So warnt die Deutsche Botschaft in Italien vor Rip-Deals

Seit einigen Jahren kommt es in Norditalien (Mailand, Turin, Bergamo) verstärkt zu betrügerischen Devisentauschgeschäften, so genannten „rip-deals“, bei denen die Opfer regelmäßig um große Summen Bargeld erleichtert werden. In letzter Zeit treten diese Fälle auch in Rom und anderen Landesteilen auf.

Die Anbahnung dieser Geschäfte erfolgt auf verschiedenste Art und Weise. Beispielsweise melden sich die Täter, die zunehmend raffinierter werden, bei Personen, die im Internet oder in Zeitungen Immobilien oder andere Gegenstände von höherem Wert angeboten haben oder z.B. Investitionen suchen. Die Inserenten werden dann unter Vortäuschung von Interesse an dem Objekt nach Italien gelockt, wo sich die Täter mit ihnen meist in einem der vornehmsten Hotels am Ort in seriösem Ambiente verabreden. Bei den Treffen interessiert die Täter dann das ursprünglich angebotene Objekt nicht mehr, vielmehr wird den Opfern ein lukratives Devisentauschgeschäft, oft Euro gegen Schweizer Franken, angeboten. In der Regel findet dann auch tatsächlich ein Tausch von geringen Summen statt, um das Vertrauen des Opfers zu gewinnen. Dann wird ein Tauschgeschäft von größerem Umfang angeboten. Lässt sich das Opfer hierauf ein, verschwinden die Täter entweder, sobald sie das Geld in den Händen haben oder sie übergeben dem Opfer mehrere Bündel Geldscheine, von denen jeweils nur der oberste Geldschein echt ist, die übrigen auf der Rückseite mit dem Schriftzug „Faksimile“ bedruckt sind. In Ausnahmefällen sind die Täter gewaltbereit, in einem Fall kam ein Opfer, das sich gegen den Betrug zur Wehr setzte, sogar zu Tode.

Für den Fall, dass Sie einem solchen Betrug zum Opfer gefallen sind, wenden Sie sich bitte auf schnellstem Wege noch in Italien an die örtliche Polizei.

In Mailand: Carabinieri, Via Moscova 19 oder Questura (6^ sezione), via Fatebenefratelli 11

Italienweiter Notruf: 112 bzw. 113

Sofern Sie in Italien bislang keine Anzeige erstattet haben, können Sie dies auch mit Hilfe eines hiesigen Rechtsanwaltes nachholen. Zudem sollten Sie die Tat auch in Deutschland bei der Polizeidienststelle Ihres Wohnsitzes anzeigen. Bedenken Sie bitte, dass die Täter nur dann gefasst und verurteilt werden können, wenn Sie selbst durch Ihre Anzeige und Zeugenaussage dazu beitragen.

Noch besser ist es, von diesen dubiosen und nur vermeintlich lukrativen Geschäften ganz Abstand zu nehmen – es ist riskant, sich für schlauer als der Betrüger zu halten.

 

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