Nach einem historischen Erfolg der eritreischen Fußball-Nationalmannschaft sind sieben Spieler nicht in ihre Heimat zurückgekehrt. Das berichtet die BBC unter Berufung auf eine Quelle aus dem Umfeld des Teams.
Eritrea hatte in der vergangenen Woche mit einem 2:1-Sieg gegen Eswatini und einem 4:1 im Gesamtergebnis erstmals seit 19 Jahren wieder die Gruppenphase der Qualifikation für den Afrika-Cup erreicht. Der sportliche Erfolg wird nun jedoch von den Berichten über das Verschwinden mehrerer Spieler überschattet.
Spieler sollen sich in Südafrika abgesetzt haben
Während ein Teil der Mannschaft über das Nachbarland Südafrika die Heimreise antrat, sollen sich die sieben Spieler dort abgesetzt haben. Wo sie sich aktuell genau aufhalten, ist unklar. Berichten zufolge wurden einige von ihnen jedoch bereits in Südafrika gesehen.
Zu den Spielern, die nicht zurückkehrten, gehören laut BBC unter anderem Torhüter Kubrom Solomon sowie der erfahrene Flügelspieler Medhanie Redie.
Nur drei in Eritrea stationierte Spieler zurück in Asmara
Von dem insgesamt 24-köpfigen Kader waren lediglich zehn Spieler in Eritrea selbst beheimatet. Von diesen sollen nach Angaben aus Asmara bislang nur drei, darunter Kapitän Ablelom Teklezghi, tatsächlich wieder in die Hauptstadt zurückgekehrt sein.
Auffällig ist auch, dass die normalerweise stark kontrollierten staatlichen Medien in Eritrea ungewöhnlich zurückhaltend auf den sportlichen Erfolg reagierten. Eine ursprünglich geplante feierliche Begrüßung der Mannschaft soll nach Bekanntwerden des Vorfalls abgesagt worden sein.
Kein Einzelfall: Wiederholt Fluchten nach Auslandsreisen
Das Verschwinden von Sportlern nach internationalen Einsätzen ist in Eritrea kein neues Phänomen. In den vergangenen Jahren kam es immer wieder zu ähnlichen Fällen:
- 2019 verschwanden sieben Spieler der U20-Nationalmannschaft nach einem Turnier in Uganda
- 2015 kehrten zehn A-Nationalspieler nach einem WM-Qualifikationsspiel in Botswana nicht zurück
- 2013 erhielten 15 Spieler und der Teamarzt in Uganda Asyl
- 2009 blieb nahezu die gesamte A-Nationalmannschaft nach einem Spiel in Kenia im Ausland
Menschenrechtsorganisationen werfen der Regierung in Asmara seit Jahren ein hoch repressives System vor. Die Regierung weist diese Vorwürfe zurück. Dennoch haben in den vergangenen Jahrzehnten Hunderttausende Eritreer im Ausland Asyl beantragt.
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