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Putin präsentiert neue Atomrakete – „Satan II“ soll noch 2026 einsatzbereit sein

TheDigitalArtist (CC0), Pixabay
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Mit einem neuen Raketentest demonstriert Russland erneut seine nukleare Schlagkraft. Präsident Wladimir Putin erklärte am Dienstag, das Interkontinentalraketensystem RS-28 „Sarmat“ – von der Nato „Satan II“ genannt – werde bis Ende des Jahres offiziell in den Kampfdienst übernommen.

Die atomwaffenfähige Rakete gilt als eines der mächtigsten strategischen Waffensysteme Russlands. Nach Angaben aus Moskau soll sie Ziele in mehr als 35.000 Kilometern Entfernung erreichen können. Westliche Experten gehen von einer Reichweite von rund 10.000 Kilometern aus.

Größer und stärker als westliche Systeme

Die Sarmat-Rakete kann nach russischen Angaben bis zu 16 unabhängig steuerbare Atomsprengköpfe tragen. Putin behauptete, die Sprengkraft des Systems übertreffe westliche Vergleichsmodelle um ein Vielfaches.

Zum Vergleich: Die amerikanische Minuteman-III-Rakete verfügt über eine ähnliche Reichweite, wird derzeit jedoch nur mit einem einzelnen Sprengkopf betrieben.

Das russische Staatsfernsehen zeigte Bilder eines angeblich erfolgreichen Teststarts. General Sergej Karakajew, Kommandeur der strategischen Raketentruppen, meldete Putin dabei den erfolgreichen Verlauf des Tests.

Entwicklung seit Jahren von Problemen begleitet

Die RS-28 Sarmat befindet sich bereits seit 2011 in Entwicklung und sollte ursprünglich schon 2018 einsatzbereit sein. Mehrere Testprobleme und Verzögerungen warfen das Projekt jedoch zurück.

Noch im September 2024 war ein Test offenbar gescheitert. Satellitenbilder zeigten damals einen riesigen Krater auf dem Testgelände im nordrussischen Plessezk.

Auch innerhalb Russlands gibt es inzwischen skeptische Stimmen. Der oppositionelle Telegram-Kanal Astra wies darauf hin, dass Putin bereits seit Jahren mehrfach angekündigt habe, die Rakete stehe kurz vor der Einsatzbereitschaft.

Symbolik nach ungewöhnlich schwacher Militärparade

Der Zeitpunkt des Tests gilt als politisch bemerkenswert. Erst wenige Tage zuvor hatte Russland seine diesjährige Siegesparade zum 9. Mai deutlich kleiner als üblich abgehalten.

Erstmals seit fast 20 Jahren verzichtete Moskau dabei vollständig auf die Präsentation schwerer Militärtechnik auf dem Roten Platz. Hintergrund waren offenbar Sicherheitsbedenken nach ukrainischen Angriffen tief im russischen Hinterland.

Putin erklärte später, die russischen Streitkräfte müssten sich derzeit vollständig auf den Krieg in der Ukraine konzentrieren.

Der Test der Sarmat-Rakete dürfte daher auch als gezielte Machtdemonstration verstanden werden – sowohl gegenüber dem Westen als auch gegenüber der eigenen Bevölkerung.

Russland bleibt größte Atommacht der Welt

Nach Angaben internationaler Abrüstungsorganisationen verfügt Russland weiterhin über das weltweit größte Arsenal an Atomsprengköpfen. Schätzungen zufolge besitzt Moskau mehr als 5.500 nukleare Sprengköpfe. Die USA verfügen über etwas mehr als 5.000.

Die Sarmat gilt dabei als zentrales Element der russischen nuklearen Abschreckungsstrategie. Die Rakete ersetzt schrittweise die sowjetischen SS-18-Systeme aus den 1970er-Jahren, die von der Nato einst unter dem Namen „Satan“ klassifiziert wurden.

Sicherheitsgerüchte um Putin

Parallel veröffentlichte der Kreml zuletzt ungewöhnliche Bilder von Putin im privaten Umfeld. Gezeigt wurde unter anderem, wie der Präsident persönlich seine ehemalige Lehrerin mit Blumen empfängt und zum Abendessen in den Kreml begleitet.

Zugleich wies Moskau Berichte westlicher Geheimdienste zurück, wonach Putins Sicherheitsvorkehrungen zuletzt massiv verschärft worden seien und der Präsident nur noch wenige Orte regelmäßig aufsuche.

Der neue Raketentest zeigt jedoch vor allem eines: Russland setzt weiterhin bewusst auf nukleare Stärke als geopolitisches Druckmittel – gerade in einer Phase zunehmender internationaler Spannungen.

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