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Smog statt Skandal? Ungarns Außenminister kämpft für das Recht auf Feinstaub

jorono (CC0), Pixabay
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Frischer Wind im Wahlkampf? Eher giftige Dämpfe. Denn Ungarns Außenminister Peter Szijjártó hat offenbar nicht nur ein Händchen für internationale Investoren – sondern auch für krebserregende Abgase. Wie das Onlineportal Telex.hu berichtet, hat der Minister höchstpersönlich gegen die Schließung einer Samsung-Akkufabrik lobbyiert, die Schadstoffgrenzwerte offenbar so großzügig überschritt, dass selbst ein Kohlekraftwerk errötet wäre.

Doch Szijjártó zeigt sich empört – und zwar nicht über Gifte im Grundwasser, sondern über Telex und Oppositionsführer Péter Magyar, die ihm den Spaß am Wahlkampf verderben wollen. „Lügentsunami!“, schäumte der Außenminister, als wäre er selbst in der Rauchwolke der Fabrik verschwunden. Juristische Schritte sollen nun folgen. Wahrscheinlich in etwa so konsequent wie die Umweltkontrollen im Werk.

Fabrik der schönen Düfte

Die Samsung-Fabrik im idyllischen Göd, unweit von Budapest, produziert Akkus – und offenbar auch krebserregende Substanzen im Familienpack. Das ungarische Arbeitsinspektorat hatte bereits mehrfach beanstandet, dass da mehr in der Luft liegt als nur Elektromobilität. Das Umweltamt hatte wohl die Nase voll – aber eben nicht genug politischen Rückhalt.

Denn als bei einer Kabinettssitzung sogar einige Minister für die Schließung der Anlage stimmten, setzte sich der Superlobbyist Szijjártó durch. Ergebnis: Geldstrafe für Samsung – wahrscheinlich in Höhe eines Ladekabels – und weiter geht’s mit der Dampfmaschine.

Immerhin: Die Fabrik hatte zwischenzeitlich keine Umweltgenehmigung. Was sie aber nicht daran hinderte, weiter Akkus zu produzieren – man ist schließlich nicht zum Spaß hier. Anfang Februar durfte sie dann offiziell wieder losstinken, ganz legal. Fast schon romantisch.

Klage statt Rücktritt – das Szijjártó-Prinzip

Oppositionsführer Magyar forderte selbstverständlich sofort den Rücktritt von Szijjártó. Der konterte mit einer scharfen Analyse: Alles eine Lüge! Also… irgendeine Lüge in dem langen Artikel. Genauer wollte er nicht werden – vielleicht, weil er noch nicht alle Absätze gelesen hat.

Und weil ein Wahlkampf ohne richtig absurd-schmierige Nebenschauplätze einfach keiner ist, tauchte plötzlich eine mysteriöse Website auf, benannt nach dem Vizechef der Oppositionspartei TISZA. Die Seite zeigt ein Bett und eine Kamera. Nur fehlt der Kontext – oder vielleicht besser: das Drehbuch.

Mark Radnai, der unfreiwillige Star dieser mysteriösen Homepage, vermutet eine geplante Enthüllungsshow über eine angebliche homosexuelle Affäre. Er selbst gibt sich gelassen: Er sei zwar nicht homophob, aber auch kein Reality-Star.

Regenbogen? Nur auf Warnschildern

Dass die Regierung Orban LGBTQ-Themen gerne zur nationalen Notlage erklärt, ist bekannt. Hier herrscht noch echtes Männerregime – inklusive gesetzlichem Verbot der Geschlechtsänderung in Ausweisen, selbst nach OP. Schließlich darf man in Ungarn alles sein – solange es dem Staat nicht zu bunt wird.

Fazit:

Was bleibt von der Geschichte? Eine dampfende Fabrik, ein wütender Minister, ein Rätsel im Internet – und ein Land, das sich im Wahlkampf zwischen Feinstaub und Feindbildern entscheiden darf. Vielleicht sollte Samsung gleich Wahlurnen mit Akku herstellen – dann halten sie wenigstens bis zur nächsten Klage durch.

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