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Rückschritt in der Chefetage: Trumps DEI-Politik kehrt Vielfaltstrend in US-Unternehmen um

GabrielDouglas (CC0), Pixabay
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Nach Jahren des Fortschritts kehrt in den Vorstandsetagen der großen US-Konzerne wieder das alte Machtbild zurück: Weiße Männer dominieren erneut.

Wie neue Daten der Analysefirma ISS Corporate zeigen, sank der Anteil von Frauen an den neu berufenen Vorstandsmitgliedern in den S&P-500-Unternehmen auf 33 % – 2022 waren es noch 44 %. Noch drastischer fiel der Anteil von People of Color: von 44 % im Jahr 2021 auf nur noch 19 %. Zum ersten Mal seit 2017 stellen weiße Männer wieder die Mehrheit aller neuen Vorstandsmitglieder.

🚫 Vom George-Floyd-Effekt zur Trump-Wende

Nach der Ermordung von George Floyd 2020 hatten viele Konzerne versucht, mehr Diversität, Gleichstellung und Inklusion (DEI) zu fördern. Diese Bemühungen geraten nun massiv unter Druck.
Unter Präsident Donald Trump, der DEI-Programme in Bundesbehörden und staatsnahen Unternehmen untersagen ließ, wächst in der Privatwirtschaft die Angst vor politischer Vergeltung oder dem Verlust staatlicher Aufträge.

Viele Firmen haben daraufhin ihre Diversity-Abteilungen stillgelegt oder eingeschränkt. Auch große Investoren haben das Thema fallen gelassen, nachdem Gerichte Nasdaq-Regeln und kalifornische Quoten-Gesetze für Frauen und Minderheiten auf Firmenvorständen kassiert hatten.

📉 Öffentlicher Rückhalt schwindet

Laut einer Gallup-Umfrage halten zwar noch 69 % der Amerikaner Vielfalt in Unternehmen für wichtig – aber das sind 15 Prozentpunkte weniger als 2022. Damit ist die Zustimmung auf dem niedrigsten Stand seit Beginn der Erhebung.

„Der frühere Druck von außen fehlt – und ohne Druck passiert wenig“, sagt Joelle Emerson, CEO der Beratungsfirma Paradigm Strategy.

🏢 Enge Auswahl – alte Gesichter

Auch eine Studie von PwC zeigt: Nur noch 9 % der Unternehmen wollen gezielt mehr Frauen in ihre Vorstände berufen (2024: 21 %), nur 6 % planen, ethnische Vielfalt zu erhöhen.
Der erfahrene Vorstand Barry Lawson Williams warnt, dass Firmen wieder zu engen Auswahlkriterien zurückkehren – etwa nur CEOs oder CFOs zu berücksichtigen. „Damit bleibt fast nur ein Pool älterer weißer Männer übrig“, so Williams.

🌈 Es geht auch anders

Ein Gegenbeispiel liefert Tarang Amin, CEO von Elf Beauty. Sein Aufsichtsrat ist 67 % weiblich und 44 % divers.

„Für uns ist Vielfalt kein Trend, sondern ein Wettbewerbsvorteil“, sagt Amin. „Unser Vorstand spiegelt die Gemeinschaft wider, der wir dienen.“

Während also einige Unternehmen Vielfalt als Stärke begreifen, scheint der Großteil der US-Wirtschaft wieder in alte Muster zurückzufallen – aus Angst, statt aus Überzeugung.

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