Startseite Allgemeines Schake04 Aller Anfang ist schwer:
Allgemeines

Schake04 Aller Anfang ist schwer:

jorono (CC0), Pixabay
Teilen

0:3 in Augsburg – willkommen zurück in der Bundesliga, Schalke! Das ging ja schnell …

Da wartet man jahrelang darauf, endlich wieder Bundesliga zu spielen. Man malt sich aus, wie schön diese Rückkehr wird. Große Stadien, große Namen, königsblaue Euphorie. Und dann fährt Schalke zum FC Augsburg und bekommt zum Auftakt ein 0:3 eingeschenkt. Willkommen zurück im Oberhaus! Immerhin wissen wir jetzt wieder, wie sich Bundesliga anfühlt.

Ich hatte mir das irgendwie anders vorgestellt.

Nicht unbedingt mit einem 5:0 für Schalke, anschließendem Autokorso durch Gelsenkirchen und spontaner Bekanntgabe der Champions-League-Pläne.

Aber vielleicht mit einem Punkt?

Eventuell sogar mit einem Tor?

Man wird ja noch träumen dürfen.

Stattdessen:

FC Augsburg 3, FC Schalke 04 0.

Und das Schlimmste daran ist: Am Anfang sah das gar nicht nach einem 0:3 aus.

Die ersten Minuten machen tatsächlich Spaß

Schalke war sofort da.

Nach sechs Minuten läuft Moussa Sylla frei auf Finn Dahmen zu, umkurvt sogar den Augsburger Torwart – und bekommt den Ball aus spitzem Winkel trotzdem nicht hinein.

Eine Minute später köpft Ron Schallenberg nach einer Ecke aufs Tor.

Dahmen hält sensationell.

Da sitzt du als Schalker und denkst:

Jungs! Bundesliga! Wir können das!

Und nach 15 Minuten gibt es gleich die nächste dicke Möglichkeit. Ljubičić kommt im Strafraum zum Abschluss – wieder Dahmen.

Das war kein Aufsteiger, der mit drei Reisebussen vor dem eigenen Strafraum parkt und hofft, dass irgendwann Feierabend ist.

Schalke spielte mit.

Schalke hatte Chancen.

Schalke war mutig.

Und weil wir Schalke sind, folgt auf dieses gute Gefühl natürlich ziemlich zuverlässig irgendein Schlag in die Magengrube.

Natürlich Gregoritsch. Wer denn sonst?

  1. Minute.

Michael Gregoritsch.

1:0 Augsburg.

Ja, genau der Gregoritsch, der auch einmal für Schalke gespielt hat.

Fußball besitzt manchmal einen ziemlich eigenartigen Humor.

Die Entstehung war zudem unnötig. Karius will das Spiel schnell machen, sein Abwurf gerät zu weit, Augsburg schaltet sofort um. Kade geht über die Seite durch und bringt den Ball mit dem Außenrist herein.

Gregoritsch muss nur noch einschieben.

Natürlich.

Ehemaliger Schalker trifft gegen Schalke.

Man hätte vor dem Spiel wahrscheinlich Geld darauf setzen können.

Danach bekam Augsburg die Partie immer besser in den Griff. Schalke stand teilweise erstaunlich hoch und wurde mit Bällen hinter die letzte Linie erwischt.

Nach 29 Minuten musste Loris Karius gegen Kade bereits das 0:2 verhindern.

Und spätestens da war klar:

Willkommen Bundesliga.

Hier werden Fehler nicht freundlich notiert und später in der Videoanalyse angesprochen.

Hier rennen dir die Leute einfach davon.

Karius hält uns überhaupt im Spiel

Zur Pause stand es trotzdem nur 0:1.

Und das war vor allem Loris Karius zu verdanken.

Auch direkt nach Wiederbeginn ging es genauso weiter. Erst musste er einen eigenen ungenauen Ball ausbügeln und gegen Rieder parieren, anschließend rettete er gegen Kade und Wolf.

Der Mann wurde zeitweise regelrecht warmgeschossen.

Ohne Karius hätten wir vermutlich wesentlich früher anfangen können, über Schadensbegrenzung zu reden.

Offensiv dagegen wurde es zunehmend zäh.

