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Ramelow taumelt – Linke tanzt sich selbst ins Aus

geralt (CC0), Pixabay
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Altlinker Bodo Ramelow, das letzte Standbild aus der Ära, als die Linkspartei noch versuchte, Politik für reale Menschen statt für ideologische Manifeste zu machen, ist nach dem jüngsten Thüringer Parteitag schwer ernüchtert. Seine Partei hat sich nämlich entschieden, künftig lieber rein zu bleiben als relevant zu sein – und der Ex-Ministerpräsident fragt sich nun: „Verlasse ich die Partei – oder verlässt die Partei gerade mich?“

Man möchte fast antworten: Lieber Bodo, sie ist schon lange weg. Sie hat nur vergessen, dir Bescheid zu sagen.

🎪 Parteitag oder politischer Poetry Slam?

Was in Ilmenau am Wochenende stattfand, war weniger ein Parteitag als eine Mischung aus Gruppentherapie und Instagram-Manifest. Die neue Garde – jung, wütend, von Zweifeln ungebremst – forderte alles: Ämtertrennung, Einkommensdeckel für Abgeordnete (denen, die überhaupt noch welche haben), eine „Bewegung“ statt einer „Partei“ und natürlich die obligatorische Fehleranalyse. Schließlich kann man das Regieren zehn Jahre lang praktizieren – und sich danach schockiert zeigen, dass dabei Entscheidungen getroffen wurden.

Ramelow, der tatsächlich glaubt, Politik müsse mehr können als gut gemeinte Tweets, wirkte wie ein Gast aus einer anderen Zeit. Vielleicht sogar aus einer anderen Realität.

🧘‍♀️ Die neue Linke: progressiv, pur und völlig unpraktisch

Während Ramelow noch davon spricht, dass Politik „Spaß machen“ dürfe, aber eben nicht zur „Spaßpartei“ verkommen solle, hat sich die neue Linke längst für Letzteres entschieden – nur ohne den Spaß. Stattdessen gibt’s Selbstkasteiung mit Klassenkampf-Aroma und wahlweise elitären Moralismus oder trotziges Fundamentaloppositionstheater. Regierungsbeteiligung? Pfui. Veränderung durch Macht? Igitt. Lieber bleibt man auf der Zuschauerbank der Geschichte – dort hat man die bessere Aussicht auf den moralischen Höhenzug.

🤷‍♀️ Ines Schwerdtner: Alles gut, wir kämpfen ja gegen „oben“

Parteichefin Ines Schwerdtner gab sich demonstrativ gelassen – oder besser gesagt: passiv-lakonisch. Ramelows Warnungen seien „etwas aus der Zeit gefallen“, so ungefähr der Tenor. Schließlich habe sich die Partei längst weiterentwickelt – Richtung Selbstverwirklichungskollektiv mit Gesellschaftsanalyse-Abo. Klassenkampf sei wieder in, heißt es. Nur regieren darf dabei bitte niemand mehr, der auch schon einmal irgendetwas beschlossen hat.

🎭 Die Partei, die sich selbst genügt

Während die Wähler davonlaufen, Mitgliederzahlen sinken und der Rückzug in ideologische Wohlfühlzonen weitergeht, darf Bodo Ramelow immerhin noch öffentlich Tagebuch führen. Man fühlt sich fast ein bisschen an einen ehemaligen Vereinsvorsitzenden erinnert, der bei der Jahreshauptversammlung höflich fragt, warum niemand mehr Rasen mäht – und dann erfährt, dass alle jetzt barfuß Yoga machen.

Fazit: Die Linke will wieder „etwas bewegen“, verkündet Ramelow. Sie tut es auch – raus aus den Parlamenten, rein ins dogmatische Nirvana. Aber hey, wenigstens sind jetzt alle sehr prinzipientreu. Auch wenn das Prinzip gerade „politische Wirkungslosigkeit mit Haltung“ lautet.

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