Christoph Baumgartner rettet RB Leipzig im DFB-Pokal gegen Rot-Weiss Essen den Allerwertesten, Martin Demichelis darf erst einmal weiterarbeiten und schon geistert wieder ein alter Bekannter über den Cottaweg: Julian Nagelsmann. Da kann ich als RB-Fan nur sagen: Bloß nicht! Haben wir denn aus der Vergangenheit überhaupt nichts gelernt?
Da spielt unsere Mannschaft beim Drittligisten Rot-Weiss Essen über weite Strecken einen Fußball, bei dem man sich fragt, ob die Jungs vor dem Anpfiff versehentlich in der falschen Kabine gesessen haben. Keine Ideen, kaum Tempo, wenig Durchschlagskraft.
Und dann kommt Christoph Baumgartner.
Zwei Tore, Spiel gedreht, 2:1 gewonnen, Achtelfinale erreicht. Vielen Dank, Baumi! Ohne dich hätten wir wahrscheinlich noch bis Weihnachten auf den entscheidenden Geistesblitz gewartet.
Dass der Österreicher nach seiner langen Verletzungspause überhaupt schon wieder solche Leistungen bringt, ist beeindruckend. Aber es kann doch nicht unser Konzept sein, darauf zu hoffen, dass Baumgartner jedes Wochenende den Feuerwehrmann spielt.
Und jetzt soll ausgerechnet Nagelsmann zurückkommen?
Kaum läuft es unter Martin Demichelis nicht rund, taucht der Name Julian Nagelsmann auf.
Angeblich gilt er bei den Leipziger Verantwortlichen als bevorzugte Alternative, sollte Demichelis scheitern.
Entschuldigung, aber haben wir plötzlich unser Gedächtnis verloren?
Julian Nagelsmann war bereits in Leipzig. Hat hier gute Arbeit geleistet, keine Frage. Aber als der FC Bayern gerufen hat, war die Leipziger Erfolgsgeschichte schneller beendet, als man „langfristige Perspektive“ sagen konnte.
Und jetzt sollen wir ihn zurückholen?
Was passiert denn, wenn er fünf Spiele hintereinander gewinnt? Dann steht möglicherweise Manchester United vor der Tür, Tottenham ruft an oder irgendein anderer europäischer Spitzenklub winkt mit einem größeren Vertrag.
Und wir Leipziger dürfen wieder den roten Teppich für seinen Abschied ausrollen.
Nein danke!
RB Leipzig ist doch keine Trainer-Durchgangsstation!
Ich habe überhaupt keine Lust mehr darauf, dass unser Verein als Karriereleiter für ambitionierte Trainer betrachtet wird.
Wir brauchen jemanden, der hier tatsächlich etwas aufbauen will. Der auch dann bleibt, wenn es einmal drei Niederlagen hintereinander gibt. Der Spieler entwickelt, eine erkennbare Spielidee vermittelt und sich langfristig mit RB Leipzig identifiziert.
Ob Martin Demichelis dieser Trainer ist, muss sich zeigen.
Seine bisherigen Leistungen liefern jedenfalls genügend Anlass zur Kritik. Aber deshalb gleich wieder nach Nagelsmann zu rufen, halte ich für den falschen Reflex.
Lieber Demichelis eine echte Chance geben!
Natürlich muss Martin Demichelis Ergebnisse liefern. Natürlich muss er dafür sorgen, dass unsere Mannschaft endlich wieder überzeugenden Fußball spielt.
Aber man sollte ihm auch die Möglichkeit geben, seine Vorstellungen umzusetzen.
Und wenn sich irgendwann herausstellt, dass es nicht funktioniert, dann brauchen wir einen Trainer mit einer langfristigen Perspektive.
Nicht den nächsten prominenten Namen, der Leipzig möglicherweise nur als Zwischenstation auf seinem Weg zum nächsten Millionenvertrag betrachtet.
Mein Fazit als RB-Fan: Danke, Baumi, für den Pokalsieg! Demichelis, jetzt bitte endlich eine erkennbare Spielidee! Und Julian Nagelsmann? Bleib, wo du bist.
Denn eines möchte ich am Cottaweg wirklich nicht mehr erleben: einen Trainer, der uns erst die große Zukunft verspricht und bei der nächsten attraktiven Anfrage schon wieder seine Koffer packt.
RB Leipzig braucht einen Trainer, der bleiben will – und keinen, der nur darauf wartet, dass das nächste Telefon klingelt!
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