Viel Ballbesitz, viel Bemühen – aber Augsburg wirkte reifer. Schalke kam kaum noch durch und bot dem FCA gleichzeitig Räume für Konter.

Das ist diese wunderbare Kombination, bei der du vorne ungefährlich bist und hinten trotzdem Angst bekommst.

Kennt man.

Dann kommen Gosens und Wöber – und 30 Sekunden später fliegt Schallenberg

Nach einer Stunde dachte sich Miron Muslic:

Jetzt ändern wir etwas.

Und zwar richtig.

Robin Gosens rein.

Max Wöber rein.

Éric Dina-Ebimbe rein.

Dreifachwechsel.

Jetzt greifen wir an!

Jetzt kommt die Wende!

Jetzt zeigen wir der Bundesliga, dass mit Schalke zu rechnen ist!

Ungefähr 30 Sekunden später:

Rot für Ron Schallenberg.

Kannste dir nicht ausdenken.

Gregoritsch wird in die Tiefe geschickt, Schallenberg geht als letzter Mann ins Risiko, trifft den Gegenspieler – Platzverweis.

Der VAR überprüft noch, ob möglicherweise Abseits vorlag.

Natürlich nicht.

Die Rote Karte blieb bestehen.

Da kannst du als Trainer deinen taktischen Plan eigentlich direkt zusammenknüllen und als Papierflieger Richtung Eckfahne werfen.

Aber genau da sehe ich etwas Positives

Jetzt könnte man meinen, Schalke sei danach komplett auseinandergefallen.

Tat die Mannschaft aber zunächst nicht.

Und genau das möchte ich bei aller Enttäuschung ausdrücklich festhalten.

Die Jungs haben gekämpft.

Selbst in Unterzahl war zunächst keine riesige Veränderung zu erkennen. Schalke hielt dagegen und versuchte weiterhin, irgendwie im Spiel zu bleiben.

Das gefällt mir.

Denn wir werden als Aufsteiger Spiele verlieren.

Natürlich werden wir das.

Wir werden gegen Mannschaften antreten, die individuell besser besetzt sind. Wir werden Rückstände erleben. Vielleicht auch noch die eine oder andere Rote Karte.

Was ich dann sehen möchte, ist genau das:

Nicht aufgeben.

Nicht ergeben.

Weiterlaufen.

Weiterkämpfen.

Schalke eben.

Edin Džeko ist wieder Bundesligaspieler!

Und dann kam tatsächlich noch ein besonderer Moment.

  1. Minute.

Edin Džeko.

Mit 40 Jahren zurück in der Bundesliga.

Sein vorheriger Einsatz in Deutschlands höchster Spielklasse lag 16 Jahre zurück.

Jetzt trägt dieser Mann Schalke 04.

Allein dieser Satz klingt immer noch ein bisschen so, als hätte jemand bei EA Sports im Karrieremodus sämtliche Transfersperren deaktiviert.

Muslic brachte Džeko für die Schlussviertelstunde, um vielleicht doch noch irgendwie den Ausgleich zu erzwingen.

Ein Tor von Džeko zum 1:1 in der 89. Minute?

Ich hätte die Geschichte genommen.

Leider hatte Augsburg andere Pläne.

Dann schenkt Wöber Augsburg das 2:0

  1. Minute.

Max Wöber spielt im Mittelfeld einen katastrophalen Pass.

Rieder sagt Danke.

Kade läuft los.

2:0.

Das war dann so ein Gegentor, bei dem man als Fan nicht einmal mehr großartig schimpft.

Man sitzt einfach da.

Schaut auf den Fernseher.

Und fragt sich:

Musste der Pass wirklich sein?

Nein.

Musste er nicht.

Kade machte ein starkes Spiel und hatte schon das erste Augsburger Tor vorbereitet. Beim zweiten bestrafte er unseren Fehler eiskalt.

Damit war die Sache eigentlich erledigt.

Und Karius verhindert noch Schlimmeres

Schalke versuchte trotzdem weiter nach vorne zu spielen.

Das ist ehrenwert.

Es bedeutete in Unterzahl allerdings auch: Augsburg bekam Räume.

Und wieder war Karius da.

