Manchmal schreibt die Formel 1 Geschichten, die selbst Hollywood für übertrieben halten würde. In Silverstone durfte Charles Leclerc endlich mal wieder den Siegerpokal küssen – allerdings erst, nachdem sich die Konkurrenz gegenseitig aus dem Rennen, in die Box oder ins Kiesbett befördert hatte.
Ferrari feierte den 250. Grand-Prix-Sieg der Teamgeschichte. Fast schon ungewohnt wirkte dabei, dass am Ende weder die Strategie noch die Technik den Sieg verhinderten. Offenbar hatte in Maranello diesmal tatsächlich jeder den richtigen Knopf gedrückt.
Mercedes-Wunderkind Kimi Antonelli zeigte zunächst wieder eindrucksvoll, dass Pole Position und Rennstart zwei völlig unterschiedliche Disziplinen sind. Kaum war die Ampel aus, durfte Charles Leclerc schon einmal höflich vorbeifahren. Später meldete Antonelli dann einen Aufhängungsschaden, sammelte nebenbei noch eine Zeitstrafe und beendete den Tag punktelos. Ein gebrauchter Sonntag – allerdings mit WM-Führung im Gepäck.
Lewis Hamilton durfte sich über Rang drei freuen und bewies erneut, dass Ferrari inzwischen tatsächlich konkurrenzfähig ist. Das allein grenzt schon fast an ein kleines Motorsport-Wunder.
Und Max Verstappen? Der vierfache Weltmeister lieferte den obligatorischen Red-Bull-Funk des Tages. Erst beschwerte er sich über das Auto, dann über die Balance und schließlich parkte er seinen Boliden stilecht im Kiesbett. Wenig später rollte das Safety-Car aus – vermutlich, um den Rest des Feldes vor weiteren Überraschungen zu schützen.
Das Finale hinter dem Safety-Car passte perfekt zum gesamten Wochenende: Spannung bis zuletzt, aber bloß kein echtes Racing mehr. Die Fans bekamen stattdessen eine gemütliche Prozession Richtung Zielflagge serviert.
Immerhin durfte Charles Leclerc endlich wieder ganz oben stehen. Ferrari jubelte, Mercedes fluchte, Red Bull suchte Ausreden – und die Formel 1 bewies einmal mehr, dass sie manchmal weniger ein Rennsport als vielmehr ein bestens inszeniertes Unterhaltungsprogramm ist.
Kurz gesagt: Ferrari gewinnt. Verstappen schimpft. Mercedes verzweifelt. Und irgendwo in der FIA-Zentrale dürfte man bereits überlegen, ob man das nächste Rennen nicht gleich hinter dem Safety-Car startet.
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