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Pierer Mobility: Halbiertes Grundkapital, doppelte Dramatik

geralt (CC0), Pixabay
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Es läuft wieder rund – also eher bergab – bei Pierer Mobility, der Holding-Mutter von KTM. Heute servierte das Unternehmen seinen Aktionären ein ganz besonderes Schmankerl: Das halbe Grundkapital ist futsch. Als Trostpflaster gibt’s dafür eine außerordentliche Hauptversammlung am 25. April – damit wenigstens noch irgendwas außerordentlich klingt.

Zum Jahresende 2024 wird das Eigenkapital wohl tiefrot ausfallen. Oder wie es im offiziellen Konzernsprech heißt: „deutlich negativ“. Man könnte auch sagen: Es ist nichts mehr da.

Aber keine Sorge – man hat natürlich einen Plan. Einen Sanierungsplan! Und wie jeder gute Plan beinhaltet dieser auch gleich eine ordentliche Verwässerung der Aktionäre. Schließlich soll ja jeder etwas davon haben.

💸 Neues Kapital für ein altes Problem

Geplant ist eine Barkapitalerhöhung um 150 Millionen Euro – zum freundlichen Schnäppchenpreis von 7,50 Euro pro Aktie. So günstig war Mitleid noch nie zu haben.

Aber das ist natürlich nur der Anfang: Ein zweiter Akt folgt in Form einer Sachkapitalerhöhung über 200 Millionen Euro, bei der sich der normale Aktionär ganz bequem raushalten darf – das Bezugsrecht wird praktischerweise gleich ausgeschlossen. Wer darf zeichnen? Richtig geraten: die Hauptaktionärin Pierer Bajaj AG. Der Kreis schließt sich. Oder besser gesagt: der Kreis wird exklusiv gehalten.

🧾 Von Darlehen zu Eigenkapital – Recycling mal anders

Was macht man mit 150 Millionen Euro an schon ausgereichten Darlehen? Man tauft sie einfach um und deklariert sie als Sacheinlage. Nachhaltig gedacht, immerhin. Und wenn’s noch ein wenig mehr sein darf – weitere 50 Millionen Euro stehen schon bereit, gleichfalls zur edlen Einlage bestimmt. Natürlich von Bajaj Auto, der großzügigen Geldquelle im Hintergrund. Ein Hoch auf internationales Familiensponsoring.

📈 Und jetzt kommt die Magie

Wenn alles so läuft wie geplant (also: nach Plan, nicht gut), wird das Grundkapital der Gesellschaft auf das rund 2,4-Fache erhöht. Ein echter Kraftakt – vor allem, wenn man bedenkt, dass dafür vorher erstmal die Hälfte verloren ging.

Aber hey: Verluste sind vergänglich. Kapitalmaßnahmen bleiben.

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