In der 85. Minute verhinderte er zunächst im Eins-gegen-Eins gegen Mert Kömür den nächsten Gegentreffer und war kurz darauf erneut zur Stelle.

Dass es am Ende trotzdem noch 3:0 wurde, passt zu diesem Nachmittag.

Rodrigo Ribeiro setzte in der Nachspielzeit den Schlusspunkt.

Danke.

Hätte ich persönlich jetzt nicht mehr gebraucht.

Ist jetzt alles schlecht? Nein!

Natürlich bin ich sauer.

Du steigst endlich wieder in die Bundesliga auf und verlierst dein erstes Spiel 0:3.

Das ist Mist.

Darüber brauchen wir nicht diskutieren.

Aber ich weigere mich nach dem ersten Spieltag, bereits den königsblauen Krisengipfel einzuberufen.

Denn die Anfangsphase hat auch etwas gezeigt.

Schalke kann Chancen herausspielen.

Schalke kann mutig auftreten.

Schalke hat Bundesliga-Qualität im Kader.

Mit Gosens, Wöber, Dina-Ebimbe und Džeko kamen Spieler von der Bank, bei denen man sich vor nicht allzu langer Zeit vermutlich gefragt hätte, was sie eigentlich in einem Schalke-Trikot machen.

Das Problem in Augsburg war nicht, dass Schalke 90 Minuten lang hoffnungslos unterlegen gewesen wäre.

Das Problem waren Fehler.

Und zwar Fehler, die in der Bundesliga gnadenlos bestraft werden.

Die wichtigste Lektion des Tages

Wenn ich aus diesem 0:3 etwas mitnehme, dann Folgendes:

In der Bundesliga bekommst du weniger geschenkt – aber du darfst selbst auch nichts verschenken.

Beim 0:1 helfen wir mit.

Vor der Roten Karte stehen wir nicht sauber.

Beim 0:2 spielen wir Augsburg den Ball praktisch selbst in den Lauf.

Und irgendwann kannst du so ein Spiel dann nicht mehr retten.

Augsburg war reifer.

Augsburg war konsequenter.

Augsburg hat unsere Fehler genutzt.

Deshalb ist das 0:3 bitter, aber eben auch eine ziemlich deutliche erste Unterrichtsstunde nach der Rückkehr.

Trotzdem: Wir sind wieder da!

Und genau deshalb werde ich mir dieses Ergebnis jetzt nicht zwei Wochen lang schlechtreden.

Wir wollten Bundesliga.

Jetzt haben wir Bundesliga bekommen.

Mit allem, was dazugehört.

Tempo.

Qualität.

VAR.

Rote Karte.

Ehemaliger Schalker trifft gegen uns.

Eigener katastrophaler Fehlpass vor dem Gegentor.

Und ein 40-jähriger Edin Džeko, der plötzlich wieder durch ein Bundesligastadion läuft.

Mehr Schalke an einem Nachmittag geht eigentlich kaum.

0:3.

Tut weh.

Mund abputzen.

Fehler anschauen.

Und beim nächsten Mal bitte weniger Geschenke verteilen.

Denn eines ist trotz dieses beschissenen Ergebnisses ziemlich schön:

Der FC Schalke 04 spielt wieder Bundesliga.

Und wenn wir schon wieder da sind, würde ich jetzt auch ganz gerne eine Weile bleiben.

Glück auf!

Kommentar hinterlassen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Ähnliche Beiträge
Allgemeines

RIP:Abschied von „Matz“ Vogel – ein großer Fußballer, der nie größer sein wollte als das Spiel

Mit Eberhard Vogel ist einer jener Fußballer gestorben, deren Bedeutung sich nicht...

Allgemeines

Vorsicht Betrug mit Chatgpt!!!!Absender der Betrugsmail ChatGPT

Haben Sie auch eine Mail von dem Absender bekommen, das etwas mit...

Allgemeines

FC Viktoria 1889 Berlin Fußball GmbH-Insolvenz

3602 IN 3175/26 | In dem Verfahren über den Antrag auf Eröffnung...

Allgemeines

Autohaus Gotthard König GmbH der Insolvenzbeschluss

3616 IN 5522/26 In dem Verfahren über den Antrag Autohaus Gotthard König...