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„Rolling Stone“-Verleger zieht gegen Google vor Gericht – Streit um KI-Zusammenfassungen eskaliert

rosidaisybop (CC0), Pixabay
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Der US-Medienkonzern Penske Media, Herausgeber von Magazinen wie Rolling Stone, Billboard und Variety, hat Klage gegen den Internetgiganten Google eingereicht. Hintergrund ist die Nutzung journalistischer Inhalte in den mit künstlicher Intelligenz generierten Kurzüberblicken, die Google unter dem Namen „AI Overviews“ an der Spitze seiner Suchergebnisse präsentiert.

Vorwurf: Inhalte ohne Zustimmung genutzt

Penske wirft Google vor, redaktionelle Beiträge ohne Genehmigung in KI-Zusammenfassungen einfließen zu lassen und dadurch den eigenen Webseiten Besucher zu entziehen. Statt Leserinnen und Leser zu den Originalartikeln zu führen, würden die Nutzer bereits in der Google-Suche mit Antworten versorgt. „Das schwächt die Reichweite und schadet unserem Geschäftsmodell“, heißt es sinngemäß in der am Bundesgericht in Washington eingereichten Klageschrift.

Es ist das erste Mal, dass ein großer US-Verlag juristisch gegen Google wegen dieser Funktion vorgeht. Beobachter sprechen von einem möglichen Präzedenzfall, der auch für andere Medienhäuser weitreichende Folgen haben könnte.

Umstrittene Praxis seit Monaten in der Kritik

Nachrichtenverlage kritisieren die KI-Overviews bereits seit Monaten. Die Funktion, die Nutzerinnen und Nutzern zusammenfassende Antworten auf Suchanfragen liefert, sei bequem für User – entziehe den Medien aber dringend benötigten Traffic, Werbeeinnahmen und Abonnenten.

Penske behauptet zudem, Google übe Druck auf Verlage aus: Webseiten würden nur dann prominent in den Suchergebnissen erscheinen, wenn die Inhalte auch für KI-Zusammenfassungen freigegeben würden. Ohne diesen „Hebel“ müsste Google den Verlagen Nutzungsrechte abkaufen – oder ihre Artikel für das Training der KI lizenzieren.

Google weist Vorwürfe zurück

Der Konzern reagierte am Wochenende mit einer klaren Zurückweisung. Man werde sich „gegen diese haltlosen Vorwürfe verteidigen“, erklärte ein Sprecher. Google betonte, die neuen KI-Übersichten böten eine „bessere Nutzererfahrung“ und führten gleichzeitig zu mehr Vielfalt bei den angezeigten Quellen. Statt Reichweite zu mindern, würde der Verkehr auf unterschiedliche Webseiten gelenkt.

Signalwirkung für die Medienbranche

Der Streit gilt als weiterer Höhepunkt in der Auseinandersetzung zwischen Tech-Konzernen und klassischen Medien. Schon zuvor hatten Verlage in den USA und Europa kritisiert, dass ihre Inhalte für KI-Systeme genutzt würden, ohne dass sie dafür angemessen entschädigt würden. Der Fall könnte nun Grundsatzfragen klären:

  • Müssen Suchmaschinenbetreiber Verlage für die Nutzung journalistischer Inhalte bezahlen?

  • Wo liegt die Grenze zwischen zulässiger Zitation und unzulässiger Verwertung?

  • Welche Rolle spielen Verlage künftig noch, wenn KI-Systeme Informationen direkt aufbereiten?

Ein Urteil könnte daher weit über den Einzelfall hinaus Wirkung entfalten – und darüber entscheiden, wie das Machtverhältnis zwischen Technologieunternehmen und Medienhäusern in der digitalen Welt künftig aussieht.

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