3:3 gegen Kladno. Sechs Tore, ordentlich Unterhaltung und die ersten Eindrücke der neuen Saison. Wer jetzt schon Tabellenrechner oder Aufstiegsrechner auspackt, sollte vielleicht noch einmal tief durchatmen.
Denn eines ist klar:
Diese Mannschaft muss sich erst noch finden.
Ja, vorne sah das phasenweise richtig ordentlich aus. Adetula trifft, Ziane weiß sowieso, wo das Tor steht, und die Neuzugänge haben angedeutet, dass sie Fußball spielen können. Das macht Lust auf mehr.
Aber genauso deutlich wurde auch: Da steht eben noch keine eingespielte Mannschaft auf dem Platz.
Und genau hier beginnt die eigentliche Arbeit.
Ein Trainer gewinnt keine Meisterschaft, weil er elf gute Einzelspieler aufstellt. Seine Aufgabe ist es, aus vielen unterschiedlichen Charakteren, Spielertypen und Neuzugängen eine Einheit zu formen. Eine Mannschaft, in der jeder weiß, was der andere macht – und genau das braucht Zeit.
Lok hat im Sommer ordentlich umgebaut. Neue Gesichter, junge Talente, erfahrene Spieler – das klingt auf dem Papier gut. Aber Fußball wird bekanntlich nicht auf dem Papier gespielt.
Besonders die Außenverteidiger bereiten aktuell etwas Bauchschmerzen. Nach dem Abschied von David Grözinger und dem nicht verlängerten Vertrag von Linus Zimmer ist der Kader dort ziemlich dünn besetzt. Hoffen wir, dass niemand ausfällt oder vielleicht noch personell nachgelegt wird.
Trotzdem sollte jetzt niemand nervös werden.
Testspiele sind schließlich genau dafür da: Fehler machen, Dinge ausprobieren, Automatismen entwickeln. Ein 3:3 im Juli sagt ungefähr so viel über die Saison aus wie ein sonniger Tag über das Weihnachtswetter.
Als Lok-Fan wünsche ich mir vor allem eines:
Dass die Mannschaft Woche für Woche zusammenwächst. Dass jeder für den anderen läuft. Dass auf dem Platz wieder dieser typische Lok-Geist entsteht, der in den vergangenen Jahren oft den Unterschied gemacht hat.
Talent ist vorhanden.
Qualität ebenfalls.
Jetzt ist es die Aufgabe des Trainerteams, daraus eine echte Mannschaft zu formen.
Denn erfolgreiche Einzelspieler gewinnen vielleicht ein Spiel.
Eine verschworene Mannschaft kann am Ende eine ganze Saison gewinnen.
Also: Ruhe bewahren, weiter hart arbeiten – und dann schauen wir mal, wohin die Reise für unsere Blau-Gelben führt
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