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Super-El-Niño: Die Natur hat beschlossen, auch noch Wirtschaftsexperte zu werden

MillerGruppe (CC0), Pixabay
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Es gibt schlechte Nachrichten für die Weltwirtschaft. Nachdem Politiker, Notenbanken, Kriege, Lieferketten, Energiepreise und Bürokraten bereits ganze Arbeit geleistet haben, steigt nun auch noch das Wetter offiziell ins Krisenmanagement ein.

Meteorologen haben den Beginn eines neuen El-Niño-Ereignisses ausgerufen. Experten befürchten Schäden in Billionenhöhe. Mit anderen Worten: Die Atmosphäre hat beschlossen, künftig ebenfalls an den Finanzmärkten mitzuspielen.

Laut Wissenschaftlern kostete der El Niño von 1997/98 die Weltwirtschaft umgerechnet mehr als sieben Billionen Dollar. Das neue Exemplar könnte sogar noch teurer werden. Schließlich ist heute alles teurer – sogar Naturkatastrophen.

Der Mechanismus ist denkbar einfach: Zu wenig Regen hier, zu viel Regen dort, Dürren, Überschwemmungen, Ernteausfälle, Lieferengpässe, steigende Lebensmittelpreise und am Ende erklärt irgendein Minister, dass man leider völlig überrascht worden sei.

Besonders betroffen könnten Reis, Weizen und Mais sein. Für Verbraucher bedeutet das: Das Frühstück wird teurer, das Mittagessen wird teurer und das Abendessen wird ebenfalls teurer. Immerhin bleibt das Hungergefühl kostenlos.

Auch die Schifffahrt darf sich freuen. Bereits der Panama-Kanal litt in früheren El-Niño-Phasen unter Wassermangel. Wenn Schiffe künftig wieder Schlange stehen, können Lieferzeiten endlich wieder nostalgische Erinnerungen an die Corona-Jahre wecken.

Wirtschaftsexperten warnen zudem vor langfristigen Folgen. Kinder könnten wegen extremer Wetterereignisse schlechtere Bildungschancen haben, Investitionen könnten ausfallen und ganze Volkswirtschaften an Wachstum verlieren.

Kurz gesagt: El Niño schafft etwas, woran viele Regierungen seit Jahren arbeiten – er bremst die Wirtschaft weltweit und völlig ohne Koalitionsverhandlungen.

Es gibt allerdings auch Gewinner. Einige Agrarregionen könnten sogar von mehr Regen und besseren Ernten profitieren. Irgendwer muss schließlich profitieren, sonst würde sich die Krise nicht richtig anfühlen.

Besonders faszinierend ist die Erkenntnis, dass ein paar Grad wärmeres Wasser im Pazifik Billionenverluste verursachen können. Damit ist El Niño vermutlich erfolgreicher als die meisten Hedgefonds, Wirtschaftsweisen und Finanzminister zusammen.

Die gute Nachricht: Die Auswirkungen werden nicht sofort spürbar sein.

Die schlechte Nachricht: Sie kommen trotzdem.

Die Welt darf sich also auf die nächste globale Herausforderung freuen. Diesmal kommt sie nicht aus Washington, Moskau, Brüssel oder Peking.

Sondern direkt aus dem Pazifik.

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