Die Zukunft des insolventen schwedischen Batterieherstellers Northvolt steht auf dem Spiel – doch das Rennen um eine mögliche Übernahme ist eröffnet. Wie Insolvenzverwalter Mikael Kubu gegenüber dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk Sveriges Radio bestätigte, liegen mittlerweile mehrere verbindliche Kaufangebote vor – und zwar aus dem Ausland, jedoch nicht aus Schweden selbst.
Northvolt, einst als Hoffnungsträger für die europäische Energiewende gefeiert, hatte im März überraschend Insolvenz angemeldet. Seither bemüht sich Kubu um eine Lösung, um zumindest Teile des Unternehmens und damit auch Arbeitsplätze und technologische Kompetenzen zu retten.
„Es gibt ernsthafte Interessenbekundungen und konkrete Angebote für unterschiedliche Vermögenswerte des Unternehmens“, erklärte Kubu. Um welche Investoren es sich handelt und aus welchen Ländern sie stammen, bleibt jedoch vorerst vertraulich. „Die Verhandlungen sind sensibel. Ich kann zum jetzigen Zeitpunkt keine Namen nennen“, so der Insolvenzverwalter.
Insider berichten von regem Interesse aus Asien, Nordamerika und dem arabischen Raum. Die angebotenen Übernahmemodelle reichen offenbar von einer vollständigen Übernahme bis hin zur gezielten Akquise einzelner Produktionsstandorte oder Patente.
Die schwedische Regierung beobachtet die Entwicklungen aufmerksam. Immerhin hatte man Northvolt mit großzügigen Subventionen und politischen Hoffnungen auf einen europäischen „Batterie-Champion“ unterstützt. Nun steht zur Debatte, ob wichtige Schlüsseltechnologien ins Ausland abwandern könnten – ein Szenario, das wirtschaftlich wie symbolisch schwer wiegen würde.
Eine Entscheidung über den Zuschlag wird in den kommenden Wochen erwartet. Klar ist: Northvolt ist noch nicht vom Tisch – doch der einstige Vorzeigekonzern wird sich grundlegend verändern.
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