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Stiftung Warentest warnt: Nicht jede Spendenorganisation arbeitet transparent

geralt (CC0), Pixabay
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Die Stiftung Warentest ruft Spenderinnen und Spender dazu auf, bei wohltätigen Zuwendungen genauer hinzusehen. Zwar sei ein Großteil der Spendenorganisationen seriös und engagiert, dennoch gebe es immer wieder Fälle, in denen Vereine und Initiativen nicht transparent arbeiten oder Spendengelder nur unzureichend im Sinne des eigentlichen Zwecks einsetzen. Wer helfen möchte, sollte sich daher vorab umfassend informieren.

Finanzexperte Stefan Fischer erklärte gegenüber dem MDR, dass mangelnde Transparenz eines der größten Probleme bei problematischen Spendenorganisationen sei. Häufig fehlten verständliche Jahresberichte, klare Angaben zur Mittelverwendung oder eine nachvollziehbare Aufschlüsselung von Verwaltungs- und Werbekosten. Für Spender sei dann kaum erkennbar, welcher Anteil der Spende tatsächlich bei den Bedürftigen ankomme und welcher für Eigenkosten verwendet werde.

Besonders brisant ist laut Fischer, dass staatliche Eingriffsmöglichkeiten nur begrenzt wirken. So habe das Bundesland Rheinland-Pfalz mehreren Organisationen das Sammeln von Spenden untersagt, nachdem Zweifel an der ordnungsgemäßen Verwendung der Gelder aufgekommen waren. Diese Verbote gelten jedoch ausschließlich innerhalb des jeweiligen Bundeslandes. In anderen Teilen Deutschlands können die betroffenen Organisationen weiterhin aktiv um Spenden werben – ein Umstand, der Verbraucherschützer kritisch sehen.

Als Beispiele für Organisationen, bei denen laut Fischer erhöhte Vorsicht geboten sei, nannte er unter anderem die Vereine Kolibri, Kinderkrebs-Aktion Deutschland und Dekuna. Dabei gehe es nicht pauschal um den Vorwurf strafbaren Handelns, sondern um fehlende Transparenz, ineffiziente Strukturen oder unklare Mittelverwendung, die das Vertrauen von Spendern untergraben können.

Stiftung Warentest empfiehlt deshalb, vor einer Spende gezielt auf bestimmte Kriterien zu achten. Dazu gehören geprüfte Transparenzstandards, etwa durch anerkannte Prüfsiegel, öffentlich zugängliche Jahresabschlüsse sowie verständliche Informationen darüber, wofür Spendengelder konkret eingesetzt werden. Auch ein Blick auf den Anteil der Verwaltungskosten kann helfen, die Effizienz einer Organisation besser einzuschätzen.

Für Verbraucherinnen und Verbraucher gilt: Eine gut gemeinte Spende entfaltet nur dann ihre volle Wirkung, wenn sie an eine Organisation geht, die verantwortungsvoll, effizient und offen mit den anvertrauten Geldern umgeht. Eine kurze Recherche vor der Überweisung kann dazu beitragen, Missbrauch zu vermeiden und sicherzustellen, dass Hilfe tatsächlich dort ankommt, wo sie gebraucht wird.

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