ob sich der Trend in den kommenden Jahren umkehren wird, hängt davon ab, wie sich die Regulierung, die Technologie und das Kaufverhalten weiterentwickeln.
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