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Rodrigo Duterte: Bürgermeister via Zoom aus dem Knast?

MIH83 (CC0), Pixabay
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Manchmal schreibt das Leben die besten Polit-Satiren: Rodrigo Duterte, einst martialischer Präsident der Philippinen und Meister des „Drogenkrieges“, könnte nächste Woche tatsächlich Bürgermeister seiner Heimatstadt Davao werden – aus der gemieteten Zelle des Internationalen Strafgerichtshofs (ICC) in Den Haag.

Der Bürgermeister von Den Haag – äh, Davao
Während andere Kandidaten im sonnigen Davao fleißig Hände schütteln und Wahlkampf-Selfies machen, hängt Duterte 7.000 Kilometer entfernt in den Niederlanden ab. Nicht freiwillig, versteht sich – die ICC hat ihn wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit einkassiert. Doch warum sollte eine Kleinigkeit wie ein Strafverfahren wegen Massenmordes seine politische Karriere bremsen? Schließlich sagt das philippinische Wahlrecht: Solange kein lokales Gericht ihn verurteilt hat, darf er Bürgermeister werden.

Politische Dynastie à la Davao
Dutertes Rückkehr in die Lokalpolitik kommt nicht überraschend. Schließlich hat er die Stadt mit harter Hand regiert – und einige Bürger fanden das offenbar toll: „Als ich jung war, war es hier gefährlich, überall Tote und Drogen. Jetzt ist es sicherer – man stirbt nur noch als Dealer“, sagt Ian Baldoza, ein treuer Anhänger.

Die Duterte-Familie bleibt ein Familienunternehmen: Während Papa im ICC-Chateau residiert, will Sohn Sebastian weiter als Bürgermeister regieren. Bruder Paolo versucht sich im nationalen Kongress, während die Enkelkinder schon für den Stadtrat kandidieren. Familienzusammenhalt vom Feinsten – inklusive martialischer Schlagwörter wie „politischer Wille“ und „Eisenfaust“.

Virtuelle Amtsübernahme: Bürgermeister per Zoom?
Sollte Duterte tatsächlich gewählt werden, könnte die Amtseinführung spektakulär ausfallen: per Zoom aus der Gefängniszelle. Vielleicht könnte der ICC ihm sogar einen Bildschirmhintergrund mit tropischem Flair spendieren – Palmen, Sonnenuntergang, vielleicht eine Polizeikontrolle. Falls das nicht klappt, übernimmt einfach der Zweitplatzierte.

Dynastie vs. TikTok-Influencer
Die Duterte-Dynastie wird jedoch herausgefordert: Karlo Nograles, aus der alteingesessenen Rivalenfamilie Nograles, schickt sich an, das Erbe Dutertes anzukratzen. Seine Schwester Margarita, eine TikTok-Influencerin und Anwältin, macht ebenfalls von sich reden – womöglich der modernere Ansatz für Politik in Zeiten von Instagram und Selfie-Diplomatie.

Der Tiger wird müde
Doch die goldenen Zeiten der Dutertes könnten bröckeln. Ex-Präsident Duterte ist nicht mehr der unverwüstliche Tiger, sondern ein müder Löwe, der nun im Käfig sitzt – wortwörtlich. Und während Tochter Sara sich mit Präsident Marcos Jr. anlegt und Korruptionsvorwürfe von sich weist, fragt sich Davao: Kann die Dynastie auch ohne ihren Patriarchen weiterregieren?

Dutertes nächste Anhörung ist für den 23. September angesetzt – vielleicht wird er dann virtuell als Bürgermeister vereidigt. Vielleicht geht er auch als erster Häftling in die Geschichte ein, der gleichzeitig eine Stadt regiert. Politische Satire? Nein, einfach philippinische Realität.

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