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Rekord-Importe vor Zolleinführung – US-Verbraucher und Firmen rüsten sich für Trumps Handelspolitik

Alexas_Fotos (CC0), Pixabay
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Die Vereinigten Staaten verzeichneten im Januar 2025 einen historischen Anstieg der Warenimporte – höher als jemals zuvor seit Beginn der statistischen Erfassung im Jahr 2002. Der Grund: Verbraucher und Unternehmen haben sich vor Inkrafttreten der von Präsident Donald Trump angekündigten neuen Importzölle mit Waren eingedeckt.

Laut US-Volkszählungsamt wurden im Januar Waren im Wert von über 320 Milliarden US-Dollar eingeführt, was den bisherigen Rekord von März 2022 (295 Mrd. USD) übertrifft. Besonders stark stiegen die Importe aus den drei größten Handelspartnern der USA: China, Kanada und Mexiko – allesamt Ziel der neuen Zollmaßnahmen.

  • China: +16 % auf 41 Mrd. USD

  • Kanada: +15 % auf 38 Mrd. USD (Rekordwert)

  • Mexiko: +12 % auf 42 Mrd. USD (Rekordwert)

Firmen und Verbraucher „decken sich ein“

„Die Menschen versuchen, Waren noch rechtzeitig ins Land zu holen, bevor die Zölle greifen“, erklärte Marcus Noland vom Peterson Institute for International Economics. Selbst er persönlich habe aus Sorge vor Preissteigerungen größere Mengen an kanadischem, nussfreiem Müsli gekauft – der Preis stieg nach Inkrafttreten der kanadischen Gegenzölle um über 40 %.

Unternehmen wie ACM Logistics und SEKO Logistics berichten von einem sprunghaften Anstieg der Liefermengen und Transportkosten. Auch der frühe Zeitpunkt des chinesischen Neujahrsfests habe zur Importwelle beigetragen, ebenso wie Unsicherheiten bezüglich der nächsten Schritte der US-Regierung.

Trump verschärft Handelsdruck weltweit

Die neuen Maßnahmen umfassen unter anderem:

  • 25 % Zölle auf Autos und Autoteile

  • 25 % Zölle auf Stahl und Aluminium

  • Drohungen mit 200 % Zöllen auf europäischen Wein

Als Reaktion haben China, Kanada und die EU bereits Gegenzölle verhängt – etwa auf US-Agrarprodukte, Spirituosen und Stahl.

Ökonomen schlagen Alarm

Zwar betont Trump, er wolle die Rückverlagerung der Produktion in die USA fördern. Doch Brancheninsider sind skeptisch. „Keiner meiner Kunden zieht ernsthaft in Betracht, seine Produktion in die USA zu verlagern“, sagte John Heimsath von ACM Logistics.

Eine Studie des Peterson Institute prognostiziert negative Folgen für die US-Wirtschaft: steigende Preise, Lieferkettenprobleme und ein Rückgang des Bruttoinlandsprodukts. „Es gibt hier keine Gewinner“, resümiert Noland, Mitautor der Studie.

Ungewisse Aussichten

Trump kann die Zölle per Dekret erlassen – oder ebenso schnell wieder aufheben. Das führt zu großer Unsicherheit in der Wirtschaft. Hersteller und Händler zögern mit langfristigen Entscheidungen. Analysten warnen, dass der Schaden für Wirtschaft und Verbraucher bereits jetzt beträchtlich sei – auch wenn der Effekt politisch gewollt ist.

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