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Schockanruf in Erfurt: 95-Jährige übergibt 30.000 Euro – Polizei nimmt mutmaßlichen Betrüger fest

sabinevanerp (CC0), Pixabay
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In Erfurt-Vieselbach ist eine 95-jährige Frau Opfer eines perfiden Schockanrufs geworden. Ein bislang mutmaßlicher Betrüger hatte der Seniorin am Telefon vorgespiegelt, ein naher Angehöriger habe einen schweren Verkehrsunfall verursacht und könne nur durch die Zahlung einer hohen Kaution freikommen. In dem Glauben, helfen zu müssen, übergab die Frau dem Täter 30.000 Euro in bar direkt vor ihrem Wohnhaus.

Polizei kann Tatverdächtigen per Handyortung aufspüren

Der Betrug flog nur auf, weil eine aufmerksame Angehörige der Seniorin misstrauisch wurde und sofort die Polizei alarmierte. Durch eine Handyortung gelang es den Ermittlern, den mutmaßlichen Täter bis nach Brandenburg zu verfolgen. Der Mann wurde am Montagabend auf einem Rastplatz in Michendorf festgenommen.

Die Polizei lobte das schnelle Eingreifen der Angehörigen, ohne das der Täter wohl entkommen wäre. Die Ermittlungen zur Identität und möglichen Komplizen des Festgenommenen laufen derzeit weiter.

Altbekannte Betrugsmasche – Polizei warnt erneut

Die Methode des sogenannten Schockanrufs ist den Behörden seit Jahren bekannt. Täter geben sich meist als Polizisten, Staatsanwälte oder Angehörige aus und behaupten, ein Familienmitglied habe einen schweren Unfall verursacht oder sitze in Haft. Unter dem Druck der emotionalen Situation bringen sie vor allem ältere Menschen dazu, hohe Summen Bargeld oder Schmuck zu übergeben.

In diesem Fall reagierte die Seniorin auf die erfundene Geschichte, ohne Rücksprache mit Angehörigen oder der Polizei zu halten. Erst später bemerkte die Familie den Betrug.

Polizei rät zu Vorsicht und Rückfragen

Die Polizei nutzt den aktuellen Fall, um erneut vor solchen Schockanrufen zu warnen. Sie rät:

  • Misstrauisch werden, wenn am Telefon Geldforderungen gestellt werden.

  • Keine persönlichen Informationen über Angehörige oder finanzielle Verhältnisse preisgeben.

  • Sofort auflegen und die Polizei unter 110 informieren.

  • Angehörige oder Nachbarn um Rat fragen, bevor Entscheidungen getroffen werden.

Dank des raschen Handelns der Angehörigen konnte in Erfurt ein weiterer schwerer Betrugsfall aufgeklärt werden – dennoch zeigt der Vorfall, wie zielgerichtet und emotional manipulierend die Täter vorgehen.

Die Kriminalpolizei ermittelt nun, ob der festgenommene Mann Teil einer größeren Betrugsserie ist, die in den vergangenen Monaten in Thüringen und Brandenburg für Schlagzeilen gesorgt hat.

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