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Sturzflut verwüstet Grand Canyon – rund 15 Menschen werden vermisst

TheDigitalArtist (CC0), Pixabay
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Eine plötzliche Flut hat das Gebiet rund um die Phantom Ranch schwer getroffen. Dutzende Menschen wurden evakuiert, Brücken zerstört und die zentrale Wasserleitung des Nationalparks beschädigt. Die Suche nach Vermissten läuft.

Eine schwere Sturzflut im Grand Canyon im US-Bundesstaat Arizona hat am Wochenende erhebliche Schäden angerichtet. Nach Angaben des National Park Service (NPS) werden derzeit rund 15 Menschen vermisst.

Die Flut traf das Gebiet am Samstag gegen 14.30 Uhr und entwickelte sich besonders rund um die bei Wanderern bekannte Phantom Ranch am Grund des Canyons.

Die Wassermassen rissen Felsbrocken, Metallteile und andere Trümmer mit sich und transportierten sie bis in den Colorado River. Große Teile des betroffenen Gebiets wurden mit Schlamm und Geröll bedeckt.

62 Menschen bereits evakuiert

Nach Angaben des National Park Service mussten bislang 62 Menschen aus dem Gebiet gebracht werden. Weitere Evakuierungen seien vorgesehen.

Berichte über Verletzte lagen zunächst nicht vor.

Die Auswirkungen auf die Infrastruktur des Nationalparks sind jedoch erheblich.

Durch die Sturzflut wurde unter anderem die zentrale Wasserleitung beschädigt, über die Besucher und Einrichtungen im Grand Canyon mit Wasser versorgt werden.

Zudem wurden nahezu alle Fußgängerbrücken über den Bright Angel Creek zerstört.

Der Bach verläuft vom nördlichen Rand des Grand Canyon hinunter zum Colorado River und überwindet dabei einen Höhenunterschied von rund 1.800 Metern.

Zahl der Vermissten nach unten korrigiert

Unmittelbar nach der Katastrophe war zunächst von mehr als 20 vermissten Menschen die Rede.

Der National Park Service korrigierte die Zahl später auf etwa 15 Personen, zu denen seit der Flut kein Kontakt mehr hergestellt werden konnte.

Die Behörden baten die Öffentlichkeit um Hinweise zum möglichen Aufenthaltsort der Vermissten.

Auch Suchhubschrauber wurden eingesetzt. Nach den vorliegenden Angaben blieb die Suche aus der Luft am Sonntagmorgen zunächst ohne Erfolg.

Phantom Ranch und Campingplatz geschlossen

Mehrere bei Besuchern besonders beliebte Bereiche des Nationalparks bleiben vorerst gesperrt.

Dazu gehören unter anderem die Phantom Ranch und der Bright Angel Campground.

Auch Rafting-Touren auf dem Colorado River wurden vorübergehend eingestellt.

Zusätzlich gelten Einschränkungen für Übernachtungen: Ab Montag sollen Touristen zunächst nicht mehr in Lodges und Hotels innerhalb des Nationalparks übernachten können.

Weitere Sturzfluten möglich

Die Gefahr ist noch nicht vorbei.

Für das betroffene Gebiet werden bis einschließlich Montag weitere Regenfälle und Gewitter erwartet.

Der National Park Service warnt deshalb vor weiteren Sturzfluten.

Auch die Gefahr von Steinschlägen auf Wanderwegen ist erhöht. Gerade in den steilen Seitentälern des Grand Canyon können starke Niederschläge innerhalb kurzer Zeit große Wassermassen erzeugen, die Geröll und Felsen mit sich reißen.

Rettungskräfte vor schwieriger Aufgabe

Die Suche nach den Vermissten dürfte sich aufgrund des Geländes schwierig gestalten.

Viele Bereiche rund um den Bright Angel Creek und die Phantom Ranch sind nur über Wanderwege, per Hubschrauber oder über den Colorado River erreichbar.

Beschädigte Brücken und Wege erschweren den Zugang zusätzlich.

Im Mittelpunkt der Rettungsarbeiten steht deshalb zunächst die Frage, ob sich die vermissten Besucher möglicherweise in höher gelegene oder schwer erreichbare Bereiche retten konnten.

Gleichzeitig müssen die Behörden die beschädigte Infrastruktur überprüfen und weitere Menschen aus gefährdeten Gebieten bringen.

Ausflugsziel wird zum Katastrophengebiet

Die Phantom Ranch gehört zu den bekanntesten Anlaufpunkten im Inneren des Grand Canyon. Sie liegt tief unterhalb des Canyonrands und ist normalerweise nur zu Fuß, mit Maultieren oder über den Colorado River erreichbar.

Nun ist das touristisch stark frequentierte Gebiet schwer verwüstet.

Wie groß die Schäden tatsächlich sind und wann Besucher wieder in die betroffenen Bereiche zurückkehren können, ist noch offen.

Vorerst konzentrieren sich die Einsatzkräfte auf die Suche nach den Vermissten und auf weitere Evakuierungen.

Entscheidend werden nun die kommenden Stunden – zumal weitere Gewitter die Lage erneut verschärfen könnten.

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